Die drei ??? (55)
Gekaufte Spieler




Inhalt:
Kaum zu fassen! Duggan bietet Peter das begehrte Stipendium am Shoremont College an. Die einzige Bedingung: Er soll in der dortigen Basketball-Mannschaft mitspielen. Das ist die Chance für den begeisterten Sportler. Wenig später findet er einen dicken Briefumschlag mit Hundert-Dollar-Scheinen in seinem Auto. Wie sich herausstellt, ist Peter nicht der einzige, der Bestechungsgelder erhält. Was steckt dahinter? Um den Skandal der gekauften Spieler aufzudecken, wird Justus sogar zum Papagei.

Story:
Das ist sie also: Die allererste Sportfolge in der Geschichte der drei ???. 54 Folgen lang kam man ohne derartige Inhalte aus, doch nun schlägt man zu. Kann denn eine Geschichte, in der es um bestochene Jungsportler geht wirklich spannend sein? Vielleicht, aber diese Episode hier ist ganz eindeutig NICHT spannend. Der Grund hierfür ist relativ schnell gefunden: Es mangelt nicht nur an Spannung, sondern auch an Ermittlungen der drei ???. Der Grossteil ihrer Ermittlungen besteht nämlich darin immer wieder in den PCs anderer Leute herumzuschnüffeln und dort Daten zu manipulieren. Ein recht simple Sicher der Dinge und überhaupt zeichnet sich die Folge über weite Strecken durch verdammt naive Gedanken aus. Allerdings ist das noch nicht mal das grösste Problem dieser Geschichte. Die Handlung wartet mit Lücken und Logiklöchern auf, die so gross sind, dass eine ganze Basketball-Mannschaft dadurch passen würde. Aus den bisherigen Folgen der 50er-Ära ist man schon einges an unsinnigen Geschehnissen gewohnt, aber was man hier bietet top wirklich alles. Flache Ermittlungen, nichtsbringende Aktionen, reichliche dämliche Verfolgungen und eine absolut unnötige Aktion-Einlage in FOrm einer Explosion. Nein ... diese Geschichte ist weniger als einfach nur noch schwach. Sie ist schon verdammt nahe an dem Punkt "mieß".

Sprecher:
Wie spricht den im Amerika sehr beliebten Sport denn nun aus? „Basketbohl“ oder schlicht „Basketball“? Darüber ist man sich in dieser Produktion nicht im Geringsten einig. Gut … man ist es gewohnt, dass verschiedene Spreche bestimmte Wörter leicht anders aussprechen, aber hier erlebt man schon etwas sehr peinliches: Sowohl Andreas Fröhlich als auch Peter Pasetti probieren verschiedene Varianten des Wortes aus. In diesen Momenten frag man sich als Hörer dann, wie der Regie so was passieren konnte. Allerdings scheint man auch nicht mit allzu viel Sorgfalt an die Auswahl der Sprecher herangegangen zu sein. Cory-Sprecher Ben Tappé klingt reichlich aufgesetzt und die vorkommenden Sprecher der weiblichen Jugendlichen schlicht überdreht. Überdreht kann man ohne Frage auch das nennen, was Oliver Rohrbeck als „Papagei-Justus“ auffährt. Er erfüllt die Vorgaben des Skriptes sicherlich sehr gut, nur passt dieser Auftritt so gar nicht zu dem „echten“ Justus Jonas, leider. Allerdings sind das auch schon die einzigen Macken, die man über sich ergehen lassen muss, denn ansonsten hat man hier wirklich tolle Leute im Studio gehabt: Douglas Welbat, Michael Hark, Eric Vaessen, Henry König und sogar Hans Clarin(! mal nicht als Hui Buh). Schade nur, dass dieser begnadeten Sprecher für eine solche Geschichte herhalten müssen. Wenn man das nun alles zusammenzieht erreichen die Sprecher insgesamt noch einen befriedigenden Level, was gemessen an dem Standard den man bei EUROPA früher hatte schon als kleine Enttäuschung durchgeht.

Musik und Effekte:
Hier gibt es wenig Neues gegenüber der letzten Folge zu berichten. Wie schon bei „Gefahr im Verzug“ präsentiert man eine Mischung aus neuen Stücken und alten, wobei prozentual gesehen die neuen den größeren Teil einnehmen. Bei den neuen Stücken bleibt das Problem, dass sie irgendwie „seelenlos“ klingen und grade neben den alten Stücken dann doch recht blass wirken. Musikalisch gesehen bekommt also eine her mittelprächtige Untermalung geboten. Letzteres kann man Gott lob bei den Effekten nicht sagen. Es bleibt nach wie vor eines der Aushängeschilde von EUROPA: Passende Effekte, die ordentlich eingemischt werden und es dem Hörer somit erleichtern sich das Geschehen vorzustellen, ganz egal was gefragt ist: Schulhof, Party, Basketballspiel oder Explosion. Zusammen ergibt das eine solide technische Seite, die aber besser sein könnte.

Fazit:
Mit „Gekaufte Spieler“ hat man wieder einen Punkt erreicht, den man zuletzt beim „höllischen Werwolf“ und dem „gestohlenen Preis“ erreicht hatte: Einen wirklichen Tiefpunkt. Es gab bei den Folgen in den 50ern bisher immer gewisse Macken bei den Geschichten, doch konnte man es bisher immer durch größtenteils gute bis sehr gute Sprecherleistungen ausgleichen. Doch diesmal gelingt es einfach nicht mehr. Zu groß sind die Defizite bei der 55. Folge … grade im Bereich „Story“. Kaum eine Folge zuvor kam derart uninteressant daher, die Handlung hat Lücken und Löcher die einem schon beim ersten Hördurchlauf ins Ohr springen und wenn dann was spannendes passiert, ist es einfach viel zu dick aufgetragen. Doch nicht nur die Geschichte präsentiert sich schwächer als gewohnt, auch die Sprecher nehmen sich hier und da eine Auszeit … selbst Pasetti und Fröhlich. Die technische Seite geht zwar noch als in Ordnung durch, doch da kennt man aus der Historie der drei ??? einfach zu viele bessere Varianten. Unterm Strich bleibt somit eine schwache Produktion, die schon eine leichte Tendenz zur Rubrik „FLOP“ aufweist. Selbst den beinharten Fans (oder grade diesen?) dürfte dieses Abenteuer wenig zusagen, da schon allein die Geschichte wirklich so gar nichts mehr mit den „echten ???“ zu tun hat. Wie schon gesagt: Schwache Vorstellung …



lord gösel