Faith (1)
Die Zusammenkunft




Inhalt:
Mein Name ist Faith. - Faith van Helsing. Ich bin die Letzte unserer ruhmreichen Familie. Ich bin dazu verdammt, gegen die Finsternis zu kämpfen, aber dies war nicht immer so… Oft denke ich an jene Zeit zurück, als ich noch ein unbeschwertes Leben führte. Ich war glücklich… So glücklich… Doch an einem einzigen Tag wurde meine Welt, mein ganzes Leben zerstört! Ich verlor alles, was ich liebte! Alles! An jenem Tag, als das Grauen begann, starb ich und wurde wiedergeboren… Nun ist mein Erbe die Schlacht gegen die dunklen Mächte. Nicht, weil ich es will, sondern, weil ich es muss – wenn ich überleben will. Dies ist mein Fluch. Mein Schicksal. Mein Albtraum.

Story:
Die R&B-Company schickt ihre neueste Serie ins Rennen und präsentiert sich von ihrer allerbesten Seite. Anfänglich hatte man sich mit der Produktion der Serie "Jac Longdong" in der Ecke Comedy versucht, aber war damit auf SEHR geteilte Meinungen gestossen. Mit FAITH setzt man nun, wie schon bei den PSI-Akten, auf die ernste Schiene. Dennoch kann man diese Serie nicht mit den Akten vergleichen, denn FAITH soll eine ganze Saga werden und den Anfang macht nun die Folge "Die Zusammenkunft". Zu Beginn wird der Hörer Zeuge, wie nahezu die gesamte Familie Van Helsing ermordet wird. Aber doch eben nur fast die ganze Familie. Die einzige Überlebende ist Faith, die gar keine Ahnung von alledem hat und schon gar nicht davon, dass es ihre Aufgabe ist gegen die Mächte der Finsternis zu kämpfen. Nun könnte schnell der Gedanke aufkommen "Oh ... John Sinclair, nur mit einer Frau". Doch dem ist nicht so, denn schon mit der ersten Folge wird klar, dass es eine Reihe von undurchschaubaren Charakteren geben wird, die nicht wirklich böse sind, aber dennoch etwas zu verbergen haben. Im Vorfeld zu der Serie wurde immer wieder der Vergleich mit "Buffy" gemacht. Nun .. hierzu kann ich nichts sagen, da ich besagte Serie nie bewusst gesehen habe. Was bei einem Hörspiel letzten Endes im Vordergrund stehen muss ist der Unterhaltungswert und der ist hier defintiv gegeben. Spannung, dezenter Grusel, Horror, Action, Dramatik und eine Dosis Herzschmerz (für meinen Geschmack vielleicht doch etwas zu viel) werden zusammengemixt und ergeben eine gute Einstiegsgeschichte.

Sprecher:
"Star-Bestzung" verspricht man dem Hörer und man kann über weite Strecken diese Aussage halten. Zunächst mal haben wir Nana Spier als Faith und in den Passagen, die sie spielt ist ihre Performance überzeugend. Als ihre Freunde stehen ihr Dorette Hugo und Boris Tessmann zur Seite, die auch grösstenteils gut sind. An einigen Stellen wirkt Tessmann für meinen Geschmack aber etwas gekünstelt und schafft es nicht völlig den jungen Teenager zu vermitteln. Auch bei den Personen, die auf der Seite des Bösen stehen, bekommt der Hörer tolle Stimmen serviert: Ursula Hugo als fiese Blutsaugerin kann ebenso überzeugen wie Udo Schenk als Hunter. Und dann gibt es da noch etliche kleine Nebenrollen, die mit solch markanten Stimmen wie Detlev Bierstedt, Nicolas Böll, Daniela Hoffmann, Christian Rode, David Nathan oder Charles Rettinghaus besetzt sind. Grund zum jubeln? Leider nicht völlig: Die Erzählerin Petra Wolf kann das Niveau, das die anderen Sprecher vorgeben nicht halten. Ihr Passagen sind oftmals recht monoton und klingen zu sehr abgelesen. Die Länge der Passagen spielt da sicherlich auch eine Rolle. Und ... wo wir schon bei Erzählerinnen sind: Auch Nana Spier hat so ihre Probleme mit den Passagen, wo sie nicht spielt sondern eben erzählt. Hier fehlt es noch an einigen Emotionen und guten Betonungen. Natürlich lassen es sich die beiden Macher der R&B-Company nicht nehmen und haben auch einen kurzen Auftritt: Als durchgeknallte und perverse Strassengauner. Hier muss nun jeder selbst entscheiden, ob er es mag, oder nicht. Die Sprecherleistungen sind mir insgesamt eine 2- wert. Verbesserungsbedarf besteht und man kann hier für die Zukunft sicherlich noch mehr bieten.

Musik und Effekte:
Beides waren Faktoren, die man schon beim Comedy-Klamauk "Jac Longdong" beherrschte und dementsprechend gibt man sich auch bei FAITH keine echt Blösse. Die Musik ist stets passend und vermag es Dramatik, Action oder auch Trauer sehr gut zu vermitteln. Wobei man beim Aspekt "Trauer" dann doch vielleicht etwas ZU gute Arbeit leistet, jeden Falls in meinen Ohren. Auch bei den Effekten meint man es dann an einigen Stellen etwas ZU gut. So meint man bei der ersten Mordszene, dass die halbe Unterwelt mit Mps angerückt wäre und die Explosion eines Autos macht soviel Radaur als würde ein ganzes Haus dem Erdboden gleichgemacht. Für meinen Geschmack hat man derartige Monstereffekte (auf die man ja gerne bei JOHN SINCLAIR 2000 setzt) aber gar nicht nötig, denn man hat auch sehr gute "normale Effekte" vorzuweisen. Beide Punkten zusammen sind fraglos gut bis sehr gut, aber manchmal für meinen Geschmack eben doch etwas übertrieben.

Fazit:
Ein guter Start in eine Serie die verdammt interessant zu werden verspricht. Wenn man es schafft die Storyline kontinuierlich weiter zu spinnen und das Spannungs- und Action-Niveau halten kann, dann steht einem Erfolg dieser Serie meiner Meinung nach nichts mehr im Wege. Sicherlich gibt es noch einge Verbesserungsmöglichkeiten, wie eben die Erzählerpassagen, oder die manchmal etwas zu deftigen Effekte. Vielleicht erscheinen manchem diese Punkte als "Erbsenzählerei", doch man hat im Vorfeld mächtig auf die Kacke gehauen und da geht man entsprechend kritisch zu Werke. "FAITH" stellt für mich ohne Frage eine mehr als heisse Konkurrenz für den guten alten Geisterjäger dar und jeder Fan von Horror/Grusel/Mystery sollte hier ein Ohr riskieren, denn "Die Zusammenkunft" stellt eine durch und durch GUTE Produktion dar!



lord gösel