Der
kleine Lord




Inhalt:
Der kleine Cedric Errol erfährt in New York im Jahr 1900 unverhofft, dass er der Erbe eines englischen Grafentitels ist. Sein Großvater, der Earl of Dorincourt, lässt ihn nach England holen, um seine Erziehung zu übernehmen. Im ehrwürdigen Schloss des griesgrämigen Earls bringt der charmante amerikanische Bengel schon bald einiges in Bewegung ...

Story:
Was läuft kurz vor den Weihnachtsfeiertagen immer im Fernsehen? Richtig, der kleine Lord. Doch den kleinen Lord gibt ja bekanntlich auch als Buch aus der Feder von Frances H. Burnett. Nach dem Titania Medien anno 2004 „Fröhliche Weihnachten, Mr. Scrooge!“ veröffentlichte, hat man sich nun eben den „kleinen Lord“ vorgenommen und eine 100-minütige Hörspielversion daraus geschaffen. Die Geschichte dürfte inhaltlich jedem bekannt sein und die Bearbeitung von Marc Gruppe präsentiert sich extrem kurzweilig und sehr unterhaltsam. Mal geht es lustig und eher locker zu, während einige Passagen den Hörer doch auch nachdenklich stimmen. Somit stellt auch diese Hörspielumsetzung wesentlich mehr als „nur“ Unterhaltung für Kinder dar. Nicht nur zur Weihnachtszeit macht das Hören Spaß, sondern auch einfach „mal so“ und im Kreise seiner Lieben. Beste Unterhaltung ist hier garantiert!

Sprecher:
Große Innovationen bei den Sprechern bleiben aus. Die Leute, die man hier zu hören bekommt, kennt man schon aus den übrigen Produktionen, die Titania Medien im letzten Jahr (05) veröffentlich hat. Aber, warum sollte man auch die Besetzung ändern, wenn man derart hochkarätige Sprecher im Studio hatte? Die Namen der Beteiligten sprechen eigentlich schon für sich: Evelyn Maron, Dagmar von Kurmin, Heinz Ostermann (toll als Gemischtwarenhändler Mr. Hobbs), Matthias Deutelmoser oder David Nathan … da erwartet man einiges und die Erwartungen werden auch vollkommen erfüllt. Besondere Erwähnung sollte noch Lucas Mertens finden, der den kleinen Lord Cedric Errol spricht. Seine lockere und unglaublich sympathische Art, rundet die Seite der Sprecher ab, so dass man allen Beteiligten sehr gute Leistungen attestieren kann. An dieser Stelle auch noch mal ein Lob an die Regie von Marc Gruppe und Stephan Bosenius, die sich hier nahezu keine Patzer leistet.

Musik und Effekte:
Passend zu der Zeit in der das Hörspiel stattfindet, hat man sehr passende Melodien in das Geschehen eingemischt. Es kommt über die volle Distanz dieses angenehme „schwarz-weiss-Film-Flair“ auf, welches das Hörvergnügen nochmals steigert. Auch bei den Effekten bleibt man sich im Hause Titania treu und enttäuscht die Hörerschaft keineswegs, auch wenn diese Produktion natürlich wesentlich „unauffälliger“ ist, als so mache Folge des „Grusel Kabinetts“. Technisch ist man also nach wie vor absolut auf der Höhe der Zeit und liefert sehr gute Arbeit ab.

Fazit:
Es ist fast schon unheimlich mit welcher Kontinuität es das Team Gruppe/Bosenius schafft, Hörspiel-Produktionen auf höchstem Niveau abzuliefern. Man hat einfach ein unglaublich gutes Gespür für das Auswählen von Geschichten und Schreiben von kurzweiligen und spannenden Skripten scheint man nahezu im Schlaf zu beherrschen. Wenn man dann noch einen Teil von Deutschlands Synchronelite im Studio hat und auch technisch genau weiss, wie ein Hörspiel auf der Höhe der Zeit zu klingen hat, so kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Was könnte den potentiellen Käufer denn vom Kauf dieser TOP-Produktion abhalten? Das Cover! Die Zeichnung macht irgendwie einen „billigen“ Eindruck und passt so gar nicht zu der Klasse, die hier sonst geboten wird. Also … nicht vom Cover täuschen lassen. „Der kleine Lord“ dürfte wohl eines der besten Einzelhörspiele des Jahres 2005 sein!



lord gösel