Die drei ??? (68)
und der Schatz im Bergsee




Inhalt:
Eine brenzlige Situation für Justus, Peter und Bob: Ihr Rundflug über die Schweizer Alpen endet jäh mit einer Bruchlandung. Der Pilot ist bewußtlos, das Funkgerät zerstört. Plötzlich landet ein Helikopter neben ihnen. Bewaffnete Männer fesseln und knebeln Bob, und die drei ??? müssen hilflos zusehen, wie die Gangster das Flugzeugwrack durchsuchen. Wenig später verschwinden sie wieder. Die drei Junior-Detektive können sich in Sicherheit bringen. Doch dann kommen die Gangster zurück...

Story:
Die drei ??? müssen einen Schutzengel haben, denn sie stürzen schon wieder mit dem Flugzeug ab und … natürlich überstehen sie es wieder mal ohne nennenswerte Schäden. Nun gut … finden wir uns damit ab, es passiert eben so, Realismus hin oder her. Lässt man sich darauf ein, gestaltet sich das Hörspiel zunächst noch ziemlich spannend, denn zuerst ist Peter verschwunden und dann werden die Abgestürzten auch noch überfallen und es wird klar, dass hier irgendetwas faul ist. Doch das Süppchen, dass sich Autorin Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer (BJHW) hier zusammen gekocht hat, sprengt den Rahmen in dem sich die Fälle der drei ??? bisher bewegten doch ziemlich. Man legt sich hier mit der Flugzeug-Mafia an und auch der Geheimdienst hat seine Finger mit im Spiel. Immerhin kann ich dieser Geschichte von BJHW einen ordentlichen Unterhaltungswert attestieren, denn es bleibt bis zum Ende spannend und die Geschichte wirkt auch nicht so konstruiert, wie man es von den anderen Geschichten der Autorin gewohnt ist. Die Geschichte ist insgesamt betrachtet für meine Begriffe nicht überragend, unterhält aber wesentlich besser als 90% der anderen Geschichten aus der Feder von BJHW. Nur ist das auch nicht unbedingt als wirkliche Leistung anzusehen.

Sprecher:
Den Großteil der Sprecherarbeit erledigen die drei ??? im Alleingang und das ist überaus erfreulich, denn die Sprecher dürfen diesmal etwas mehr aus sicher heraus gehen und zeigen mal andere Seiten ihrer Charaktere: Ängstlich, panisch und im Schock-Zustand. Sonst haben noch Michael Bideller und Antje Roosch einiges an Sprechertext zu leisten, was sie aber auch wirklich gut und souverän erledigen. Der Auftritt von Nico König und Lutz Schnell ist nur relativ kurz geraten und fällt nicht groß ins Gewicht. Mit den gebotenen Leistungen kann man als Hörer durchaus zufrieden sein, denn schlecht oder gar durchschnittlich ist keiner der Beteiligten.

Musik und Effekte:
Bei der Musik für diese Folge hat man sich einige Mühe gegeben, denn es gibt hier das eine oder andere Musikstück zu hören, dass es kaum anderswo noch zu hören gibt. Man zaubert durch die Musik schon eine sehr eigene und passende Atmosphäre für die Geschichte. Auch auf der Seite der Effekte zeigt man sich wie üblich ordentlich und lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen. Allerdings gibt es da ein Problem, dass beim Hören dieser Folge entsteht. Es sind stellenweise erhebliche Lautstärkenschwankungen zu beklagen. Wenn sich Justus und Bob die Lungen aus dem Hals brüllen, um Peter zu finden fliegen einem als Hörer fast die Ohren weg, so laut dröhnt es aus den Boxen. Ist hingegen ein paar Minuten später flüstern angesagt, so versteht man kaum ein Wort von den Dialogen. Zumindest dann nicht, wenn man zuvor eine Lautstärkeneinstellung hatte in der man den „normalen“ Dialogen gut folgen kann.

Fazit:
Die Zeit in der BJHW Geschichten für die drei ??? schrieb dürfte zu einem der finstersten Kapitel dieser Serie zählen. Auch „und der Schatz im Bergsee“ kann rein von der Geschichte her nicht wirklich überzeugen, denn hier wird einfach zu dick aufgetragen: Mafia, Geheimdienst und U-Boote … das klingt eigentlich viel mehr nach den leicht überdrehten Abenteuern der Knickerbocker-Bande, als nach den Fällen der drei Jungen aus Rocky Beach. Allerdings muss man der Geschichte auch zu Gute halten, dass sie in sich wesentlich logischer ist, als so manch andere Granate der 60er Folgen. Bei den Sprechern ist hingegen nahezu alles im grünen Bereich und auch Musik und Effekte zeigen sich von einer guten Seite. Leider sind die Lautstärkenschwankungen dieser Folge sehr störend und bestärken mich in meinem Urteil. „und der Schatz im Bergsee“ mag zu einer der besseren Geschichten von BJHW zählen, doch besser als „schlecht“ ist eben noch lange nicht „gut“ und somit findet sich diese Folge irgendwo im qualitativen Mittelfeld wieder. ???-Maniacs stellen sich die Folge sowieso ins Regal, aber es ist sicherlich keine Produktion, die man kennen muss. Sie tut zwar keinem weh (wie 56, 60 oder 63), aber sie haut auch keinem vom Hocker: Durchschnittlich.



lord gösel