Der
Drachentöter

|
Inhalt: Uns wird in alten Geschichten viel Wunderbares erzählt ... Geschichten, in denen Erstaunliches geschieht ... Story: "Ein Hörspiel frei nach dem Nibelungenlied" lautet der Untertitel dieser Produktion und diese Interpretation ist wirklich SEHR frei. Siegfried ist alles andere als ein strahlender Held. Vielmehr ist er hier ein Loser, der sich hoffnunglos verliebt und sich darum einige abenteuerliche Geschichten ausdenkt. Die Art und Weise der Erzählung erinnert nicht selten an Mel Brooks und auch mit Kraftausrücken wird hier nicht gespart. Sicherlich muss man diese Art von Humor mögen, aber wenn man sich darauf einlässt, kommt man stellenweise aus dem Lachen nicht mehr heraus. Leider geht der Geschichte ab der Hälfte der zweiten CD etwas die Puste aus und man verzettelt sich etwas in "Laberreien" wodurch sich das Ende doch etwas zieht. Insgesamt betrachtet bekommt man aber eine wirklich witzige und ungewöhnliche Interpretation der Nibelungensaga geliefert. Sprecher: Die bekannteste Stimme hier dürfte wohl Ernst August Schepmann sein, der den Hörer als "Minnesänger" durch das Geschehen führt und es dabei sowohl schafft wie ein klassischer Erzähler zu klingen und auf der anderen Seite es auch schafft comedy-artige Einschübe zu meistern. Beispielsweise eine Diskussuin über die wissenschaftliche Deutung des Nibelungenlieds mit einer der mitspielenden Figuren. Bei einem Grossteil der anderen Sprecher handelt sich auch Theater- oder Fernsehschauspieler und dementsprechend gibt es hier keine groben Patzer oder gar völlige Fehltritte zu hören. Die Sprecher können überzeugen. Musik und Effekte: Die Musik ist genau passend und untermalt den mittelalterlichen Charaker, doch an der ein oder anderen Stelle schleichen sich augenzwinkernd rockige Töne ein, nämlich wenn Siegfried seiner angebeteten Kriemhild ein "wunderbares" Lied singt. Die Effekte sind stellenweise arg übertrieben, als Beispiel seien mal die Sounduntermalung bei "Prügeleien" genannt, doch dies ist fraglos gewollt, das es den comedyartigen Charakter unterstreicht. Fazit: Wer die Filme von Mel Brooks mag, sollte mal ein Ohr auf diese Hörspielproduktion werfen. Karsten Sarnoch liefert eine eigenwillige, schamlose und unglaublich lustige Adaption des Nibelungenliedes ab. In dieser Form darf man sich ruhig weitere "Klassiker" vornehmen und neu interpretieren. Eine gelungene Produktion, bei der sich lediglich das Ende etwas zieht. Gut. ![]() ![]() ![]()
Anmerkung: Weitere Informationen zu diesem Hörspiel findet ihr unter folgendem Link: www.bandsalatmedien.de lord gösel |