Die drei ??? (125)
Feuermond

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Inhalt: Rätselhafte Briefe eines verstorbenen Malers bringen Die drei ??? auf die Spur eines verschollenes Gemäldes…Und der Gegenspieler der Detektive aus Rocky Beach ist kein geringerer als der französische Meisterdieb Victor Hugenay! Wird es den drei ??? gelingen, das Rätsel um Feuermond zu lüften? Story: Ein neues Jubiläum gab es bei den drei ???, denn der 125. Fall will gelöst werden und erneut hat sich Andre Marx hingesetzt und einen Dreifach-Band verfasst. Das Jubeln über „Feuermond“ war groß und nicht selten war die Rede davon, dass man hiermit an die alten Klassiker anknüpfen würde. Nun liegt endlich auch die Hörspiel-Umsetzung vor und es stellt sich die Frage, ob es auch hier Anlass zum Jubeln gibt. Leider muss ich dies klar verneinen, denn als die erhoffte Eingebung hat sich das 125. Hörspiel für meine Begriffe wahrlich nicht herausgestellt. Nehmen wir das Positive vorweg: Die Ideen die Marx hier verarbeitet hat sind wirklich sehr gut und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass man keinen Abklatsch bekannter Geschehnisse serviert bekommt. Auch die Auflösung am Ende erscheint überaus schlüssig und vermittelt der Geschichte einiges an zusätzlichem Tiefgang. Was für meine Begriffe aber ziemlich gelitten hat, dass ist die Dramatik der Geschichte. Die drei CDs die hier vorliegen wurden quasi vollständig ausgenutzt und somit kommt man auf eine Spielzeit von mehr als 3,5 Stunden. Das wäre an sich kein Problem, doch gerade auf den ersten beiden Silberlingen finden sich viele Szenen, die fast schon in die Länge gezogen wirken. Hier wäre ein rigoroseres Kürzen seitens Andre Minningers sehr wünschenswert gewesen, um die Spannungskurve auf konstantem Kurs zu halten. So ist es nämlich eher der Fall, dass sich Desinteresse einschleicht. Zumindest ich habe kurz vor dem Ende der zweiten CD nur gedacht: „Man, kann da jetzt bitte endlich mal etwas passieren!“. Was auch auf der dritten CD dann geschieht, doch bis dahin ist leider sehr lange Hängen im Schacht. Die Geschichte von „Toteninsel“ mag extrem übertrieben gewesen sein, doch hier stimmte wenigsten die Bearbeitung für das Hörspiel, denn am Ende der jeweiligen CD wollte zumindest ich immer sofort wissen wie es weitergeht, während ich bei „Feuermond“ auch ohne Probleme eine längere Pause einlegen konnte. Ein weiterer Punkt, der für etwas Verwirrung sorgt, sind die „Bonus-Tracks“, die am Ende jeder CD kommen und zusätzliche Szenen enthalten. Lediglich der Track der dritten CD war wirklich interessant, während man auf CD 1 und 2 „nur“ Informationen zu hören bekam, die man bereits aus der Geschichte kannte. Die Idee ist sicherlich nett gewesen, denn wenn die Szenen (wie diese auf CD 1 und 2) aus gutem Grund gekürzt wurden, so hätte man sie für meine Begriffe nicht dann doch noch zu hören bekommen müssen. Wie dem auch sei, worum es hier eigentlich gehen soll ist die Handlung und die kann nur mit gewissen Einschränkungen überzeugen, da sie eben lange Zeit viel zu aufgebläht wirkt und man hier und da die nötige Dramatik vermisst, die ein derart großer Fall mit sich bringen müsste. Sprecher: Die Sprecher, die in dieser Folge zu hören sind, agieren fraglos allesamt mehr als solide. Allen voran natürlich die Sprecher der ???, in persona Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich. Hier sitzt alles und es macht Spaß den Gesprächen zu lauschen, wenngleich sie auch gerne mal zu ausufernd ausfallen. Als kleiner Gag ist hier Nick Heidfeld zu hören, der einen LKW-Fahrer spricht. Seine Rolle ist klein und fällt eigentlich in Anbetracht der opulenten Spielzeit kaum ins Gewicht, aber dennoch sei gesagt, dass man schon recht deutlich hört, dass er (vermutlich) keinerlei Erfahrung im Metier Hörspiel hat. Wer mir außerdem noch so einige kleine Probleme bereitet hat ist Dirk Bach. Irgendwie wirkt er auf mich immer ein wenig überdreht, was nicht so recht in diese Serie passen will. Entschädigt wird man dafür aber mit der Rückkehr Dorette Hugos als Britanny. Da macht das Hören nämlich direkt wieder mehr Spaß. Wie bereits oben erwähnt, sind die Leistungen der Sprecher insgesamt betrachtet sehr solide und hinterlassen einen wirklich guten Eindruck. Musik und Effekte: Pünktlich zum Jubiläum hat man sich ein Herz gefasst, das Schreien der Fans erhört und präsentiert der Hörerschaft eine neue Titelmelodie. Allerdings muss man sagen, dass das neue ???-Theme wohl auch nicht auf absolute Liebe bei allen Fans stoßen wird. Für meine Begriffe passt es wesentlich besser zur Serie, als die „Robbo-Techno-Musik“, aber insgesamt wirkt die Musik vielleicht ein wenig zu happy. Allerdings muss man sagen, dass es in eine sehr ähnliche Richtung geht, wie die alten Bohn-Stücke. Ich jedenfalls mag das Stück und hatte schon nach dem ersten Hören einen Ohrwurm. Auch bei der übrigen Musik gab es einige Neuerungen, denn hierfür zeichnen sich nun (wie auch für das Titelstück) Christian Hagitte und Simon Bertling (aka STIL) aus. Hier hat man eine gute Wahl getroffen, denn durch die neuen Stücke entsteht eine überaus angenehme und sehr passende Stimmung. Auch auf der Seite der Effekte liefert man die gewohnt ordentliche Leistung und somit könnte in diesem Bereich eigentlich alles gut sein, doch dem ist leider nicht so. Es gibt da ein nicht unbeachtliches Problem, das auf den Namen Übersteuerung hört und gerade auf der ersten CD mit einer unglaublichen Penetranz zum Tragen kommt. Auch die Abmischung an sich erscheint wenig harmonisch, denn manche der etwas ruhigeren Passagen erweisen sich als so leise, dass man nicht selten zum Lautstärkenregler greifen muss um noch etwas zu verstehen. Allerdings scheint sich da wohl seitens EUROPA noch etwas zu entwickeln. Trotz allem hätten die CDs SO nicht in den Handel kommen sollen. Dieser Umstand schmälert den ansonsten überaus positiven Eindruck der technischen Umsetzung doch sehr. Fazit: Ich muss gestehen, dass ich von „Feuermond“ doch ziemlich enttäuscht war. Es mag primär daran liegen, dass ich einfach zu viel erwartet habe, nach all den positiven Resonanzen die das Buch hervorgerufen hat. Die Umsetzung als Hörspiel hat mich jedenfalls nicht überzeugt, da die mehr als 3 Stunden Spielzeit sich doch viel zu oft in die Länge gezogen haben und ich diverse Male dachte: „Passiert jetzt was?“ Es scheint abermals ein Fehler zu sein den sich Andre Minninger ankreiden lassen muss, denn auch bei „Geisterzug“ hat er in seiner Rolle als Hörspiel-Drehbuch-Autor sehr mäßige Arbeit geleistet. Was für ein wenig Entschädigung sorgt sind die Sprecher, die zu 95% überaus souverän agieren und somit einen kleinen „Ausrutscher“ wie den Einsatz von Nick Heidfeld schnell vergessen machen. Pluspunkte kann man ebenfalls für das neue musikalische Gesicht der Serie sammeln, das nun wieder ziemlich „rockig“ daherkommt und die Herzen diverser Fans älteren Baujahrs höher schlagen lassen dürfte. Was im Gegenzug direkt wieder für Enttäuschung sorgt, ist die Technik. Die Übersteuerungen und diverse Lautstärken-Differenzen sind Punkte, die bei einer derartigen Produktion nicht passieren dürfen. Das mag nun alles insgesamt wohl wesentlich schlimmer klingen als es eigentlich ist, denn prinzipiell ist „Feuermond“ ein solides Durchschnittshörspiel geworden, dass man sich durchaus mal anhören kann und was in Schulnoten eine glatte 3 verdient hätte. Leider ist das in meinen Augen aber einfach zu wenig für eine Produktion, die ein Jubiläum und somit eigentlich ein Highlight darstellen sollte. Also … für Fans der Serie sicherlich ein oder zwei Ohren wert, aber der erhoffte Knaller ist ausgeblieben und dem Hype um „Feuermond“ wird zumindest das Hörspiel nicht gerecht. ![]() ![]()
lord gösel |