Kommissar Dobranski (7)
Außer Kontrolle!

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Inhalt: Ein Kioskbesitzer wird brutal gefoltert und mit Spiritus vergiftet, seine philippinische Frau und sein Baby sind verschwunden. Dobranski ermittelt. Als ein zerstückelter Student aufgefunden wird, scheint alles auf einen irren Mörder hinzuweisen. Doch Dobranski kommt einem tödlichen Duo aus der Studentenverbindung auf die Spur... Story: Nachdem sich Horst Dobranski in der sechsten Folge seiner Hörspielserie eine (unfreiwillige) kleine Auszeit nahm und das Feld Kollegen Tom Hansen überließ, ist er nun wieder dabei und zeigt, wie ein echtes Dobranski-Hörspiel sein muss. Diesmal geht es auch wirklich heftig zur Sache, und wer meinte, dass man in den bisherigen Folgen schon das maximale an Brutalität zu hören bekommen habe, der kann sich hier eines Besseren belehren lassen. Es wird reichlich derbe und krank „rumgespalttert“, was man in Zusammenhang mit einer zerstückelten Leiche wirklich wörtlich nehmen kann. Was hier an die Ohren des Hörers dringt ist ohne Frage verdammt hart und dieses Hörspiel sollte für meine Begriffe unbedingt eine Altersempfehlung „Ab 16 Jahren“ tragen, denn für Kinderohren ist das Gebotene nun wirklich nicht bestimmt. Dem gegenüber stehen dann kurze Episoden aus dem schwierigen Leben eines geschiedenen Mannes, der sich mit den Beziehungsproblemen seines schwulen Sohnemannes herumschlagen muss. Dummerweise „verbrüdert“ sich Sohn Theo auch noch mit Kollege Hansen und gemeinsam sind sie fast unerträglich nervig. Armer Kommissar. Ja, so macht das Hören auf jeden Fall wesentlich mehr Spaß als mit der Solonummer Hansens. Spannend, kurzweilig und hart … allerdings in meinen Ohren schon ZU hart. Ich bin nun nicht zart besaitet, kann mir aber vorstellen, dass die „Armabsägszene“ diversen Leuten ZU krass sein dürfte. Dennoch habe ich mich hier wirklich gut unterhalten gefühlt. Sprecher: Dobranski ist wieder dabei und dementsprechend kann Konrad Halver wieder zeigen, was in ihm steckt. Auch Dauermitsprecher Robert Missler ist natürlich mit dabei und übernimmt eben so selbstverständlich die Rolle des „bösen Buben“. Es ist immer wieder erstaunlich, wie wandlungsfähig Missler ist. Die Rolle eines Studenten kauft man ihm jedenfalls ohne Probleme ab und wenn er in seiner Rolle langsam durchdreht, so klingt dies schon erschreckend realistisch. Hut ab für diese Leistung. In den verbleibenden Rollen tummeln sich nicht grade die Synchronstars Deutschlands, aber dennoch lässt so manche Leistung aufhorchen. Als Beispiel sei an dieser Stelle Asad Schwarz-Msesilamba genannt. Ich kannte den Guten vorher nicht, aber was er hier abliefert ist ohne Frage beachtlich. Grade seine Schreikünste sind eine Klasse für sich. Leider gibt es sprechertechnisch aber auch einen kleinen Fehltritt und der hört auf den Namen Gabi Liehmann und spricht die Mutter des Kioskbesitzers. Die Performance ist absolut steif und nahezu alles wirkt abgelesen, leider. Zum Glück ist der Auftritt aber nicht zu groß, so dass die Leistungen sich insgesamt immer noch das Prädikat gut verdient haben. Musik und Effekte: Ich habe ein ähnliches Problem, wie auch bei diversen EUROPA-Hörspielen, denn ich weiß allmählich nicht mehr so recht, was ich zu diesem Punkt noch schreiben sollte ohne mich zu wiederholen. Seit Folge 1 hat man hier eigentlich immer ordentliche Leistungen abgeliefert und auch beim siebten Abenteuer des bärbeißigen Kommissars gibt man sich keine Blöße, im Gegenteil: Die verschiedenen Melodien sind nun bekannt, laden zum Mitsummen ein und drücken der Serie ihren ganz eigenen Stempel auf. Obendrauf kommen noch realistische und passend eingemischte Effekte und fertig ist eine technische Seite, die sich in allen Belangen hören lassen kann. Fazit: Die letzte Folge stellt zum Glück nur einen Ausrutscher dar, denn mit „Außer Kontrolle!“ bekommt man Dobranski wieder genau so zu hören, wie man ihn erwartet: Sarkastisch, spannend und auch hart. Genau dies ist aber auch der Knackpunkt wieso ich mich scheue für diese Folge die Höchstwertung von 5 Sternen zu vergeben. Man ist aus der Serie sicherlich schon einiges gewohnt (grade aus Folge 2), aber hier treibt man es mit der Gewalt doch eine Spur zu weit. An „vertonten Splatterfilmen“ hat man sich schon bei Giftstachel versucht und auch das war nicht wirklich eine Sternstunde der Hörspielgeschichte. Gottlob ist es hier nur eine heftige Szene, der auch noch eine große Portion Humor gegenübersteht. Sieht man davon einmal ab, dann gibt es beim siebten Dobranski herzlich wenig Anlass zur Kritik, denn den kleinen Fehltritt, namentlich Gabi Liehmann, macht man durch das Trio Halver, Missler und Schwarz-Msesilamba mehr als wett. Als i-Tüpfelchen noch die gelungene technische Seite und fertig ist ein weiteres Hörspiel, dass man sich als der Fan der Serie nicht entgehen lassen sollte. Wieder knapp vorbei an der Höchstwertung und sogar noch knapper als das schon sehr gelungene 5. Abenteuer. Hoffen wir nur, dass die Absatzzahlen der Serie stimmen, denn ich orakele mal, dass hier grade ein Stück Hörspielgeschichte geschrieben wird. ![]() ![]() ![]()
lord gösel |