Die drei ??? Kids (2)
Radio Rocky Beach




Inhalt:
"Hier ist Radio Rocky Beach, der coolste Sender zwischen Miami und Alaska!" DJ Wolfman ist mit seinem Piratensender immer auf der richtigen Welle - da sind sich auch die drei Detektive einig. Doch während die Sendung läuft, wird nicht nur Tante Mathildas Wagen aufgebrochen, auch anderswo in Rocky Beach gibt es regelmäßig zu DJ Wolframs Sendezeit Einbrüche. Justus ist sicher: Da muss es einen Zusammenhang geben. Aber wo sollen die drei Fragezeichen mit ihren Ermittlungen anfangen?

Meinung von lord gösel:

Story:
Mit dem zweiten Fall der „??? Kids“ erwartet den Hörer direkt die erste Enttäuschung. Zwar erwies sich auch das erste Abenteuer der Serie nicht unbedingt als Spannungsgranate, aber dort wusste man zumindest den Hörer zu unterhalten. Hier will dies nicht so recht gelingen und das obwohl die Folge mit 67 Minuten sogar ein wenig kürzer ausfällt. Leider wird die Zeit aber nicht wirklich clever genutzt, denn bevor mal ein wenig Pfeffer in die Handlung kommt ist beinahe die Hälfte der Spielzeit verstrichen. Während man beim ersten Abenteuer hier und da nur einige Szenen hätte ausdünnen sollen, so hätte man hier am besten direkt ganze Handlungsstränge weggelassen. Denn, wenn die ??? Kids aus Spaß im Gefängnis eingesperrt werden und anschließend versuchen für einen Dollar einzukaufen, so ist das weder besonders unterhaltsam, noch bringt es die eigentliche Geschichte in irgendeiner Weise voran. Für den hier geboten Inhalt wären in meinen Ohren 40 Minuten das absolute Maximum gewesen und selbst dann wäre die Geschichte nicht gerade spannend, da ja eigentlich von Anfang an klar ist, wer hier der Bösewicht ist und auch die Überführung kommt nicht besonders spannend daher. Das macht unterm Strich einen erschreckend schwachen Eindruck. Sicher, die Geschichte gab schon nicht besonders viel her, aber durch die ellenlange Umsetzung verwässert alles noch mehr und speziell der Zielgruppe (also Hörer ab 6 Jahren) dürfte das wohl alles zu lang und irgendwie auch uninteressant sein.

       Meinung von ello:

Story:
Auch im zweiten Fall der (noch) jungen Serie versucht das Produktionsteam weitestgehend Charakterzüge aus der Urserie „Die drei ???“ zu verwenden und der Zielgruppe entsprechend anzupassen. Wie bereits im ersten Fall gelingt dies auch hier gut und trägt zu einer guten Atmosphäre bei. Leider kann die Handlung an sich nicht viel bieten, der Einstieg in den zu lösenden Fall dauert viel zu lange und besonders die jüngere Zielgruppe wird bis dahin schon nicht mehr mit vollster Konzentration zuhören. Der Spannungsfaktor, der nach Anlauf des Falles entsteht, ist dafür jedoch hoch, die Lösung des Rätsels, dem die drei Jungdetektive nachgehen, ist leicht verständlich und sollte auch jüngeren Zuhörern keinerlei Probleme bereiten. Freunden der drei Detektive wird der Fall zusagen, erwartet man Hochspannung wird man wohl sehr enttäuscht werden. Im Inlay schleicht sich zudem ein Fehler ein, denn dort wird besagt, dass Bob Andrews der „Träger“ des roten Fragezeichens sei, dabei müsste dies Peter sein; dies stört das Hörvergnügen allerdings nicht.

Sprecher:
Das Abrutschen gegenüber Folge 1 setzt sich auch bei den Sprechern fort. Allerdings nicht bei den Protagonisten, denn Yannik Schümann, Yoschij Grimm und David Wittmann harmonisieren einfach toll und schaffen es hier und da wirklich ein ähnliches Flair wie die großen Vorbilder entstehen zu lassen. Auch ansonsten ließt sie die Besetzungsliste zunächst wirklich gut: Tanja Dose, Michael Habek (Ernie aus der Sesamstrasse), Rober Missler, Achim Schülke und auch Sky du Mont geben sich die Ehre. Leider ist aber nicht alles so toll, wie es vom Papier her klingt, denn Sky du Mont ist in meinen Ohren die klassische Fehlbesetzung. Er verfügt über eine überaus markante Stimme, aber geht weder als cooler Radiomoderator noch als Verbrecher durch. Sicherlich soll Wolfman ja kein ultrafieser Schwerverbrecher sein, aber dennoch klingt du Mont einfach zu nett und für den Posten des Moderators wirkt er zu steif und einfach nicht locker genug. Leider kommt ihm schon ein tragende Rolle zu, sodass man im Bereich der Sprecher diesmal auch eine kleine Enttäuschung hinnehmen muss. Schade eigentlich, denn Sky du Mont hat (wie bereits erwähnt) eine überaus angenehme Stimme.

       Sprecher:
Zu den wieder überzeugenden drei Hauptsprechern Jannik Schümann, Yoshij Grimm und David Wittmann konnte man auch dieses Mal wieder bekannte Sprecher aus Fernsehen und Radio gewinnen, was der Popularität der Serie mit Sicherheit gut tun wird. Zu den bekannteren Namen dürften Sky du Mont, Robert Missler und Klaus Dittmann zu zählen sein, die gemeinsam mit den restlichen Sprechern eine angenehme Sprecherriege bilden. Alle können in ihren Rollen überzeugen, an der Sprecherleistung liegt es nicht, dass der Fall sich nicht wirklich entwickeln mag. Der Vollständigkeit halber die weiteren Sprecher: Johannes Steck, Ingrid Capelle, Achim Schülke, Tanja Dose, Marisa Calcagno, Michael Habeck sowie Andreas Ersson und Wolfgang Kühne.

Musik und Effekte:
Leider setzt sich die Talfahrt fort, denn auch bei der technischen Seite gönnt man sich ein paar Schnitzer. Dies bezieht sich allerdings nicht auf die Musik, denn bei der leistet man solide Arbeit und schafft es die Produktion an den relevanten Stellen atmosphärisch zu unterstützen. Das Titellied der Serie ist bei Kindern ein echter Ohrwurm … ich spreche hier aus selbst gemachter Erfahrung. Die Kritik die man einstecken muss, bezieht sich also auf die Untermalung der Handlung mit Effekten. Prinzipiell dreht man gerne einfach zu sehr auf und der eine oder andere Sound wirkt doch ein wenig übertrieben. Gegen Ende greift man gar völlig daneben: Wenn die ??? Kids CDs aus einem fahrenden Truck werfen, so klingt es, als würden Wurfsterne der Ninjas durch die Gegend fliegen. Also … ich habe auch schon mal CDs geworfen und ich bin mir ziemlich sicher, dass die nahezu KEINEN Sound dabei machen und selbst wenn, sollte das fahrende Auto doch wesentlich lauter sein. Ob das nun der Zielgruppe auffallen mag sei mal dahin gestellt, aber ich fand diese Sounds ziemlich albern und musste doch das eine oder andere Mal lachen. Technisch gesehen geht das ganze noch knapp als solide durch. Schade, denn hier wäre mehr möglich gewesen.

       Musik und Effekte:
Von technischer Seite her bietet EUROPA kaum bis gar keine Kritikpunkte, die Musik passt atmosphärisch zu dieser Serie, angefangen beim Titellied, das besonders die Zielgruppe ansprechen dürfte, bis hin zu den vielen Zwischenmusiken, die die Orts- und Szenenwechsel gut einleiten. Auch die Effekte sind gekonnt eingesetzt, klingen hier und dort zwar auch zu stark, allerdings dürfte das auch die Lust der Zielgruppe am Hören steigern, denn ohne technische Gestaltung wären diese wohl schwer an das Medium Hörspiel zu binden.

Fazit:
Konnte man sich bei Folge 1 dank neuer Musik und ausgetauschter Sprecher noch in den guten Bereich retten, so reicht dies hier leider nicht. „Radio Rocky Beach“ ist klassischer Regalkandidat: Gehört und dann eingeräumt, denn zum regelmäßigen Hören lädt die Folge einfach nicht ein: Es startet schon verdammt ungünstig mit der Geschichte, denn die zieht sich unwahrscheinlich in die Länge und man hätte bei dem gebotenen Inhalt ein Spielzeit von 40 Minuten nicht überschreiten sollen. Leider sind es aber letzten Endes 67 Minuten geworden und so hält man sich mit vielen kleinen Nebenhandlungen auf, bevor endlich Pfiff in die Handlung kommt. Leider greift man auch bei den Sprechern daneben, denn Sky du Mont kann weder als cooler Moderator, noch als Verbrecher überzeugen. Und auch bei der technischen Umsetzung leistet man sich einige Patzer, deren gravierendster wohl der Sound der fliegenden CDs gegen Ende der Folge ist. Von der kurz zuvor eingeheimsten 2- rutscht man hier direkt in den durchschnittlichen Bereich und in Anbetracht der Menge an Kritik findet man sich sogar im Schulnotenbereich „Ausreichend“ wieder. Zwar bekommt man ein Plus dahinter spendiert, aber in Relation zur ersten Folge kann ich hier nur von einer Enttäuschung sprechen. Hier also der Beweis: Bessere Sprecher und passende Musik können nicht alles retten.

       Fazit:
Besonders die Handlung macht diesen Fall zu einem schwachen und wenig überzeugenden, was die Sprecher und die technische Seite des Hörspiels leider nicht mehr wett machen können. Der Zielgruppe dürfte besonders die Konzentration auf das Hörspiel schwer fallen, da fast über die gesamte erste Hälfte des Hörspiels der Fall nicht ins Rollen kommen will. Nach der starken ersten Folge muss man leider sagen, dass Folge 2 dieses Niveau nicht erreichen konnte, insgesamt bleibt der Fall im „befriedigend“en Bereich.