Die letzten Helden (3)
Die Wüste der Ewigkeit




Inhalt:
Der Weg zum Konzil der Elemente, jenem geheimnisumwitterten Ort, an dem magisches Wissen verankert liegt, scheint für den Magier X und seinen Begleiter Amon von Falkenfels vorerst beendet. Gefangen und X' magischen Fähigkeiten beraubt, verschleppen Sklavenhändler sie in die Wüstenhauptstadt Karakesh, wo sie getrennt voneinander verkauft werden. Während es X gelingt, seinem Käufer zu entkommen, muss Amon nicht nur sein Geschick im Zweikampf auf Leben und Tod in der Arena beweisen, sondern auch das Wüstenmädchen Aisha beschützen. Doch was hat es mit den immer wieder auftauchenden Harpyien auf sich? Und welche Rolle spielt der alte Magier Nebahath in diesem Spiel? Erstmals steht X vor einem Rätsel, dass er scheinbar selbst mit all seinem Wissen und Verstand nicht zu lösen vermag...

Story:
Mit „Die Wüste der Ewigkeit“ steht bereits die zweite Doppel-CD der Serie „Die letzten Helden“ an. Die Spielzeit liegt bei etwa 140 Minuten und somit ist die dritte Folge nochmal ein ganzes Stück länger als das Debüt. Wer nun aber denkt, dass mit dieser hohen Spielzeit doch sicherlich eine gewisse Portion Langeweile Hand in Hand geht, der hat sich getäuscht und das sogar ziemlich gewaltig. Den Inhalt von „Die Wüste der Ewigkeit“ hätte man sogar auf zwei Folgen verteilen können, ohne das sich hier vermutlich jemand aufgeregt hätte. Hier hat Autor David Holy also erneut sehr überzeugende Arbeit geleistet und eine von vorne bis hinten spannende Geschichte verfasst. Einerseits bekommt man hier ein spannendes Stand-Alone-Abenteuer serviert, in dem es aber andererseits auch einige wichtige Informationen für das große Ziel der Serie gibt: Die Suche nach dem Konzil der Elemente. Erneut wagt man sich auf neues Terrain und präsentiert mit der dritten Folge keineswegs ein Abziehbild der ersten beiden Geschichten. Stellenweise erinnert das Geschehen an den Film „Gladiator“, aber das Ende der Geschichte bietet noch genug Eigenständigkeit um zu überzeugen. Was allerdings wieder etwas auffällt, ist der recht eigenwillige Humor des Autoren. Ich persönlich fand „Ali Bapa und seine 39 Räuber“ jetzt nicht besonders witzig, sondern eher albern. Zum Glück hält man sich aber über die meiste Zeit mit derartigen Witzchen zurück und eine kurze Einlage kann ich noch verschmerzen, solange es eben keine Überhand nimmt. Wie auch schon die ersten beiden Folgen, so kann auch die dritte inhaltlich überzeugen, bietet sie doch solide und spannende Unterhaltung aus dem Fantasybereich.

Sprecher:
300 Sprecher sind für die gesamte Serie aufgenommen worden und bei der hier vorliegenden Folge kommen auch wieder einige zum Einsatz. Ganze 37 Rollen weist das Hörspiel auf diesmal hören nicht allzuviele auf Namen der Marke Zwerg1-5 und 7, sondern 26 der Rollen haben auch „echte“ Namen. Hier geht es nicht selten sehr prominent zu, denn Leute wie Ingo Albrecht (Artemis), Bernd Vollbrecht (Kamil), Ernst Meincke (Hasredin), Martin Kessler (Kasmir) oder Michael Pan (Ali Bapa … wie witzig) geben sich hier die Klinke und die Hand. Alle genannten sind durch die Bank Profis und das hört man ihren Leistungen ganz einfach an. An dieser Stelle also auch ein klares Lob an die Regie von Björn Korthof, denn nicht immer sind große Namen ein Garant für sehr gute Leistungen. Dafür trifft man in so mancher kleineren Rolle auf die nicht ganz so bekannten Namen und hier und da klingt doch mal etwas ein wenig steif. Allerdings sind das wirklich nur sehr kleine Rollen, so dass man diese kleinen Fehltritte nahezu problemlos verschmerzen kann. Was mir persönlich doch etwas schwerer im Magen lag, waren die Darbietungen der beiden „Kommentatoren“ der Kämpfe. Julien Haggéde (Machmuh) und Björn Korthof (Memeth) erfüllen zwar sicherlich die Anforderungen des Skripts gut, aber mir ging das dann doch ein wenig zu sehr in die Richtung Klamauk und das will für meine Begriffe nicht zum sonstigen Image der Serie passen. Ein paar kleine Abstriche muss mal also bei den Sprechern schon machen, aber in Summe überwiegen ganz klar die positiven Aspekte, so dass ich hier insgesamt noch von einem absolut guten Gesamtbild reden kann.

Musik und Effekte:
Auf der musikalischen Seite waren die beiden ersten Folgen der Serie ein absoluter Hochgenuß. Dieses sehr positive Bild setzt sich hier fort und findet sogar seinen (vorläufigen?) Höhepunkt. Konstantinos Kalogeropoulos präsentiert der Hörerschaft orientalische Klänge und diese sorgen genau für die Art von Atmosphäre, die man sich bei einem „Wüsten-Hörspiel“ vorstellt. Keine Frage: Weite Flächen voller Sand entstehen vor dem geistigen Auge, wenn die Musik ertönt und genau so soll es auch sein. Nicht minder imposant zeigt sich die Abteilung Sound, denn hier geht es nicht selten richtig zur Sache. Als Hörer erwartet man diesen Standard aber auch, denn bei der ersten Folge der Serie „Videospielhelden“, „Far Cry“, hatte das Team von Holysoft eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass man Soundlandschaften erschaffen kann, die klingen als seien sie einem Hollywood-Film entsprungen. In diesem Bereich der Produktion braucht man sich also keineswegs hinter der Konkurrenz zu verstecken. Alles in allem bietet man hier ein sehr überzeugende technische Umsetzung, die den Hörspaß ein gutes Stück steigert.

Fazit:
Auch mit „Die Wüste der Ewigkeit“ kann die Serie „Die letzten Helden“ ihr sehr hohes Niveau halten. In Summe nehmen sich die drei ersten Folgen relativ wenig und bewegen sich alle in etwa auf demselbem Niveau. Eine klare Stärke der Serie ist die inhaltliche Seite. Trotz 140 Minuten Spielzeit kommt hier zu keiner Sekunde Langeweile auf, sondern das genaue Gegenteil ist der Fall: Ständig passiert etwas und man muss als Hörer schon aufmerksam bei der Sache sein, um nichts zu verpassen. Autor David Holy bietet also solide und spannende Kost für Fans der Fantasy-Literatur. Ein paar kleine Abstriche muss man diesmal bei einigen kleinen Nebenrollen machen, die hier und da mal etwas zu steif wirken, aber dafür kann man auf der Seite der technischen Umsetzung so richtig punkten. Musikalisch läuft man hier jedenfalls zu absoluter Höchstform auf, und das gleicht die kleinen Fehltritte seitens einiger Gastsprecher gekonnt aus. Was mich auch wieder zum bereits gesagten zurückbringt: Alle drei Folgen bewegen sich in etwa auf demselben Niveau und das ist bei dieser Serie einfach sehr hoch. Fantasy-Fans kommen an dieser Folge auf keinem Fall vorbei und wer diesem Genre nicht gänzlich abgeneigt ist, sollte meiner Meinung nach auch ein Ohr riskieren. Von meiner Seite gibt es wieder eine klare Kaufempfehlung und das Prädikat TOP! Ich brenne auf die weiteren Folgen!



lord gösel