Kommissar Dobranski (4)
China Express

|
Inhalt: Der weltberühmte Arzt Dr. Li Jung wird tot aus dem Hafenbecken gezogen. Als Dobranski von einer undurchsichtigen chinesischen Agentin kontaktiert wird, stellt sich schnell heraus, dass Li Jung in illegalen Organhandel verwickelt war! Als sich die Russenmafia einschaltet, bezahlen Dobranski und sein Kollege Hansen ihre Neugier fast mit dem Leben... Story: In seinem vierten Hörspielabenteuer bekommt der bärbeißige Kommissar aus Hamburg es mit ganz besonders fiesen Gegner zu tun, denn die chinesische Mafia streckt ihre Fühler nach Deutschland aus. Dobranski muss sich mit einem toten Arzt und einer ganzen Menge blauer Bohnen in dieser Folge auseinandersetzen, denn wenn die Mafia ihre Finger im Spiel hat, dann geht es nicht grade zimperlich zu. Vielleicht übertreibt man es diesmal ein wenig bei der Geschichte, denn so manche Szene wirkt doch ziemlich dick aufgetragen, grade für einem kleinen Kommissar wie es Dobranski sein soll. Agenten und Mafia … da fühlt man sich eher wie bei James Bond, was der Held der Serie auch selbst sagt. Auch wenn es diesmal also vielleicht etwas überzogen zugeht, so sind die 46 Minuten doch überaus spannend und erfreulich kurzweilig geraten. Wer die ersten drei Folgen der Serie mochte, der dürfte auch an „China Express“ seinen Gefallen finden, auch wenn die Geschichte das Niveau der letzten beiden Geschichten nicht ganz halten kann. Sprecher: Die Sprecher sind diesmal wirklich allesamt richtig gut. Grade Konrad Halver in der Hauptrolle gibt hier mal wieder so richtig Vollgas. Es ist egal, ob er als Erzähler oder als spielende Figur zum Einsatz kommt. Grade in den gespielten Passagen kann Halver auftrumpfen, denn er beweist, dass er sehr wandlungsfähig ist. Egal ob sarkastischer Spruch in der Polizeikantine, oder Geschrei unter Beschuss … es klingt einfach überzeugend. Witzig ist allerdings diesmal die Tatsache, dass hier das umgekehrte Phänomen aus Folge 1 eintritt. Während man bei Folge 1 sich bei mancher Erzählerpassage dachte, dass man die ruhig hätte streichen können, wünscht man sich hier an ein, zwei Stellen mehr Erzählertext herbei um zu wissen was nun eigentlich passiert. 30 Sekunden Schüsse sind irgendwie nicht grade selbsterklärend. Wie in jeder Folge bisher, gibt es auch diesmal wieder Robert Missler zu hören. Allerdings mimt er diesmal keinen Ganoven sondern einen Hafenarbeiter, was ihm auch gut gelingt. Neben diesen beiden bekannten Stimmen, findet man bei dieser Folge auch noch einige weitere bekannte Namen: Marion von Stengel übernimmt die Rolle der undurchsichtigen Informantin Lucy Lu, die scheinbar noch öfter in Erscheinung treten soll. Das wäre überaus wünschenswert, denn ihre Leistung ist absolut überzeugend. Neben ihr sind hier noch Manfred Liptow und Sabine Hahn zu hören, aber in eher kleineren Rollen. Wie bereits eingangs geschrieben, die Sprecher sind diesmal richtig gut und ich würde sogar sagen, dass es sprechertechnisch die bisher stärkste Folge der Serie ist. Musik und Effekte: Der Soundtrack der Serie hat sich ordentlich entwickelt. Man verwendet immer wieder Stücke, die man aus den bisherigen Folgen der Serie kennt und das sorgt für Wiedererkennungswert. Hinzukommen immer mal wieder neue Melodien, die den Kosmos der Serie erweitern und sich gut in das bisherige Gehörte einfügen. Bei den Effekten geht es wieder hoch her, denn hier will so einiges im Ohr zum Leben erweckt werden. Vorallem die beiden Schießereien dürften alles andere als einfach umzusetzen gewesen sein, doch es ist überaus gut geworden, was man vor die Ohren bekommt. Um die technische Seite braucht man sich also keinerlei Sorgen zu machen, denn die ist gut wie immer bisher. Fazit: Rein von der Geschichte kann man das Niveau der beiden letzten Folgen nicht ganz halten. An einigen Stellen geht es dann doch etwas abgehoben zu, was nicht so recht zu den bisherigen Erlebnissen des Kommissars passen will. Dafür wird man aber durch die bis dato sprechertechnisch stärkste Folge der Serie entschädigt. Auf diesem Level darf es ruhig weitergehen. Um die Technik braucht man sich nicht zu sorgen, denn schon seit Folge 1 weiß man, wie man ein Hörspiel ordentlich untermalen muss. Für alle Fans der Serie (sofern es nach 3 Folgen schon jemanden gibt, der sich als echter „Fan“ bezeichnen will) gibt es wieder genau das, was man in den letzten Folgen lieb gewonnen hat: Krimi-Kost der härteren Gangart, gemixt mit einer Portion sarkastischer Sprüche. Also … wer es schon kennt und mag, sollte auch hier wieder zugreifen und wer’s noch nicht kennt sollte auch definitiv mal ein Ohr riskieren, denn diese Serie hat reichlich Potential! GUT. ![]() ![]() ![]()
lord gösel |