Kommissar Dobranski (8)
Tod eines Freiers

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Inhalt: Schuldirektor Engström wird nackt und mit gebrochenem Genick in seinen eigenen Exkrementen gefunden. Mord oder Unfall bei bizarren Sexspielen? Dobranski tappt im Dunkeln, bis ihn der halbwüchsige Mario und nicht zuletzt sein Kollege Rakete auf die richtige Spur bringen... Story: Der Blick auf die Spielzeitangabe verwunderte mich schon: 41 Minuten? Recht wenig Spielzeit für einen Dobranski, aber ich rufe mir meine eigenen Worte aus einigen Rezensionen ins Gedächtnis zurück: Masse != Klasse. Alte ???- und TKKG-Folgen hatten schließlich auch nicht mehr Spielzeit. Dennoch gibt es einen sehr entscheidenden Unterschied zwischen den alten EUROPA-Hörspielen und der achten Hörspielfolge Dobranskis. Verging bei ??? und TKKG die Zeit wie im Fluge, so dehnt sie sich hier aus. 41 Minuten können verdammt lang sein, nämlich genau dann, wenn die Geschichte so gar nicht in Fahrt kommen will. Dabei kommt das Intro noch äußerst interessant daher und auch die Besichtigung des Tatorts ist im typischen Dobranski-Stil. Danach hat Autor Kalle Geisendorf (Mastermind von Braintone) aber irgendwie den Faden verloren, denn die folgende Viertelstunde bringt die Handlung wenig bis gar nicht voran und bei den Szenen mit Mario habe ich mich irgendwie nach dem Sinn gefragt. Die emotionalen Ausbrüche, die hier zu hören sind passen nicht so Recht zu dem Bild Dobranskis, dass in den vorherigen sieben Folgen aufgebaut wurde. Die Auflösung kommt am Ende im Hauruck-Stil daher und wirkt irgendwie zurechtgebogen. Manches wirkt auch nicht so ganz logisch, so dass ich bei „Tod eines Freiers“ vom schwächsten Dobranski bisher sprechen möchte. Am Ende hatte ich eigentlich keine Lust die Folge nochmals zu hören und das ist mir bisher bei keiner anderen Folge passiert. Von der Geschichte insgesamt eine schwache Vorstellung. Sprecher: Kommen wir zunächst zu den positiven Aspekten dieser Folge: Konrad Halver ist das Aushängeschild der Serie und auch hier zeigt er wieder, dass er trotz seines Alters (oder grade deswegen?) rein gar nichts verlernt hat. Es macht einfach Spaß ihm in seiner Rolle zuzuhören. Ebenfalls sehr erfreulich ist, dass sich ein weiterer bekannter Sprecher aus alten Tagen in die Serie verirrt hat: Michael von Rospatt übernimmt die Rolle von Polizeipräsident Müller-Urlauh und man darf damit rechnen ihn wohl auch in weiteren Folgen der Serie zu hören. Sein Auftritt ist zwar nur kurz, aber dennoch überzeugend. Auch der Rest der männlichen Besetzung zeigt sich von einer guten Seite. Zwar merkt man den Sprechern von Rakete und Dr. Adamski an, dass sie nicht in einer Liga mit von Rospatt und Halver spielen, aber dennoch gehen ihre Leistungen in Ordnung. Nicht ganz so gelungen fand ich hingegen Marco Pieper als Mario Diebert. Manche Passagen klangen irgendwie zu gezwungen cool. Wer allerdings für meine Begriffe völlig neben der Spur liegt, sind die beider Sprecherinnen der weiblichen Nebenrollen. Grade Gilda Mempel klebt als Frau Zimmermann geradezu am Text und wirkt schrecklich amateurhaft, was die Sprecherleistungen insgesamt leider nur noch als befriedigend durchgehen lässt. Musik und Effekte: Technisch gab es bisher ja eigentlich immer herzlich wenig an dieser Serie auszusetzen, dass wird sich mit dieser Folge doch wohl nicht ändern, oder? Nun, indirekt schon. Man verstehe mich nun nicht falsch: Die verwendeten Musiken haben immer noch Charme und drücken der Serie einen ganz eigenen Stempel auf und die Effekte sind passend, aber für meinen Geschmack hat man es diesmal mit dem Einsatz der Musik übertrieben. Einige Szenen sind derart kurz, dass die Musikstücke die Drumherum gespielt werden länger sind als die Szenen selbst. Vielleicht war das eine Möglichkeit um die eh schon recht kurze Spielzeit zu strecken? Ich weiß es nicht, aber letzten Endes bleibt immer noch der Eindruck, dass die technische Umsetzung des Hörspiels der gelungenste Aspekt der Folge ist. Fazit: Nach hohem Flug mit Folge 7 folgt mit „Tod eines Freiers“ ein tiefer Fall. Von den bisherigen Folgen ist die achte in meinen Augen die schwächste. Hier treffen aber auch mehrere negative Aspekte aufeinander. Der schwerwiegendste ist die Geschichte: Trotz der knappen Spielzeit von 41 Minuten zieht sich die Handlung ziemlich in die Länge, was an einigen Szenen liegt, die kaum Relevanz für das eigentliche Geschehen haben. Hinzu gesellen sich einige Ungereimtheiten und die Action-Einlagen vermisst man ebenso wie den sonst so prägenden Humor der Serie. Bei den Sprechern zeigt man sich auch nicht grade von der besten Seite, da grade die weiblichen Sprecher sehr amateurhaft daherkommen und neben Leuten wie Konrad Halver und Michael von Rospatt sehr verloren wirken. Die technische Seite zeigt sich solide wie immer, wenn man auch an einigen Stellen den Eindruck hat, dass das Hörspiel durch die Musik gestreckt wurde. Es war der erste Dobranski bei dem ich am Ende folgenden Gedanken hatte: „Jo … muss ich wohl nicht so bald wieder hören“ und dementsprechend kann ich für diese Folge auch keine Empfehlung aussprechen. Auch das Prädikat durchschnittlich trifft es diesmal nicht, denn das hieße, dass man sich die Folge ruhig mal anhören könnte und so ist es für meinen Geschmack eben nicht. Somit bleibt am Ende ein schwacher Eindruck, zwei Sterne für Folge 8 und die Hoffnung, dass die weiteren Folgen sich eher an dem Niveau der Nummern 2,3,5 und 7 orientieren werden. ![]()
lord gösel |