Die Rache
der Mumie




Inhalt:
Immer wenn Sir Francis Shelly sich auf die Suche nach alten Grabmalen in Ägypten begibt, wird er vor irgendeinem Fluch ewarnt (Steht wirklich so da .. es fehlt ein "g"). Er hat diese Dinge nie sehr ernst genommen, bis er das Grab eines Verfluchten entdeckt und es zu rätselhaften Vorfällen kommt, die keine natürliche Ursache haben können.

Story:
Anno 1999 startete mit eben diesem Hörspiel die Maritim-Reihe „Die schwarze Serie“. In letzter Zeit war die erste Folge von dieser Serie nur noch schwer zu bekommen und so erlebt sie nun eine Neuauflage in leicht gekürzter Form. Wieso es nun nicht mehr unter dem Banner der „schwarzen Serie“ steht (die nach wie vor weiter produziert wird) weiß man vermutlich nur im Hause Maritim selbst. Allerdings soll das nun nicht weiter Thema sein, sondern viel mehr das Hörspiel selbst und eben an dieser Stelle speziell die Geschichte: Nun … Geschichten um Mumien sind eigentlich irgendwie immer _sehr_ ähnlich. Die hier vorliegende Geschichte erinnert an eine Mixtur aus dem damals aktuellen Film „Die Mumie“ und der siebten Folge der alten Neon Grusel-Serie von H.G. Francis. Die Idee zu dieser Geschichte stammt übrigens von einem gewissen Frank Sky, der dem einen oder anderen als niemand geringeres als H.G. Francis bekannt sein dürfte. Somit kommt dem erfahren Hörspielhörer ein Großteil der Ideen sicherlich doch irgendwie bekannt vor. Allerdings unterscheidet sich diese Hörspielumsetzung in einem entscheidenden Punkt von der „Begegnung mit der Mörder-Mumie“ und das ist der Punkt: Spannung. Die Handlung plätschert einfach so dahin, ohne das etwas Interessantes, Spannendes oder gar unheimliches passiert. 40 Minuten sind vergangen, wenn die Mumie dann endlich zum Leben erwacht und auch an dieser Stelle vermisst man etwas recht schmerzlich: Dramaturgie. Auch in den verbleibenden 25 Minuten, wenn nun die Mumie endlich ihr Unwesen treibt wird es nicht spannender. Insgesamt betrachtet hat man eine eigentlich gute Idee fast schon schlecht umgesetzt. Der Unterhaltungswert ist für meine Begriffe recht gering, weil man als Hörer schnell das Interesse verliert und nicht mehr so wirklich zuhört.

Sprecher:
Was für Sprecher! Da fühlt man sich schnell an die „gute alte Zeit“ erinnert. Wenn Leute wie Franz-Josef Steffens, Rainer Schmidt, Beate Hasenau oder Michael von Rospatt mit von der Partie sind, kann man sich eigentlich sicher sein, dass hier nichts schief geht. Aber eben doch nur eigentlich, denn Beate Hasenaus Leistungen wirkten auf mich doch etwas überzogen. Wenn man sich nun noch eingesteht, dass die Performance von Michiko Haga (als Pflegerin) total daneben ist, dann hat man aber auch schon alle Schwachstellen der Sprecher aufgedeckt. Zum Glück sind die Rollen der beiden Damen auch nicht derart tragend, dass sie den ansonsten überwiegend sehr guten Eindruck wesentlich nach unten ziehen können. Auf die Regie von Konrad Halver kann man sich also doch zu 95% verlassen.

Musik und Effekte:
Auch wenn die Geschichte nicht wirklich begeistern kann, so verfügt dieses Hörspiel aber dennoch über einen Aspekt, der sehr wichtig ist: Atmosphäre. Das Entstehen letzterer ist zu großen Teilen auf die sehr gelungenen Musikeinspielungen zurückzuführen, die ein sehr passendes ägyptisches Flair transponieren. Hinzu kommen noch die passenden Effekte, die dem Hörer dabei helfen sich die jeweiligen Situationen vorzustellen. Dennoch ist auf der Seite der Technik nicht alles im grünen Bereich. Die Übergänge zwischen verschiedenen Szenen wirken sehr holperig, da der Ton der letzten Szene einfach komplett ausgeblendet wird und der Hörer für einen kurzen Moment „in der Luft hängt“. Wenn man schon so gelungene musikalische Einspielungen einsetzt, so hätte man mit Hilfe der Musik fließende Übergänge schaffen sollen. Zwar überwiegen auch hier die positiven Aspekte, doch 100%ig überzeugend ist die technische Seite dieser Produktion nicht.

Fazit:
Grusel hatte anno 1999 eine Hochzeit und auch nach mehr als 6 Jahren hat sich wenig am Boom der unheimlichen Hörspiele geändert. Nur gibt es eben ein Problem bei „Die Rache der Mumie“: Das Hörspiel ist nicht unheimlich und dürfte bei Fans des Grusel-Genres dementsprechend kein besonders großen Anklang finden. Ich frage mich überhaupt, wer von dieser Produktion wirklich angesprochen werden soll. Laut Aufdruck, soll es ab 12 Jahren empfohlen sein, nur dürfte das Cover wohl kaum einen 12-jährigen dazu bringen sich dieses Hörspiel zu kaufen. Für die Hörer älteren Semesters bietet die Produktion auch herzlich wenig, da sie weder unheimlich noch besonders spannend ist. Dennoch kann das Hörspiel vor der Kategorie „schwach“ gerettet werden, was an den wirklich guten Sprechern und der gelungenen Atmosphäre liegt. So findet sich diese Produktion insgesamt betrachtet im qualitativen Mittelfeld wieder. Man kann sie durchaus mal hören, aber man verpasst auch nichts wenn man sie nicht kennt.



lord gösel