Sir Arthur Conan Doyle
Die vergessene Welt

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Inhalt: London im Jahre 1912 Der verschrobene Wissenschaftler Professor Challenger behauptet, auf einem Hochplateau im südamerikanischen Dschungel lebendige Dinosaurier entdeckt zu haben. Obwohl seine Kollegen ihn für verrückt halten, wird eine Expedition zum Amazonas gesandt. Die Teilnehmer entdecken dort tatsächlich urzeitliches Leben und müssen die haarsträubendsten Abenteuer bestehen: Sie werden von Flugechsen angegriffen, von fleischfressenden Dinosauriern gejagt und geraten in die Fänge blutrünstiger Affenmenschen. Story: Endlich ist es da, das neue Hörspiel aus dem Hause "Ripper Records"! Als Vorlage diente die Geschichte "Die vergessene Welt" aus der Feder von Sherlock Holmes-Erfinder Sir Arthur Conan Doyle. Diese Geschichte gilt als "eine der größten Abenteuergeschichten, die je geschrieben wurden". Macht dies dann auch automatisch ein sehr gutes Hörspiel? Machen wir es kurz und schmerzlos: Sehr gut ist die vorliegende Hörspielbearbeitung für meinen Geschmack nicht geworden. Es ist auf der einen Seite ohne Frage spannend zu hören, wie sich die Expedition in der vergessenen Welt durchschlägt, aber leider empfinde ich es auf der anderen Seite als überaus störend, dass die spannende Handlung ständig unterbrochen wird, weil man in London die Briefe von Malone vorließt, anstatt diese Szenen zu spielen. Hier durch geht ein grosser Teil der Spannung und nicht zu letzt auch der Atmosphäre verloren. Allerdings wäre es unfair zu sagen, dass die Geschichte schlecht wäre, dann das ist sie auf keinen Fall. Leider vermochte sie aber nicht mich dermaßen in ihren Bann zu schlagen, wie "Jack the Ripper" oder "Blackout". Insgesamt bleibt noch eine gute Umsetzung der Geschichte, die für meinen Geschmack aber eben noch eine ganze Ecke besser und vorallem spannender hätte ausfallen können. Sprecher: Ein Blick ins Inlay reicht um mich schon mal in Verzückung zu versetzen: Timmo Niesner (u.a. deutsche Synchronstimme von Elijah Wood), Jürgen Thormann, Klaus Sonnenschein und Ronald Nitschke (u.a. deutsche Synchronstimme von Tommy Lee Jones) sind in den Hauptrollen zu hören! Das Quartett gibt permanent Vollgas und erweckt ihre Charaktere absolut glaubwürdig zum Leben. Grade Timmo Niesner präsentiert sich als Vollprofi und es ist sehr schade, dass man ihn nur so selten in Hörspielen zu hören bekommt. Allerdings lässt auch der "Rest" der Sprecher gar nichts anbrennen, was man bei Leuten wie Robert Missler oder Peter Weis aber auch gar nicht erwartet. Lediglich die Rolle von Peter Weis als "Der alte Malone (Erzähler)" wirkt etwas seltsam. Für meinen Geschmack wäre es besser gewesen, wenn man über die gesamte Distanz Timmo Niesner als Erzähler eingesetzt hätte. Leider springt man zwischen Niesner, Weis und 2 weiteren Sprechern hin- und her, was ich nicht so gelungen finde. Die Leistungen der Sprecher sind allesamt gut bis sehr gut, aber die etwas seltsame Verteilung von Erzählertexten zieht in meinen Ohren den Eindruck etwas runter, so dass das Endergebnis in diesem Bereich "nur" gut geworden ist. Musik und Effekte: Bei den Effekten hat man sich hörbare Mühe gegeben und wie man auf der Homepage von Ripper Records lesen und sehen kann, hat man einige Effekte selbst aufgenommen und dementsprechend auf Sound-Libraries verzichtet. Die Musik aus der Feder von Jan-Peter Pflug ist überaus passend und atmosphärisch. Leider setzt man sie für meinen Geschmack dann doch etwas zu selten ein. Potential haben die verwendeten Stücke ohne Frage, aber ein vermehrter Einsatz hätte sicherlich noch zu einer Ecke mehr Spannung und Atmosphäre geführt. Bei den Serien "Gabriel Burns" und grade auch "Edgar Allan Poe" sieht bzw. hört man, welch dichte Atmosphäre man durch geschickte Kombination von Effekten und Musik erreichen kann. Bei der vergessen Welt fehlt leider der letzte Kick zur nahezu perfekten Untermalung, so dass auch hier "nur" von gut sprechen kann. Fazit: Die Erwartungen an dieses Hörspiel waren sehr hoch, da Ripper Records die Messlatte mit den eigenen Produktion schon überaus weit oben angelegt hat. Leider schafft man es meines Erachtens nach nicht ganz das bisherige Niveau zu halten. An allen drei grossen Aspekten gibt es irgendwelche Punkte zu bemängeln. Das Spektrum reicht dabei von eher Kleinigkeiten (wie der etwas stiefmütterlich behandelten Musik) bis hin zu grösseren Macken wie der "temporausnehmenden" Bearbeitung. Dennoch kann ich nicht behaupten, dass dieses Hörspiel durchschnittlich oder gar schwach sei. Allerdings erwartet einen nun auch nicht die erhoffte TOP-Produktion, sondern eben "nur" eine gute, was dem Standard von Ripper Records leider nicht ganz gerecht wird. ![]() ![]() ![]()
lord gösel |