Die drei ??? (59)
Giftiges Wasser




Inhalt:
Die Nachricht trifft Justus, Bob und Peter wie eine Bombe: Ein Unbekanter droht, das gesamte Trinkwasser des verschlafenen Touristenstädtchens Sedona zu vergiften. Sollte das geplante Rockfestival nicht abgesagt werden? Die Polizei ist ratlos. Die drei ??? übernehmen den Fall und geraten bald in brenzlige Situationen. Da meldet sich der Erpresser erneut - das Ultimatum läuft ab!

Story:
Es hält die drei ??? in ihrem 59. Abenteuer nicht in Rocky Beach, sondern sie ziehen los, um einen großes Musikfestival zu retten. Doch eigentlich geht es ja gar nicht um das Musikfestival an sich, sondern um einige Dinge, die vor vielen Jahren mal falsch gelaufen sind, und endlich ans Licht der Öffentlichkeit gebracht werden müssen. Ja, die drei Detektive stecken mittendrin in einem Öko-Krimi, der aber einige entscheidende Macken hat: Zunächst mal geht es in den knapp 45 Minuten eigentlich zu keinem Zeitpunkt wirklich spannend zu. Die Ermittlungen von Justus, Peter und Bob gehen manchmal schon seltsame Wege und wirken ziemlich planlos, was eigentlich so gar nicht sonst die Art der drei ist. Die Auflösung, die man dem Hörer am Ende präsentiert wirkt auf der einen Seite ziemlich konstruiert und zusammengeschustert und auf der anderen Seite fragt man sich, wie Justus das alles wissen konnte, denn eine Erklärung dafür gibt es leider nicht. Schon die ersten beiden Geschichten aus der Feder der ersten deutschen Autorin Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer, waren alles andere als das Gelbe vom Ei, aber mit „Giftiges Wasser“ vollbringt sie Kunststück sogar manches Crimebuster-Abenteuer noch unterbieten zu können. Bei den Crimebusters gab es dann wenigstens hier und da mal Action und dadurch auch eine gewisse Spannung, während bei dieser Geschichte einfach nur Langeweile herrscht. Eine enttäuschende und schwache Vorstellung dieser ehemals so spannenden Serie.

Sprecher:
Ein altes Problem tritt hier mal wieder _ziemlich_ hörbar auf: Die unterschiedliche Aussprache diverser englischer Namen und Begriffe. Peter Pasetti scheitert an „Potter’s Playground“ und man ist sich insgesamt betrachtet auch nicht so ganz einig, wie man nun den Namen Sedona ausspricht, oder wie die Schwester von René Hancock heißt. Sieht man davon mal ab, so kann man den Sprechern herzlich wenige Vorwürfe machen, denn die kämpfen sich recht wacker durch diese konfuse Story. „Stargast“ dieser Folge ist ohne Frage Hansi Jochmann (u.a. deutsche Synchronstimme von Jodie Foster). Doch auch die Leistungen von Rebecca Völz oder Michael Poelchau können sich hören lassen.

Musik und Effekte:
Die Geschichte ist sicherlich eine Enttäuschung, aber dennoch hat diese Folge etwas, was für Hörspiele enorm wichtig ist: Atmosphäre. Die trockene Gegend in der Sedona liegt, wird sehr schön in Szene gesetzt, was an einer gelungenen Kombination aus passenden Hintergrundgeräuschen und atmosphärischer Musik liegt. Zu 90% ist bei der Technik also alles in Ordnung. Aber eben doch nur 90%, denn manchmal greift man mit der Musik doch etwas daneben. Was mich allerdings wesentlich mehr gestört hat, ist die Tatsache, dass mache Sprecher (Karl Michael Menchel und Matthias Bullach) scheinbar leiser eingemischt sind, als die übrigen Sprecher. Grade bei Bullach fällt es manchmal schwer seine Sätze bis zum Ende zu verstehen. Zwar überwiegt der positive Eindruck der Technik, doch derartige Unzulänglichkeiten hat man in der Vergangenheit eher selten erlebt.

Fazit:
Storytechnisch gesehen ein waschechter Fehltritt. Die Geschichte wirkt zusammengepuzzelt und spannende Ermittlungen oder interessantes Rätselraten (die ehemaligen Steckenpferde der drei ???) sucht man hier leider vergebens. Da können auch Sprecher und Musik nichts mehr retten. Es ist wirklich schade, dass man eine derartige Atmosphäre gezaubert hat und stellenweise wirklich sehr gute Sprecher hat und dann eine solche Handlung. Doch auch Sprecher und Technik sind nicht konstant auf dem Niveau, dass man aus dem Hause EUROPA und „Die drei ???“ gewohnt ist. Diese Folge habe ich vor 12 Jahren beim ersten Release, glaube ich nur 1 mal gehört und hatte als ich sie zwecks Rezension anwarf nahezu kaum Erinnerungen an die Geschichte. Was aber auch eigentlich logisch ist, denn die Geschichte ist einfach nicht der Rede wert und somit ist dieses Abenteuer ein Klassiker der Rubrik „gekauft, gehört und vergessen“. Bedenkt man was man aus der Frühzeit der Serie gewohnt ist, so kann man hier einfach nur von einer SCHWACHEN Produktion sprechen.



lord gösel