Die drei ??? (54)
Gefahr im Verzug

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Inhalt: Anonyme Drohungen, umstürzende Kulissen, herumliegende Rasierklingen, eine Explosion: Es ist offensichtlich, daß irgend jemand George Brandon nach dem Leben trachtet. Der Star des Musicals Gefahr im Verzug entgeht den mysteriösen Unfällen nur um Haaresbreite. Aber die Show läuft weiter und entwickelt sich sogar zum Kassenschlager. Um unauffällig ermitteln zu können, schleusen sich Justus, Peter und Kelly als Statisten getarnt in den Theaterbetrieb ein. Story: Man mag es kaum glauben, aber das 54 Abenteuer der drei ??? präsentiert sich nahezu unglaublich interessant und sogar spannend! Jedenfalls wenn man es in Relation zu den drei letzten Geschichten der Serie setzt, die sich allesamt durch Spannungsarmut auszeichneten. Vielleicht liegt es schlicht daran, dass es hier um ein Thema geht, dass wesentlich mehr zu den dreien passt als Ritte durch die Pampa, Musikpiraten oder Autodiebe: Schauspieler. Gut … einen verschwundenen dieses Spezis gab es erst in der 50. Folge, aber das ist auch die einzige Parallelität zwischen den beiden Geschichten. Hier wollen die drei ??? also Justus’ alten Bekannten George Brandon helfen und aufklären, wer ständig Anschläge auf ihn verübt. Leider kommen sie mit ihren Ermittlungen nur sehr langsam voran, da sich am laufenden Band neue Anschläge ereignen. Dies ist dann auch ein Punkt, den man der Geschichte vorhalten muss: Sie ist sehr stark auf Action ausgelegt, doch das kennt man ja schon aus den späten 20er- und den 30er-Folgen. Auch bei der Umsetzung hapert es hier und da mal, da einige Passagen falsch geschnitten wirken. Dennoch wirkt die Geschichten um Längen besser als die letzten Veröffentlichungen der Serie. Weltbewegend ist die Geschichte zwar nicht, aber sie tummelt sich im oberen Mittelfeld nahe an der Kategorie gut. Sprecher: Das Niveau der letzten Folgen kann man halten … und das ist auch verdammt gut so! Bei den drei ???-Sprechern und dem Erzähler gibt es diesmal keinerlei Ausfälle zu vermelden. Bis auf einen Schnittfehler (?) als Rohrbeck in der Mitte den Namen „Newman“ ausspricht. Was dort genau geschehen ist, entzieht sich meiner Kenntnis, jedenfalls hat man sich dort einen Schnitzer erlaubt. Eben erwähnter Newman wird übrigens von Manou Lubowski gesprochen, auch wenn das Inlay „Christian Weber“ behauptet. Zum damaligen Zeitpunkt ging Lubowski noch mit der nötigen Portion Engagement zu Werk. Dies gilt eigentlich auch für alle anderen Sprecher, die uns hier vor die Ohren kommen: Fabian Harloff (leider viel zu selten zu hören), Holger Mahlich, Peter Schiff (!), Lothar Grützner, Rainer Schmitt (als leicht durchgeknallter Lovell Madeira und kurz als Kameramann) und Henry König. Lediglich Ben Tappé als „Vic Hammill“ kann nicht ganz so überzeugen wie der Rest, aber das ändert nichts daran, dass man durch die Bank gute bis sehr gute Leistungen zu hören bekommt. Musik und Effekte: Man höre und staune! Statt weiter auf die recht modernen neueren Stücke zu setzten, holt man hier ein ganze Palette an alten Melodien wieder hervor, die auch direkt eine schlüssigere Stimmung erzeugen. Sogar die neueren Stücken passen hier ganz gut ins Geschehen und schaffen es eine düstere und leicht geheimnisvolle Atmosphäre entstehen zu lassen. Die Musik, die man zur Untermalung des Theaterstücks gewählt hat, kann man ebenfalls als gelungen bezeichnen und bei den Effekten kann man sich seit Jahr und Tag auf EUROPA verlassen. So gibt man sich auch hier keine Blöße und setzt passende Effekte stets an den richtigen Stellen und in moderater Lautstärke ein. Seit langem geht die technische Seite einer „Die drei ???“-Folge mal wieder als wirklich gut und gelungen durch. Fazit: Endlich wieder eine Folge, die sich von dem Einheitsbrei der letzten Folgen abhebt. In den 50er Folgen gab es grade bei den Geschichten immer wieder mehr als genug Anlass zum Meckern. Zwar liefert man mit „Gefahr im Verzug“ sicherlich keine Geschichte ab, die Anrecht auf die Top Ten der Serie hätte, aber dennoch wird hier spannende Unterhaltung geboten. Bei den Sprechern gab es bei den letzten Folgen wenig echten Anlass zur Kritik und auch bei der 54. Folge bleibt dies so. Was die Folge dann noch ein Stück aufwertet, ist die endlich mal wieder äußerst stimmt Untermalung. Von den bisherigen Abenteuern der 50er-Folgen liefert man hiermit für meinen Geschmack das bisher beste ab. So hätte es ruhig weitergehen können, doch wir näheren uns mal wieder einem verdammt düsteren Kapitel in der Geschichte der berühmten drei Satzzeichen. Doch das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal berichtet werden ;) Was bleibt zu sagen? Insgesamt betrachte ich dieses Hörspiel als GUTE Produktion, da es aus den sonst recht mittelmäßigen 50er-Folgen der Serie klar hervorsticht. ![]() ![]() ![]()
lord gösel |