Die drei ??? (67)
und das Geheimnis der Särge

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Inhalt: Haarsträubende Dinge erzählt man sich von den berühmten Höhlenlabyrinthen auf der schwäbischen Alb, aber natürlich ist davon nur die Hälfte wahr. Doch Justus, Peter und Bob, die drei Junior-Detektive aus Rocky Beach, beginnen an Spukgeschichten zu glauben, als sie in der Geisterhöhle urplötzlich eine grausige Entdeckung machen... Story: Der Europa-Trip der ??? geht weiter und führt sie in der 67. Folge nach Deutschland, wo der Hörer und die drei Detektive ein neues Abenteuer durchstehen müssen. Durchstehen ist genau das passende Wort für das, was dem Hörer hier vor die Ohren kommt. Es ist fast schon das traditionelle Problem von Autorin Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer (BJHW): Der Beginn der Geschichte ist überaus viel versprechend: Die drei ??? machen eine Höhlenbesichtung und stoßen dabei auf versteckte Diebesbeute. Doch das war es dann auch leider schon wieder mit den guten Ideen, denn danach verliert sich die Geschichte völlig in seltsamen Geschehnissen, bei denen man als Hörer nach der Logik sucht. Natürlich ist es dann am Ende Justus, der den Fall schon längst durchschaut hat, denn er hat die bösen Menschen an den Augen erkannt. Die gehören nämlich alle zu derselben Familie und die Augen lügen nie! Ja, ist schon klar. Ähnlich fragwürdig wie diese Auflösung ist aber auch der Großteil des Rests der Geschichte. Wieso bestimmte Personen so handeln, wie sie es tun will sich mir nicht recht erschließen und einige der Handlungen wirken auch schlicht unlogisch und stehen im Widerspruch zu der Auflösung der Geschichte. BJHW hat es bisher nur relativ selten geschafft, eine Geschichte zu Schreiben, die von vorne bis hinten überzeugend und nachvollziehbar war. Ausnahmen waren „Spuk im Hotel“ oder „Geisterstadt“. Doch die vorliegende Geschichte stellt keine Ausnahme dar, sondern wirkt ähnlich unstrukturiert und zusammengewürfelt wie „Giftiges Wasser“ oder „Diamantenschmuggel“. Zwar stößt man hier nicht in derartige Tiefen wie bei „Fußball Gangster“ aber dennoch ist das Gebotene wenig überzeugend, leider. Sprecher: Zu den Hauptsprechern brauche ich nicht viel zu sagen, denn die kämpfen sich mehr als wacker durch diesen Schmu von einer Geschichte und liefern ordentliche Leistungen, die schon ein wenig versöhnlicher stimmen. Ebenfalls sehr gut zeigen sich Hans Paetsch (Wirt) und Reinhilt Schneider (vorausgesetz man mag ihre Stimme). Was ich reichlich seltsam finde ist die Tatsache, dass die Rolle der „Höhlenfrau“ Babette Eberle mit Michael Rospatt besetzt wurde. Gut, die beschriebene Frau scheint ja schon eher wie ein Mann auszusehen, aber wieso hat sie dann eine Männerstimme, bzw wieso besetzt man die Rolle mit einem Mann, druckt dann aber nur „M. Rospatt“ im Inlay ab? Die gebotene Leistung ist schon etwas seltsam und zählt nicht wirklich zu den Meisterleistungen von Michael Rospatt. Völlig daneben ist hingegen die Performance einer Dame, die die ??? in einem Lokal treffen und die auch nicht namentlich erwähnt wird. Besser ist dass, denn was man hier hört ist ein wahres Feuerwerk des Ablesens. Trotz diverser Macken gehen die Leistungen der Sprecher insgesamt noch als gut durch, auch wenn hier wesentlich mehr drin gewesen wäre. Musik und Effekte: Willkommen zu besten Aspekt dieser Produktion! Es ist kaum zu glauben, aber die Folge hat wenigstens etwas wirklich Gelungenes und das ist Atmosphäre! Wenn die drei Detektive durch die Höhlen streichen und die Särge entdecken, dann glaubt man wirklich in einem Berg zu sein und auch musikalisch liegt man hier nahezu immer goldrichtig. Man präsentiert dem Hörer einen bunten Querschnitt durch das Musikarchiv EUROPAS. Hier kommen alte Orchesterstücke ebenso zum Einsatz, wie Melodien, die seit den 40er Folgen der Serie bekannt sind. Außerdem hat sich das Titelstück der „A Nightmare On Elm Street“-Hörspielserie 2-mal in diese Produktion verirrt. Was leider den ansonsten überaus positiven Gesamteindruck etwas schmälert ist die stellenweise schlechte Abmischung, die sich primär in hohen Lautstärkendifferenzen äußert. Fazit: Man muss ohne Frage dankbar sein, dass sich BJHW der Serie angenommen hat und sie fortgeführt hat, denn sonst hätte es später wohl auch nie Geschichten wie „Poltergeist“ oder „Stimmen aus dem Nichts“ gegeben, ABER wenn man sich durch diese Folge quält, fragt man sich schon des öfteren, was sich die Autorin bei diversen Geschichten eigentlich gedacht hat. Das Problem ist nahezu immer dasselbe: Nach einem passablen Start kriegt die Geschichte einfach nicht die Kurve und wirkt absolut zusammengepuzzelt und konstruiert. In Momenten wie diesen können dann Sprecher und Technik auch den Karren nicht mehr völlig aus dem Dreck ziehen. Grade bei dieser Folge zeichnet einem der eine oder andere eher noch weitere Fragezeichen auf die Stirn. Lediglich die gelungene Atmosphäre des Hörspiels kann sich hören lassen, doch wer hört schon ein Hörspiel allein wegen der Atmosphäre? Von einem FLOP zu sprechen halte ich für falsch, denn SO konfus wie „Fußball Gangster“ oder „Angriff der Computer-Viren“ präsentiert sich „und das Geheimnis der Särge“ letzten Endes doch nicht. Aber mehr als das Prädikat „schwach“ ist hier auch nicht drin, denn dafür gibt es ganz einfach zu viele VIEL bessere Produktionen dieser Serie. ![]()
lord gösel |