Chronologie der letzten Tage (4)
Im Karakorum




Inhalt:
"Halten Sie sich für gut? Sie sollten es tun! Denn Sie sind das Einzige in diesen Mauern, das Sie für gut halten können ... und ich meine: das Einzige"

Antonio Santori

Inhalt laut Homepage:
Das letzte Kapitel ist aufgeschlagen. Ein Kind ward geboren. Doch wer wird es besitzen? Zu Entscheiden den jahrhunderte andauernden Kampf zwischen Gut und Böse. Der Austragungsort ist bestimmt worden. In den schroffen, menschenfeindlichen Höhen, wo der Gehörnte die Wege weist - die alle in den Tod münden.

Story:
Das ist es also: Das Finale der „Chronologie der letzten Tage“. Die Folge, mit der die Geschichte endet. Was erwartet einen als Hörer nun? Setzt man auf „Ein Grab im Eis“ noch eins drauf und präsentiert die bis dato verworrenste Folge der Mini-Serie? Mit Nichten! Eher das Gegenteil ist der Fall, denn die Handlung von „Im Karakorum“ zeigt sich ziemlich gradlinig im Gegensatz zu den Teilen 2 und 3 und geht tendenziell in eine ähnliche Richtung wie „Im Hochmoor“. Wie zu erwarten war, so werden im abschließenden Teil natürlich eine ganze Reihe von Unklarheiten aufgeklärt und Fragen beantwortet, die man sich als aufmerksamer Hörer schon selbst zusammenbastelt hat. Wie es der Grossteil der Hörer wohl auch erwartet hat, gibt es natürlich kein waschechter Happy End, sondern ein Ende, bei dem immer noch viel im Ermessen des Hörers liegt. Inhaltlich ein würdiger Abschluss einer tollen in sich geschlossen Serie. Wer die bisherigen Folgen mochte, für den ist auch hier beste Unterhaltung garantiert.

Sprecher:
Hier gibt es keinerlei neue Sprecher zu vermelden. Alle vorkommenden Stimmen, sind aus den ersten drei Teilen der Serie bekannt. Es gelingt abermals, sich noch mal etwas zu steigern, was sehr schön ist und auch davon zeugt, dass die Sprecher mit dem entsprechenden Engagement zu Werke gehen. Die beste Figur macht hier, wie auch im Rest der Serie, wieder einmal Marco Göllner. Egal ob er als Erzähler fungiert, oder seine Rolle als „David“ lebt. Er ist ein verdammt talentierter Sprecher, der auch ohne Probleme an der Seite bekannter Profi-Sprecher bestehen kann, was er zuletzt eindrucksvoll in „Open the door“ bewiesen hat. Alles in allem also wieder wirklich gute Sprecherleistungen, die so manche Konkurrenz im Independent-Bereich ziemlich alt aussehen lassen.

Musik und Effekte:
Zwar ist die Folge bodenständiger, als die beiden zuvor, aber das heißt nicht, dass die Untermalung deshalb schlechter wäre. Man hat sich auch hier äußerst viel Mühe gegen und die Atmosphäre der Berge und des Tempels (in dem es zum großen Finale kommt) sehr schön eingefangen, so dass man als Hörer keine Probleme mit dem „Kopfkino“ bekommt. Auch bei den Effekten liegt man größtenteils goldrichtig (sieht man mal von einem etwas seltsamen Türenquietschen ab), so dass ich hier abermals von einer äußerst gelungenen technischen Seite sprechen möchte, die sich auch ohne nennenswerte Probleme mit Produktionen der großen Label messen kann.

Fazit:
Mit „Im Karakorum“ bringt man eine beeindruckende Independent-Hörspiel-Produktion zu einem tollen Ende. Sicherlich ist es schade, dass die Serie nun beendet ist, aber man hätte die Geschichte auch nicht endlos weiterführen können, denn irgendwann will der Hörer auch mal eine Auflösung haben. Insgesamt betrachtet, hat mir sowohl diese letzte Folge, als auch die Serie als Ganzes sehr gut gefallen. Es ist nur schade, dass immer wieder soviel Zeit zwischen den Veröffentlichungen der einzelnen Teile vergangen ist. Am besten ist es wirklich, sich gut 4 Stunden Zeit zu nehmen und die Mini-Serie als „Gesamtkunstwerk“ zu genießen. Die Handlung hat viele verschiedene Facetten und reicht von „einfachem Grusel“ über horrorhafte Schockmomente bis hin zu Szenarien, die einem Drogenrausch ähneln. Zum Abschluss also noch mal (und auch für die ganze Serie zusammen) dasselbe Urteil wie drei mal zuvor: Eine echte TOP-Produktion, die man nicht so schnell wieder vergisst!



lord gösel