Die drei ??? (46)
und der schrullige Millionär




Inhalt:
Als bei der Verlobung seiner Tochter ein Teller zu Boden fällt, erleidet der geizige Millionär Pilcher einen Herzanfall. Er scheint dem Tode nahe, doch dann ist er plötzlich verschwunden. Wurde er entführt? Die drei Detektive versuchen, das Rätsel zu lösen, und Justus fordert seine Kollegen zum logischen Denken auf...

Story:
Entführungen sind ein Thema mit dem die drei ??? gar nicht so oft konfrontiert werden und demensprechend ist diese Thematik nicht so augelutscht, wie es etwa bei TKKG der Fall ist. Dennoch vermag es die Geschichte nicht wirklich den Hörer in ihren Bann zu ziehen, was primär daran liegt, dass die gesamte Dramatik nicht vermittelt wird. Da wird also ein alter Mann entführt, der seine Herztabletten dingend braucht und das ganze wird nur einmal erwähnt. Statt also mit gehörigem Druck an die Ermittlungen zu gehen, lässt man immer mal wieder einen Tag verstreichen und sieht dann weiter. Zur Auflösung des Falles kommen die ??? dann dank Kommissar Zufall und Justus' Kombinationsgabe. Der schrullige Millionär war das letzte Buch der regulären amerikanischen "Three Investigators"-Reihe und es stellt für meinen Geschmack keinen würdigen Abschluss dar. Auch bei der Umsetzung hat man sich hier und da seltsame Dialoge zusammengeschrieben, so dass man die Geschichte und deren Hörspielverarbeitung nur als durchschnittlich bezeichnen kann.

Sprecher:
Eigentlich ist man es gewohnt, dass die drei ??? und Erzähler Peter Pasetti souveräne Arbeit leisten, doch hier ist dem nicht ganz so. Die Art und Weise, wie Oliver Rohrbeck Justus in dieser Folge in Szene setzt schmeckt mir mal so gar nicht. Justus war schon immer etwas überheblich, aber wie er hier mit seinem Freund und Kollegen Peter spricht ist schon verdammt aarogant. In Inlay sind zwar einige Sprecher aufgeführt, aber der Grossteil von ihnen kommt maximal 20 Sekunden zum Einsatz, so dass man die Leistungen nicht bewerten kann. Längere Einsätze haben nur: Thomas Naumann, Gabi Libbach, Walter Eltz, Manfred Liptow und Michael von Rospatt. Bis auf letzteren sind die Sprecherleistungen auch wirklich gut. Moment mal ... bei Michael von Rospatt sollen sie also nicht gut sein? Nun ... er verkörpert den schrulligen Millionär Pilcher und der ist ein Charakter der eigentlich NUR meckert und schreit und das das ist nicht grade angenehm für die Ohren. Für meinen Geschmack legt Michael von Rospatt ein Overacting an den Tag. Insgesamt sind die Sprecherleistungen noch in Ordnung, aber grade Oliver Rohrbecks Leistungen haben den Hörspass für mich geschmälert.

Musik und Effekte:
Musikalisch fand ich diese Folge ziemlich "unauffällig". Keines der Stücke, dass hier zum Einsatz kommt ist schlecht oder gar deplaziert, aber es fehlt den verwendeten Musiken an Wiedererkennungswert. Auch die Effekte sind in dieser Folge eher unauffällig, was wohl daran liegen mag, dass es nicht viele Szenen gibt, die eine besondere Effektkulisse verlangen. Was man geboten bekommt ist ohne Frage solide, aber ich habe definitiv schon bessere Arbeit gehört.

Fazit:
Das letzte reguläre Abenteuer der "echten" ??? kommt relativ unspektakulär daher. Die Geschichte ist weder unheimlich, wie das Gros der Geschichten zu Beginn der Serie, noch besonders actiongeladen, wie es etwa ab Folge 30 "modern" wurde. Die Handlung plätschert vor sich hin und das Verhalten von Justus steigert den Spass auch nicht grade. Selbst Musik und Effekte hauen einen diesmal nicht besonders vom Hocker, so dass man insgesamt eine durch und durch durchschnittliche Produktion bekommt. Für Fans ist die Folge sicherlich ein Muss, aber dem "Ottonormalhörer" muss sie nicht unbedingt bekannt sein.



lord gösel