H. P. Lovecraft
Bloodgate




Inhalt:
Bloodgate:
KONNI findet in einem Herrenhaus am Meer das Necronomicon; ein Buch, welches ihm verspricht, seine verstorbene Frau MARION ins Leben zurückzurufen!

Das Fass Amontillado (Poe goes Jazz):
Der AUTOR lädt seinen unerträglichen Freund FORTUNATO zum Wein für die Ewigkeit.

Story:
Bloodgate soll der Kaufgrund für diese Produktion sein. Es handelt sich um eine Geschichte, die aus der Feder von Horror-Altmeister H.P. Lovecraft stammt. Nun hat man daraus ein etwa 22 Minuten dauerndes Hörspiel gebastelt. Ja, gebastelt ist leider genau das richtige Wort dafür. Hier kommen stellenweise Dialoge zum Einsatz, bei denen ich mich doch sehr stark nach der Bedeutung der Gespräche für die Handlung frage. Als Beispiel hierfür kann man direkt den Beginn mit dem LKW-Fahrer heranziehen, oder auch KONNIS Besuch in der Stadt um sich Farben zu kaufen. Es ist schon eine wahre Kunst, 22 Minuten mit einer ganzen Stange von unnötigen Dialogen zu füllen. Was noch erschwerend hinzukommt, sind die Monologe von KONNI selbst, die mich stellenweise an „kultige“ TSB-Skripte erinnern. Das Hören dieser Geschichte hat mir nicht im geringsten Spaß gemacht. Die Handlung ist einfach nicht dazu gemacht, als Hörspiel vertont zu werden. „Bloodgate“ geht somit als ziemlich Enttäuschung durch, doch zum Glück gibt es ja noch den „Bonus“ in Form von „Das Fass Amontillado“. Diese Produktion ist keineswegs neu und schon unter dem Titel „Poe goes Jazz“ bekannt. „Verbrochen“ hat das ganze Konrad Halver. Inhaltlich wesentlich besser und da es sich im Großen und Ganzen um eine Lesung handelt, stimmt auch hier der Inhalt. Ein verdammt schwacher Inhalt plus einen ordentlichen macht dann insgesamt einen durchschnittlichen Eindruck.

Sprecher:
Eigentlich könnte man das ganze einen „KONNI-Alleingang“ nennen, denn 90% der Sprecherarbeit wird von ihm erledigt. Da verspricht man, dass es bei Bloodgate Marion “Angelina Jolie” von Stengel und Peer “Robin Williams” Augustinski zu hören gibt und dann sind die Auftritte derart klein, dass sie überhaupt nicht zur Geltung kommen. KONNI selbst, hat dafür gleich mindestens drei Rollen eingesprochen und liefert sich direkt zu Beginn einen Dialog mit sich selbst. Was er bietet ist ohne Frage in Ordnung, aber irgendwie hat er stellenweise auch mit einem arg schweren Skript zu kämpfen. Stichwort auch hier wieder: TSB. Ganz anderes Kaliber hingegen wieder „Das Fass Amontillado“. KONNI ist hier in der Gestalt des Poe zu hören und sein unliebsamer Freund wird von Ali Sommer gesprochen. Betrachtet man auch hier beide Produktionen zusammen, so kann man den Sprechern insgesamt gute Arbeit attestieren.

Musik und Effekte:
Was macht man, wenn man es irgendwie schaffen muss, die Spielzeit eines Hörspiels zu strecken? Man kann zusätzliche Dialoge einbringen, die für die eigentliche Handlung keine Relevanz haben (wie man es auch gemacht hat) und man kann viel Musik zwischen den verschiedenen Szenen einspielen. Auch dieses praktiziert man hier. Manche Musikeinspielung bringt es auf mehr als 1 Minute, was in Relation zu den 22 Minuten Spielzeit von Bloodgate schon eine gewisse Unverschämtheit darstellt. Die Effekte hingegen erweisen sich als in Ordnung und können das Geschehen ordentlich untermalen. Beim „Fass Amontillado“ hingegen können beide Aspekte überzeugen.

Fazit:
Würde die vorliegende CD nur Bloodgate beinhalten, so würden unter dieser Rezension 2 Sterne und das Prädikat schwach stehen, denn bei Bloodgate wirkt auf mich leider gar nichts wirklich rund. Die Bearbeitung der Geschichte schafft es trotz 22 Minuten Spielzeit mit kleinen Längen zu glänzen und bietet einige Skriptpassagen, die man in der heutigen Zeit nur noch ungern hört. Konrad Halver als Sprecher kann zwar überzeugen, aber wieso der Gute gleich drei Rollen einsprechen musste (von denen die 2 zu Beginn völlig überflüssig sind) kann ich nicht nachvollziehen. Die Musik stellt eine weitere Problematik dar, da die Einspielungen zwischen den Szenen einfach viel zu lang sind. Zum Glück gibt es noch den „Bonus“ in Form von „Das Fass Amontillado“. Letztere Produktion ginge als GUT durch und wenn man nun beides zusammen zieht, so kommt man insgesamt für das gesamte Werk auf einen durchschnittlichen Unterhaltungswert. Man kann also durchaus mal reinhören. Wer allerdings „Das Fass Amontillado (Poe goes Jazz)“ bereits sein eigen nennt, der kann auf Bloodgate meiner Meinung nach getrost verzichten. 6,99 + 2,50 für Porto kann man lieber in etwas anderes investieren, als in eine gebrannte CD, die in einem Slimcase daherkommt und nur einen durchschnitllichen Inhalt zu bieten hat.



lord gösel