Die drei ??? Kids (15)
In der Geisterstadt




Inhalt:
Ein kleines Erdbeben erschüttert die kalifornische Küste und alle Einwohner flüchten an den nahen Strand. Innerhalb kürzester Zeit gleicht Rocky Beach einer Geisterstadt. Doch irgendetwas stimmt nicht und die drei ??? Kids haben einen schrecklichen Verdacht. Plötzlich sind sie ganz allein in einer menschenleeren Stadt - allein mit mächtigen Gegnern.

Story:
„Lang, länger, Die drei ??? Kids“, dieser Gedankengang flitzt unweigerlich durch meinen Geistesapparat, wenn ich eine neue Folge dieser Serie in meinen Player werfe. Dieses Vorurteil bestätigt sich auch hier wieder als richtig, denn Folge 15 bringt es auf fast 74 Minuten. Irgendwie verstehe ich nicht, wieso die Hörspiele immer so lang sein müssen, denn für meine Begriffe dürfte die Zielgruppe (also die Post-Benjamin und Pre-???-Hörer) Probleme haben, sich derart lange auf ein Hörspiel zu konzentrieren. Vielleicht sollte man die Arbeit des Skriptschreibens auch in andere Hände als Ulf Blanck legen, denn als Autor der Buchvorlage ist man sicherlich viel zu nah an dem Stoff dran. So sind nicht selten ganze Dialogpassagen 1:1 übernommen und man sollte für meine Begriffe schon ein Hörspiel als ein eigenständiges Medium und nicht als starre Vertonung des Originaltextes ansehen. So könnte man auch relativ problemlos die ersten 10-12 Minuten dieses Hörspiels auf 2 Minuten zusammenkürzen, ohne dass wirklich wichtige Informationen verloren gehen würden. Dafür geht es danach aber doch in einem ordentlichen Tempo voran und man wirft die ??? Kids hinein in eine bedrohliche Situation, aus der sie sich mit allerlei findigen Ideen befreien müssen. Die verschiedenen Szenen greifen schön ineinander und nahezu alles spielt hinterher noch eine Rolle, so dass man hier nahezu gar nicht mehr auf unnötiges Füllmaterial trifft. Rein inhaltlich zählt diese Folge für meinen Geschmack zu den besten Einträgen dieser Serie. Hier wird auf jedenfall ansprechende Unterhaltung für die etwas jüngeren Krimi-Hörer geboten.

Sprecher:
Bei den Sprechern ist das Bild relativ überschaubar. Neben den Protagonisten und den Dauernebenrollen sind noch fünf weitere Sprecher mit von der Partie. Hierbei handelt es sich ausnahmslos um Profis und dementsprechend kann man mit den erbrachten Leistungen sehr zufrieden sein. Natürlich muss man sich damit arrangieren können, dass es Hörspiele für eine jüngere Zielgruppe sind, und somit manche Charaktere etwas übertrieben dargestellt werden und dementsprechend mancher Sprecher mal ein wenig „drüber“ klingt. Dies gilt insbesondere für die bösen Buben der Serie. Allerdings hält sich das Ganze noch in einem ordentlichen Rahmen, sodass es nur wenig Anlass zur Kritik gibt, im Gegenteil: Die Sprecher der drei Hauptfiguren klingen besser denn je und haben sich schon tief in mein Herz gesprochen. Es war fraglos die richtige Entscheidung, die Sprecher auszutauschen und die Serie noch einmal neu zu starten. Kurz und knapp: Hier kann man vollends zufrieden sein.

Musik und Effekte:
Mit der musikalischen Seite kann man prinzipiell zufrieden sein und man geht hier deutlich abweschlungsreicher zu Werke, als man es sonst aus der Serie gewohnt ist. Dennoch könnte man gerne noch ein wenig mehr Musik einsetzten und sie auch gerne mal zur Trennung von Szenen verwenden. Auch in der menschenleeren Stadt hätte ich mit hier und da etwas düstere Hintergrund-Musik gewünscht, aber im Rahmen der Zielgruppe muss sowas wohl nun doch nicht unbedingt sein. Wie geschrieben: Bei der Musik kann zufrieden sein. Etwas fragwürdiger gestalten sich da an einigen Stellen leider immer noch die verwendeten Sounds. Die klingen nämlich gerne mal nach Konserve und passen manchmal nicht so ganz ins Bild. Besonders negativ im Ohr ist mir da Affe Tarzan hängen geblieben. Das klang schon ziemlich seltsam und generell scheint man ein Problem mit Geräuschen von Tieren zu haben, denn die jaulenden Hunde klingen hier nach ziemlich viel, aber in meinen Ohren nicht nach Hunden. Hier bleibt also noch Platz für Verbesserungen, doch insgesamt kann man mit dem Gehörten relativ gut leben.

Fazit:
Trotz der hohen Spielzeit von über 70 Minuten entpuppt sich „In der Geisterstadt“ als eine der besten Folgen der Serie „Die drei ??? Kids“. Allerdings gibt es immer noch einige Dinge, die im Argen liegen. So darf die Spielzeit gerne etwas kürzer ausfallen, denn für die Zielgruppe dürften die Hörspiele gerne mal etwas zu lang sein. Man muss eben nicht stur jedes Kapitel aus dem Buch nehmen und am besten auch noch alle Dialoge 1:1 übernehmen. Trotz dieses Manko kann die Folge aber noch gut unterhalten, da die Grundidee durchaus spannend ist, und man auch schön darauf achtet, dass die verschiedenen Szenen Relevanz für folgende Ereignisse haben. Seitens der Sprecher ist man seit dem Neustart unter dem Banner Europa sowieso auf der richtigen Spur gelandet, denn die drei Hauptsprecher liefern tolle Arbeit und ihnen zur Seite steht eine Runde namhafter Profis, die überzeugen können. Musik dürfte zwar gerne noch etwas mehr zum Einsatz kommen, aber mit dem Gehörten kann man zufrieden sein. Lediglich die verwendeten Sounds bereiten mir hier und da noch Magenschmerzen, denn oftmals klingt alles recht künstlich. Trotz aller Kritik, macht es letzen Endes doch Spaß, dass Hörspiel zu hören und darauf kommt es schließlich an. Unterm Strich bleiben vier Sterne für eine wirklich gute Produktion. So darf es weiter gehen.



lord gösel