Faith (3)
Lucifers Tränen - Die magischen Amulette der Macht




Inhalt:
Lucifer..! In der Religion der Christen ist Lucifer ein Synonym für das absolut Böse. Es steht geschrieben, dass Lucifer zu den Erzengeln Gottes gehörte. Er soll der schönste und strahlendste unter allen Engeln gewesen sein, und somit die rechte Hand Gottes. Der Lichtbringer des Allmächtigen! Doch es kam zum Zerwürfnis zwischen Gott und Lucifer. Der Krieg der Engel begann! Die Mächte des Lichts siegten, und verbannten Lucifer und seine Anhänger in die Hölle. Aus namenloser Wut über die vernichtende Niederlage, vergoss Lucifer fünf Tränen, aus denen er fünf Amulette formte. Die »magischen Amulette der Macht«... Voller Zorn und Hass schleuderte er die Amulette auf die Erde. Die Tränen Lucifers sollten seinem Träger unglaubliche Macht verleihen... Lucifers Tränen führten mich und Christopher Lane nach Griechenland. Eine unbeschreibliche Tragödie hatte stattgefunden, und wir eilten der Gilde der Amulette zur Hilfe. Die Gefahr, unser Leben im Kampf gegen das Böse zu verlieren, war allgegenwärtig und ließ mich erschaudern. Und ich sollte Recht behalten! Unser dämonischer Gegner zeigte uns, was Angst ist. Pure Todesangst!

Story:
Lucifers Tränen sind der Aufhänger für dieses Hörspiel. Moment ... HörSPIEL? über weite Strecken erinnert die dritte Folge der "Van Helsing Cronicles" eher an eine Lesung. Fast 10 Minuten sind vergangen, bevor es erstmals zu einem Dialog und somit zu etwas gespieltem kommt. Und auch in der Zeit danach zeichnet sich diese Folge durch viele lange Erzählerpassagen aus, die aber nicht grade brilliant sind. Mehr dazu gibt es später unter dem Punkt "Sprecher" nachzulesen. Doch auch wenn ich von den langen Erzählerpassagen absehe, kann mich die Handlung wenig begeistern. Anfangs geht es noch mhystisch und interessant zu, doch aus der Thematik wurde für meinen Geschmack einfach viel zu wenig gemacht. Die Handlungen von Faith und ihren Freunden sind in dieser Folge ebenfalls nicht besonders spannend, weil einfach viel zu wenig an "echter" Handlung in dieser Folge steckt. 64 Minuten vergehen bis das Ende erreicht ist, dabei hätte man die Handlung recht problemlos auch in der Hälfte der Zeit erzählen können. Was mir die Freude am Hören ebenfalls etwas mindert ist die Tatsache, dass Protagonistin Faith in manchen Dialogen ziemlich dumm/blöde dargestellt wird. Sie sollte wohl schon in der Lage sein, einen Namen ausprechen zu können, oder zu wissen was Adrenalin ist. Der letzte Funke Hoffnung wird auch zunichte gemacht, denn der grosse Handlungrahmen von Faith wird nicht vorangetrieben und es gibt keine weiteren Infos. Allerdings die Aussicht, dass die magischen Amulette noch eine Rolle in dieser Serie zu spielen haben. Alles in allem hat mich die Handlung wenig begeistern können und das obwohl die Folge einen sehr guten und atomsphärischen Anfang nimmt. Doch die dünne Handlung wurde für meinen Geschmack einfach künstlich aufgebläht und in die Länge gezogen, leider.

Sprecher:
Wer meine Rezensionen zu den ersten beiden Folgen gelesen hat der weiß, dass ich so meine Probleme mit Erzählerin Petra Wolf habe. Dass sie nun bei dieser Folge sehr stark zum Einsatz kommt führt entsprechend dazu, dass ich so meine Probleme beim Hören der Folge habe. Es ist einfach zuviel, wenn Wolf fast 8 Minuten lang nur spricht. Dafür ist sie nicht routiniert genung. Jedenfalls wirken die langen Passagen extrem langatmig und oftmals auch langweilig. Und wenn wir schon mal bei den eher bescheidenen Leistungen sind, so können wir auch direkt den nächsten Sprecher betrachten: Peter Gröger ist als Phobos (ein Dämon) zu hören. Gröger ist desöfteren in Kinderhörspielen als Bösewicht zu hören (u.a. bei Elea Eluanda) und irgendwie klingt er auch bei dieser Folge über weite Strecken wie ein Bösewicht aus einem Kinderhörspiel. Vielleicht liegt das Problem auch genau darin, dass Gröger versucht böse zu klingen. Allerdings ist böse eben nicht immer mit bedrohlich gleichzusetzten. Dies sind dann auch die einzigen Sprecher, die nagativ auffallen, wobei es schon genügt, denn sie bestreiten einen verdammt grossen Teil der Handlung. Der "Rest" der Sprecher hingegen ist sehr gut. So können Nana Spier als Faith Miles, Thomas Nero Wolff als Christopher Lane und Martin Kessler als Nathan Pierce ebenso überzeugen wie Christian Rode als Pater Wassilios. Die übrigen Rollen sind relativ klein, aber nichts desto trotz mit sehr guten Sprechern besetzt: Nicolas Böll, Charles Rettinghaus, Daniela Hoffmann, Thomas Kästner und Detlef Bierstedt. Insgesamt ordne ich diese Folge sprechertechnisch dennoch nur im Mittelmaß ein.

Musik und Effekte:
Hier haben wir die überzeugendsten Faktoren dieser Produktion vorliegen. Die langen Erzählerpassagen werden oft von Musik und Effekten untermalt, so dass die langen Passagen nicht völlig langweilig wirken. Man hat schon bei den beiden vorangegangenen Folgen deutlich gezeigt, dass man weiß wie man ein Hörspiel richtig untermalt. Sehr gut gefallen, hat mit der Effekt, der zum Einsatz kommt wenn Dämon Phobos spricht. Da hat man wirklich den Eindruck, der Dämon würde um einen herumschwirren. Ständig kommt die Stimme aus einer anderen Richtung. Sehr gelungen!

Fazit:
Mit "Lucifers Tränen" liefert man die erste Folge der Serie die eine gewisse Enttäuschung mit sich bringt. Die Handlung wirkt aufgeblasen und künstlich in die Länge gezogen. Faith wird stellenweise etwas seltsam dargestellt. Der übermäßige Einsatz der Erzählerin ist auch nicht grade förderlich und Peter Grögers überzogene Interpretation des Dämon Phobos hat mich eher zum Grinsen als zum Gruseln gebracht. Einzig die gelungenen Effekte und die wirklich sehr gute Musik können diese Produktion vor dem Prädikat schwach retten. Dennoch reichen sie nicht aus, um das Endprodukt wirklich hörenswert zu machen. Mit der dritten Folgen dümpelt man im unteren Mittelmaß herum, leider. Die Ansätze für die Geschichte sind durchaus interessant und spannend, aber was am Ende daraus geworden ist, ist eine knapp durchschnittliche Produktion, die man nicht kennen muss.



lord gösel