Die drei ??? (86)
Nacht in Angst (Collector's Edition)




Inhalt:
Freitag Abend, 20.25 Uhr, Steadman Museum, Los Angeles: Mr. Peacock, der freundliche, aber schusselige Museums-Direktor, betritt mit Justus, Peter und Bob das Gebäude. In wenigen Minuten werden die drei Detektive exklusiv den wertvollsten Diamanten der Welt sehen: das berühmte "Feuer des Mondes".
20.28 Uhr: im Museum gehen die Lichter aus. Stromausfall? Sabotage?
20.30 Uhr: Fünf Gangster dringen in das Museum ein.
Kurze Zeit später befinden sich Mr. Peacock und die drei ??? in ihrer Gewalt.Die Verbrecher wollen den Diamanten und sie sind bereit, dafür über Leichen zu gehen.

Story:
Die dritte Collector’s Edition präsentiert dem Hörer die Nr. 1 von Bob Andrews-Sprecher Andreas Fröhlich. Bei den beiden anderen Collector’s Editionen konnte ich die Begeisterung des jeweiligen Sprechers für die Folge verstehen, doch ich muss gestehen, dass ich es bei „Nacht in Angst“ nicht so wirklich nachvollziehen kann. Es handelt sich ohne Frage um eine wirklich spannende und auch dramatische Geschichte und es gibt auch einiges an interessanten Aspekten: So geschieht die Handlung in einem Zeitraum von grade mal vier Stunden, so dass es keine großen Sprünge in der Handlung gibt und auch die Tatsache, dass Justus über weite Strecken nur sehr minimal mitspielt macht diese Folge anders. Dennoch kann sie in meinen Ohren weder mit den „Stimmen aus dem Nichts“ noch mit dem „Karpatenhund“ mithalten. Was ich persönlich vermisse, sind die Knobeleien oder unheimliche Vorkommnisse. Alles in allem ist die Geschichte schon spannend und vermag es auch mich in ihren Bann zu ziehen, aber es fehlt eben etwas das typische ???-Flair, so dass ich insgesamt die Geschichte noch mit Gut bewerten möchte, denn es gab in dieser Serie schon Geschichten, bei denen man als Hörer am liebsten sein Abspielgerät aus dem Fenster geworfen hätte. Also … noch mal zusammengefasst: Spannend, aber es „fehlt halt was“.

Sprecher:
In dieser Folge kommen Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich wesentlich mehr zum Einsatz, als man es sonst gewohnt ist. Das liegt daran, dass Justus über eine große Strecke in einem Fahrstuhl feststeckt und er dementsprechend nicht viel zu tun bzw. zu sprechen hat. Das stört aber nicht im Geringsten, denn schließlich sind alle der drei Hauptsprecher waschechte Profis und können auch problemlos „ohne den Rest“ überzeugen. Ihnen zur Seite stehen in dieser Folge noch einige weitere wirklich sehr gute Sprecher: Andreas von der Meden (Morton), Helmut Ahler (Mr. Peacock), Achim Schülke (klasse als fießer und skrupelloser Alpha) und Katja Brügge (Beth). Nicht ganz so gelungen finde ich hingegen die Auftritte von Wolfgang Hartmann (Ernie), Niko Minninger (Doc) und Michael Quiatkowski (Ceewee), da sie ihre Rollen für meinen Geschmack etwas zu „dumm“ spielen. Allerdings sind die Rollen der drei nun auch nicht so tragend, dass der Gesamteindruck dadurch völlig daneben geht. Aber er ist dennoch eben nur gut, obwohl er wirklich sehr gut hätte werden können.

Musik und Effekte:
Musikalisch präsentiert sich diese Folge wieder einmal sehr ausdrucksstark. Man zaubert mit Hilfe der eingesetzten Stücke eine sehr dichte Atmosphäre, die den Spaß am Hören steigert. Selbiges gilt auch für die Effekte, die in dieser Folge zum Einsatz kommen und das ich auch verdammt gut so. Im Hause EUROPA weiss man schon seit sehr langer Zeit, wie ein Hörspiel klingen muss, damit das Kopf-Kino an den richtigen Stellen auf Trab kommt. Die technische Seite kann somit, wie schon oft in der Vergangenheit, überzeugen.

Fazit:
„Nacht in Angst“ stellt in meinen Ohren eine gute Folge der ??? dar. Allerdings erscheint sie mir doch nicht würdig das Prädikat „Meine Nr. 1“ zu tragen. Sicherlich ist es immer eine sehr individuelle Sache, was man als besonders stark erachtet, doch in diesem Falle denke ich einfach, dass die 86. Folge zwar gut, aber eben doch „nur“ gut und nicht top ist. Hierfür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe, wobei der erste der schwerwiegendere ist: Die Geschichte ist zwar sehr spannend, aber es fehlt einfach der „letzte Kick“ … das gewisse Etwas, dass eine Folge braucht um wirklich sehr gut zu sein. In diesem Falle fehlen mir speziell die Rätselein und unheimlichen Vorkommnisse, also die ehemaligen Steckenpferde der drei Detektive. Auch bei den Sprechern zeigt sich diese Folge nicht so stark, wie die beiden anderen der Collector’s Editionen der Fall war. Lediglich die technische Seite dieser Produktion geht absolut in Ordnung. Alle Faktoren zusammen lassen „Nacht in Angst“ zwar als wirklich gute Produktion erscheinen, aber eben nicht als das was man erwartet, wenn es von einem der Sprecher zu seiner persönlichen Nummer 1 erklärt wird. Versteht das jetzt nicht falsch, die Folge ist gut, aber eben mehr nicht und da waren die beiden anderen Collector’s Edition eindeutig stärker.



lord gösel