Faith (5)
Dämonische Leidenschaft




Inhalt:
Es war schrecklich! Überall Blut! An den Wänden, auf dem Boden, an der Decke – im Waschbecken! Im Badezimmer lag die entsetzlich zugerichtete Leiche einer Frau. Das Gesicht der Toten - nur mehr eine blutverschmierte Fratze. Mir wurde übel! Ich spürte, wie mein Mageninhalt versuchte, die Speiseröhre hoch zu kriechen. Angewidert verließ ich diesen Ort...
Doch das Grauen erwartete mich bereits…!

Story:
Nach den Ausflügen in die weite Welt, kehrt Faith in ihrem fünften Hörspielabenteuer wieder zurück in ihren Heimatort Shellville. Dort treibt ein scheinbar wahnsinniger Killer sein Unwesen, der seine Opfer ausweidet. Diese schrecklichen Ereignisse stehen in irgendeinem Zusammenhang mit Vins neuer Freundin Delia. Faith und ihre Freunde stecken in einem spannenden Abenteuer, dass beweisst, dass Sex manchmal tödlich sein kann. Wieso? Selbst hören ;) Leider kann man inhaltlich nicht ganz das Niveau der letzten Folge halten, aber dennoch liefert man solide Unterhaltung für alle Fans des Horror-Genres ab. Leider passiert in der Folge aber nichts, was Bedeutung für den grossen Rahmen hat, was schon etwas schade ist. Gut, dass Ende deutet etwas an, aber das ist ja auch mehr ein „Vorgeschmack“ auf die sechste Folge der Reihe. Wer die bisherigen Folgen mochte, der dürfte auch vom Inhalt von „Dämonische Leidenschaft“ nicht enttäuscht werden.

Sprecher:
Zurück in Shellville, also trifft man auch wieder auf ein altes Problem: Boris Tessmann ist ein mehr als talentierter Sprecher, doch in seiner Rolle als Vin Masters wirkt er in meinen Ohr zu oft gekünstelt cool, was im Endeffekt leider gar nicht cool wirkt, sondern eher etwas steif. Allerdings ist er nicht alleine. Auch Daniela Hoffmann (ebenfalls eine überaus talentierte Sprecherin) ist nicht grade die Idealbesetzung für die Rolle der Delia. Die Synchronstimme von Julia Roberts sollte man jedenfalls nicht einsetzten, wenn der Hörer ein High-School-Girl auf Augen haben soll. Hinzu kommt noch das bereits bekannte Problem, dass die beiden Erzählerinnen darstellen. Sieht man davon ab, so bekommt hier aber erfreulich gute Leistungen vor die Ohren, da sich Nana Spier (als „spielende“ Faith), Dorette Hugo (Shania) oder auch Nicolas Böll (Levi) hörbare Mühe geben und ihre Rollen gut mit Leben füllen können.

Musik und Effekte:
Wie simuliert man den Vorgang des Aufschlitzens mit Effekten? Hört euch diese Folge an, dann wisst ihr es. Wie die Inhaltsangabe schon vermuten lässt, so hat man hier einiges effektmäßig zu bewerkstelligen, was man aber mit Bravur schafft. Auch bei der Musik sieht es nicht anders aus, und diese Folge liefert abermals den Beweis, dass selbst gemachte Musik stets noch einen Ticken passender ist als eingekaufte Archiv-Musik. Hier kann man schon nahezu von einem Sieg auf der ganzen Linie sprechen und dieses hohe Niveau sollte man sich sowohl für weitere Folgen von Faith als auch für alle weiteren Serien der R&B-Company bewahren, denn man spielt in einer ähnlichen Liga wie die Serien „Edgar Allan Poe“ oder „Gabriel Burns“.

Fazit:
Ein weiteres spannendes Hörspielabenteuer von Faith und co ist unter Dach und Fach und kann sich hören lassen. Da die Folgen vermutlich alle auf einen Schlag produziert wurden, konnten die Macken die schon die ersten Folgen hatten leider noch nicht ausgemerzt werden. Allerdings wartet die Serie mit einer großen Portion Potential auf und stellt eine mehr als gelungene Alternative zu „Geisterjäger John Sinclair“ (der sich bis auf die Sonderedition in diesem Jahr ja erschreckend rar gemacht hat) dar. Wenn man das Niveau der Geschichten beibehalten kann und aus den Sprecher für die anstehenden Folgen hier und da noch mehr rausholt, dann kann diese Serie den Markt für Horror-Hörspiele sicherlich im Sturm erobern. Auf Grund der bereits angesprochenen Macken, ist für diese Folge zwar abermals „nur“ ein GUT drin, aber man hat gezeigt was man kann und wird seine letzten Macken für die Zukunft hoffentlich ausmerzen.



lord gösel