Chronologie der letzten Tage (3)
Ein Grab im Eis

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Inhalt: "Siehst du nicht ... wie schön sie schwimmt? Die weisse haut ... siehst du nicht ihren blonden Flaum, wie Seetang? Reizt es dich nicht zu ihr zu gehen?" Hermann Senn Inhalt laut Homepage: „Für wen ist der Sarg?" - "Es ist Dein Sarg, Andrea." Jelena und Clodomir stoßen schweren Herzens den Sarg mit Andrea in das eisige Wasser. Es ist der einzige Weg sie zu retten, sie und vor allem ihr ungeborenes Kind, das Kind, das nicht zum Stadthalter des Bösen auf Erden werden darf. Und so liegt die Hoffnung im ewigen Eis, in der letzten Festung des Guten, beim Alten. Story: Schon der zweite Teil kam mit einer Geschichte um die Ecke, die überaus verwirrend war, und dem Hörer so einiges abverlangte. Mit der Handlung des dritten Teils treibt man diese Vorgehensweise nun auf die Spitze. Es gibt viele Sprünge in der Handlung und eine Reihe von verschiedenen Schauplätzen und natürlich wie schon beim zweiten Teil die ständige Frage: Was ist Wirklichkeit? Wem also schon der zweite Teil zu „unverdaulich“, dem dürfte der dritte Teil ziemlich schwer im Magen liegen, denn hier wird alles noch verworrener und surrealer. Doch abermals gilt: Wer aufmerksam zuhört und 1 und 1 zusammenzählen kann, dem wird sich der Sinn hinter der Geschichte sicherlich erschließen und dann hat man auch nicht zu große Probleme die Handlung zu begreifen. Insgesamt also alles andere als leichte Kost, aber ein wichtiger Teil des Gesamtkomplexes der Handlung und somit für das vollständige Verständnis absolut unumgänglich. Wenn man sich drauf einlässt und stets mitdenkt, so wird man auch hier wieder sehr gut unterhalten. Sprecher: Im Gegensatz zum zweiten Teil, trifft man hier nicht nur auf bekannte Charaktere, sondern es kommen einige neue hinzu und dementsprechend gibt es auch neue Stimmen zu hören. Zwei Sprecher fallen dabei besonders auf: Thomas Ocke Held und Volkmar Eckard. Held spielt den recht versponnenen Charakter des „Alten“. Seine Art zu Sprechen mag seltsam erscheinen, aber sie passt auf jeden Fall zu dem Typ den er verkörpert: Ein einsamer Mensch mitten im ewigen Eis. Eckhard leiht Antonio Santori, einem bösem Handlanger von Hermann Senn seine Stimme und klingt wirklich souverän. Die übrigen Sprecher der neuen Charaktere sind weniger auffällig aber dennoch bei Leibe nicht schlecht. Einen „bekannten“ Namen erspäht man noch im Inlay: Andreas Bötel, Sprecher bei „Grüsse aus Gehenna“, verkörpert Andreas Vater. Seine ist sein Auftritt nur recht kurz, so dass er nicht sein volles Können ausspielen kann. Den Sprechern, die man bereits auch Teil 1 und 2 kennt, kann man eine weitere Steigerung attestieren. Grade Meike Sieveking (Andrea Herzberge) bringt ihre stellenweise doch recht schwierigen Parts sehr glaubhaft rüber. Aushängeschild der Serie bleibt weiterhin Marco Göllner als Erzähler. Alles in allem bekommt man wirklich gute Sprecherleistungen geboten, bei denen man nur selten bemerkt, dass hier keine Profis am Werk sind. Musik und Effekte: Beim Punkt Geschichte habe ich schon angedeutet, dass es noch „abgefahrener“ zugeht, als beim zweiten Teil. Dementsprechend musste man sich ganz schön ins Zeug legen, um die verschiedenen Ebenen auf denen die Geschichte spielt ordentlich in Szene zu setzen. Wie schon bei „Spur des Weihrauchs“ setzt man auch hier auf eine äußerste gelungene Kombination aus verschiedenen Effekten und unheilschwangeren Melodien. Grade beim Punkto Musik hat ein paar Kohlen nachgelegt und präsentierte eine sehr vielschichtige Untermalung, die einen großen Anteil an der düsteren Atmosphäre dieses Hörspiels trägt. Abermals hat man es geschafft sich gegenüber dem direkten Vorgänger zu steigern und somit auf einem technisch wirklich sehr hohen Niveau. Fazit: Aller guten Dinge sind drei? Aber Hallo … und diesem Falle sind sie hoffentlich sogar vier. Jedenfalls hat mich auch der dritte Teil der „Chronologie der letzten Tage“ absolut in seinen Bann geschlagen. Allerdings ist abermals aufmerksames Hören gefragt, da man sonst schnell den Anschluss verlieren kann. Wenn dies aber gegeben ist, so kann man als Hörer richtig tief in die Geschichte eintauchen und ist wieder einmal „mittendrin statt nur dabei“. Die Sprecher können sich von Teil zu Teil steigern und selbiges gilt auch für die technische Seite. Auch für „Ein Grab im Eis“ empfehle ich das Hören über Kopfhörer in einem dunklen Raum. Gänsehaut ist garantiert! Der langen Rede kurzer Sinn: Auch mit dem dritten Teil liefert man dem Hörer eine wahre TOP-Produktion. ![]() ![]() ![]() ![]()
lord gösel |