Die drei ??? (53)
und die Automafia

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Inhalt: Mit Autos kennt sich Justus Vetter Ty Cassey einfach phantastisch aus. Ein bißchen zu gut, findet Kommissar Maxim vom Sonderdezernat Autodiebstähle und nimmt den verdächtigen jungen Mann vorläufig fest. Zugegeben, der geniale Mechaniker in den abgerissenen Klamotten, der die meiste Zeit durch die Gegend trampt, wirkt schon etwas ausgeflippt - aber ein Autodieb? Die drei ??? setzen alles dran, Tys Unschuld zu beweisen. Dabei bekommen sie es mit ausgekochten Profis zu tun, die vor nichts zurückschrecken. Story: Alle guten Dinge sind drei … scheinbar auch alle nicht so guten, denn zum 3. Mal präsentiert man dem Hörer ein Abenteuer der drei ??? das sich über weite Strecken durch Spannungsarmut auszeichnet. Der Grund hierfür ist auch relativ schnell gefunden: Schon viel zu früh ist klar, wer die bösen Buben sind und es geht dann primär nur noch darum sie zu überführen. An sich eigentlich kein Problem, wenn die Ermittlungen dann wenigsten spannend oder interessant wären. Leider plätschert das Geschehen über weite Strecken aber einfach nur dahin. Die Idee die hinter der Geschichte steckt ist aber eigentlich gar nicht so dumm und man kann sie durchaus als gelungen bezeichnen. Nur fehlt es hier eben abermals an Spannung. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob sich dieses Phänomen nur auf das Hörspiel beschränkt, oder ob das Buch schon in diesem Stil war. Am Ende der Geschichte fühlt man sich dann ein wenig an die Musikpiraten erinnert: „Auf sie!“, Fesseln und dann noch psychologische Kriegsführung gegen die nicht komplett Bösen. Okay … die Geschichte „Hot Wheels“ (Original-Titel der Automafia) ist älter als „Reel Trouble“ (O-T der Musikpiraten), aber bei den Hörspielen ist es eben andersherum und dementsprechend kommt einem das Ende irgendwie vertraut vor. Abermals bekommt man also eine eher schwache Geschichte vorgesetzt, die den Hörer nur sehr bedingt in ihren Bann schlagen kann. Sprecher: Hier bekommt man auf jeden Fall einen Ausgleich zu der nicht grade weltbewegenden Story. Peter Pasetti und die drei ??? sind fast über die komplette Distanz sehr gut? Nur fast? Aber hallo … wenn Bob gegenüber Gracy den coolen Typen raushängen lässt, dann klingt das so dermaßen aufgesetzt und gezwungen cool, das man fast meinen möchte Andreas Fröhlich selbst würde gleich in Gelächter ausbrechen. Nun gut … das ist eine Szene und das kann noch verschmerzen. Wenn man sich jetzt auch noch eingesteht, dass Stefan Brönnecke in seiner Rolle als Ty Cassey nicht ganz überzeugen kann und in der Vergangenheit schon mal ein ganzes Stück besser war (z.B. als Mike in Tom und Locke), dann hat man aber auch schon alle Schwächen der Sprecher aufgedeckt. Schade nur, dass der Auftritt an Peter Matic so kurz ausfällt … von ihm hätte ich gerne etwas mehr gehört. Ansonsten gibt es hier wenig bis gar nichts zu meckern, so dass man insgesamt Sprecherleistungen zu hören bekommt, die ich als „schwach gut“ bewerten möchte. Musik und Effekte: Die äußerst moderne Ausrichtung der Musik bleibt leider. Leider deswegen, weil es den Stücken irgendwie an Charme fehlt. Alles wirkt auf eine seltsame Weise kühl und steril … jedenfalls kein Vergleich zu den Stücken von Carsten Bohn, die der Serie über Jahre hinweg ihren Stempel aufdrückten. Man mag sich bei der Musik verändert haben, bei den Effekten jedenfalls nicht und das ich auch verdammt gut so. Das Geschehen wird stets passend untermalt, ohne das man es dabei übertreiben würde. Beide Aspekte zusammen ergeben dann einen durchschnittlichen Eindruck, da es durch die Verwendung der eher schwachen Musikstücke über weite Strecken an Atmosphäre mangelt. Fazit: Die Geschichte selbst ist schon besser als die „Musikpiraten“, da hier zumindest ein wenig Spannung aufkommt. Dennoch ist man meilenweit von der Klasse der ganz alten Geschichten entfernt. Doch auch schon bei den „Crimebusters“ gab es gute Folgen, wie den „giften Gockel“ oder die „Comic-Diebe“, doch auch an diese Geschichten kann man nicht anschließen. Grade die Musik trägt auch noch ein gutes Stück zur Endbewertung dieser Produktion bei, da sie manchmal ziemlich lieblos wirkt. Einziger Aspekt der größtenteils gelungen ist, sind die Sprecher, doch auch hier hat man sich ein paar Schnitzer gegönnt, so dass man abermals insgesamt eine durchschnittliche Produktion zu hören bekommt. Allerdings hat man die Talfahrt, die nach der 49. Folge begann endlich gestoppt, denn die „Automafia“ ist schon ein Stück besser als die „Musikpiraten“. ![]() ![]()
lord gösel |