Die drei ??? (56)
Angriff der Computer-Viren

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Inhalt: Kein Mensch kann von Computer-Viren angesteckt werden, aber ein viruskranker Computer kann tausende von Menschenleben gefährden! Das erkennen unsere drei Detektive, als ihr eigener Computer abstürzt. Sie handeln sofort. Ihre Nachforschungen führen sie in die abenteuerliche Welt einer Werbefilmproduktion und... auf die Spur eines genialen Spinners, der leider auch ein gefährlicher Erpresser ist. Ein Fall für die drei ??? und ganz speziell für Justus den Computer-Freak! Story: Diese Geschichte stammt aus dem Jahre 1992 und da konnte man den Leser bzw. Hörer noch so einiges über Computer und besonders über Computerviren erzählen. Wenn man hört, was man damit so alles anstellen kann, dann fällt einem glatt die Kinnlade herunter: Mit Hilfe von Viren kann man also Computer-Monitore implodieren lassen. Wow! In den Besitz von diesem Virus möchte ich auch gerne mal kommen. Doch das ist noch längst nicht das Ende der Fahnenstange. Die drei ??? müssen nicht nur gegen Computer-Viren kämpfen, sondern auch mit ihren Freundinnen, die absolut kein Verständnis dafür haben, dass Peter und Bob lieber ermitteln anstatt mit ihnen Tennis spielen zu gehen. Zicken-Terror! Manmanman … was hat sich der Autor nur dabei gedacht, als er diesen Kram zusammengeschrieben hat. Wenn man mich fragt herzlich wenig, denn von den Original ??? spürt man hier rein gar nichts und die Art und Weise wie hier Computer-Viren dargestellt werden ist geradezu grotesk. Von Spannung ist auch weit und breit keine Spur, da die drei den Grossteil des Hörspiels damit verbringen in der Firma in der Oracle herumzurennen. Die Ermittlungen der drei sind mehr als fadenscheinig und es gibt einfach viel zu viele Elemente, die nur zu der damaligen Zeit „trendy“ waren. Die Geschichte ist nicht nur überflüssig und inhaltsarm, sondern glänzt durch eine geballte Ladung an Unkenntnis, die einfach zu viel ist. Das ist nicht mehr einfach nur schwach, dass ist ein waschechter Flop und hätte ohne Frage auch unter dem Banner „TKKG“ veröffentlicht werden können. Sprecher: Den Zicken-Terror habe ich bereits oben erwähnt … doch auch hier soll er wieder Erwähnung finden. Was Juliane Szalay (Kelly) und Verena Großer (Liz) hier präsentieren ist nur sehr schwer zu ertragen. Die beiden kommen so was von arrogant und eingebildet rüber, dass es nur noch nervt. Allerdings sind die beiden nicht allein. Auch Stefan Brönneke haut mit seiner Rolle als Yan ziemlich daneben und klingt mal so gar nicht wie ein Filmstar, sondern einfach albern. Soviel zu den Leistungen die nicht in Ordnung gehen. Was übrig bleibt, ist dann aber wirklich gut, was man bei Namen wie Michael Harck, Douglas Welbat, Eckart Dux und Hans Sievers aber auch erwartet. Schade nur, dass sich diese Sprecher in einem solchen Unfug wieder finden. Allerdings reichen diese guten Leistungen nicht aus, um die Sprecherleistungen insgesamt als GUT zu bewerten. Die beiden Zicken und ein gewisser Yan quälen die Ohren doch arg, so dass dieser Punkt insgesamt als befriedigend durchgeht. Musik und Effekte: Vom Prinzip setzt man das fort, was man aus den letzten Folgen kennt: Über weite Strecken dominieren neue Stücke, aber hier und da setzt man auch mal wieder alte Klänge ein. Erstaunlicher Weise ist die Untermalung diesmal sogar überaus passend, da das düstere Flair gut zu der Geschichte passt. Was die Effekte angeht, so gehen mir mittlerweile die Phrasen aus, mit denen man immer wieder das Gleiche neu verpacken könnte. Soll heißen: Hier ist alles so, wie es fast immer war, also gut. Die technische Seite kann man somit sogar als gelungen bezeichnen … sieht man mal von dem arg schrecklichen „Dosen-Song“ ab, der die Ohren beim dritten Track „Keine Gnade für den Fleck“ erreicht. Schon als ich diesen Song anno 1992 erstmalig hörte muss ich wie das sprichwörtliche Auto geguckt haben und auch 12 Jahre später finde ich diese Einspielung einfach furchtbar. Fazit: Diese Folge kann man am besten mit dem amerikanischen Original-Titel beschreiben: Fatal Error (Schlimmer Fehler). Die technische Seite mag diesmal wirklich wieder halbwegs gelungen sein, aber schon allein der „Dosen-Song“ ist etwas, dass nichts in dieser Serie zu suchen hat. Selbiges kann man auch zu den Sprecherleistungen der beiden Mädels sagen. Das passt ganz einfach nicht zu den drei ???. Aber … all das wäre ja noch irgendwie zu verzeihen, wenn da nicht der alles entscheidende Punkt eines jeden Hörspiels wäre: Die Geschichte. Denn die versemmelt in diesem Falle wirklich alles. Und wenn hier die Synchronelite ganz Deutschlands hinterm Mikro gestanden hätte und man ein ganzes Orchester für Musik engagiert hätte … es könnte nichts an dem Fazit für diese Produktion ändern. Geschichten über Technik und grade über Computer sind immer ein gewisses Wagnis und wenn man dann durch derartiges Nichtwissen glänzt wie es hier der Fall ist, dann kann man sowohl bei der Geschichte als auch für die ganze Produktion nur von einem waschechten FLOP sprechen. Diese Folge markierte auch das Ende der Vertonung von Crimebuster-Geschichten und das obwohl es noch eine weitere Geschichte gab (Shoot The Works). Diese Folge ist gut geeignet um sich mal einen amüsanten Abend zu machen, doch als waschechter ??? bin ich wirklich entsetzt, dass ein derartiger Unfug sowohl in Print- als auch in Audio-Form veröffentlicht wurde.
lord gösel |