Die drei ??? (66)
und die Schattenmänner




Inhalt:
Aus einem harmlosen Ausflug nach Rom wird für die drei ??? ein ganz heißer Fall. Direkt vor ihren Augen ereignen sich dreiste Überfälle an sorglosen Spaziergängern. Die Geschwindigkeit und Routine der Diebstähle macht klar: Hier sind Profis am Werk. Keine Frage, daß Justus, Peter und Bob die Verfolgung aufnehmen. Als sie jedoch den wahren Drahtziehern auf die Spur kommen, wird die Situation für sie mehr als brenzlig...

Story:
Der Europa-Trip der ??? geht in die zweite Runde. Die Station ist diesmal Rom und auch dort geraten die drei direkt hinein in einen Fall den es zu klären gilt. Alles fängt noch verhältnismäßig klein an: Mit dem Diebstahl von Justus’ Rucksack, doch schnell spitzen sich die Ereignisse zu: Justus ist plötzlich verschwunden und Bob macht Bekanntschaft mit unfreundlichen Bewohnern Roms. Die erste Hälfte des Hörspiels gestaltet sich noch als überaus spannend und durchaus interessant. Leider kann die Spannung aber nicht über die zweite Hälfte aufrecht gehalten werden und wenn am Ende die große Auflösung so kommt, denke zumindest ich an einigen Stellen: Hä? Ja, und? Genau da liegt dann auch das Problem dieser Geschichte, denn das Ende wirft eigentlich noch mehr Fragen auf, als das es welche klären würde und mit dem Argument „offenes Ende“ kann man hier auch nicht kommen. Dennoch hat man sich im Vergleich zu Folge 65 „Diamantenschmuggel“ gesteigert, denn diesmal passiert wenigstens etwas und es gibt auch einen Fall, dem die ??? nachgehen. Die Geschichte tummelt sich irgendwo im qualitativen Mittelfeld, ist also nicht wirklich schlecht, aber auch nicht gut.

Sprecher:
Der Großteil der Sprecherarbeit liegt bei dieser Folge mal wieder bei den ??? und die sind absolut bei der Sache. Grade Andreas Fröhlich zeigt sich von seiner besten Seite, als er nach einem bösen Treppensturz stöhnend am Boden liegt. Erzähler Matthias Fuchs ist zum zweiten Mal zu hören und gibt sich weiterhin hörbare Mühe, auch wenn er Pasetti nicht zu 100% ersetzen kann. Von den Sprechern der Nebenrollen dürften Reinhilt Schneider (Alexandra) und Holger Mahlich (Alberto) die bekanntesten sein. Alle beide können auch auf ganzer Linie überzeugen. Die Sprecher der übrigen Nebenrollen sagen mir eigentlich gar nichts, aber dennoch können die Leute, die allesamt mit italienischem Akzent sprechen überzeugen, so dass die Leistungen insgesamt betrachtet wirklich gut sind.

Musik und Effekte:
Beim „Diamantenschmuggel“ hatte man bei diesem Punkt schon ziemlich daneben gegriffen. Dies bleibt bei „und die Schattenmänner“ zum Glück aus, denn hier bietet man dem Hörer eine angenehme Atmosphäre. Es fällt dementsprechend nicht schwer sich vorzustellen man sei in Rom und da macht das Hören direkt etwas mehr Spaß. Leider ist man musikalisch erneut nicht so ganz souverän, wie man es als Hörer gerne hätte. Einigen der verwendeten Melodien fehlt es an Aussagekraft und an manchen Stellen hat man die Musik auch ein gutes Stück zu laut ins Geschehen eingemischt. Es gibt also durchaus einige Macken zu beklagen, aber man hat sich im Vergleich zum direkten Vorgänger ein gutes Stück gesteigert, auch wenn man nicht ganz das Niveau vergangener Produktionen erreicht. Alles in alles präsentiert sich die technische Seite als solide, leider nicht mehr.

Fazit:
Auch mit der 66. Folge halten die Qualitätsschwankungen der Serie an. Zum Glück hat man sich mit „und die Schattenmänner“ aber zum positiven hin verbessert. Zumindest die erste Hälfte der Geschichte zeigt sich spannend und vermag es den Hörer in ihren Bann zu ziehen. Leider verlaufen die guten Ansätze dann irgendwie im Sand und das Ende gestaltet sich als äußerst unbefriedigend. Die Sprecherleistungen stimmen den Hörer da schon etwas versöhnlicher und auch die technische Seite ist wieder wesentlich besser als beim 65. Abenteuer. Dennoch kann ich nicht behaupten, dass diese Folge mich besonders gut unterhalten hätte, denn dafür fehlt es schlicht und ergreifend am entscheidenden Punkt: Der Geschichte. In der zweiten Hälfte baut die Geschichte doch ziemlich ab und das Ende ist wie gesagt nicht besonders geglückt. Es ist sicherlich eine Folge, die man sich ruhig mal anhören kann, aber „umhauen“ tut sie einen leider nicht und dementsprechend verpasst man auch nichts Weltbewegendes. Insgesamt betrachtet also nur eine durchschnittliche Produktion, aber immerhin eine Steigerung gegenüber dem letzten Abenteuer.



lord gösel