Gabriel Burns (34)
Ich weiss, was Angst ist




Inhalt:
In den hölzernen Götzen-Schreinen am Ufer loderten kleine Feuer. Menschen drängten sich um eine Schar barfüßiger Priester. Ein Rauschen, wie die Schwingen eines großen Raubvogels, fiel über das Dorf. Er hatte sie gefunden ...

Der Legende nach befand sich in Jangal Mandir der Zugang zur Unsterblichkeit. Hier verschwand der Strom der Seelen ...

Von Schlingpflanzen halb bedeckt zeigten die Enden der Steinpritschen raubtierhafte Fratzen. Die Metallröhre mit dem Stein von Akhilesh hing an einem Ledergurt über Bakermans Schulter. Seine Hand ruhte auf dem Verschluss. Hinter den Fensternischen formten sich weitere Mönche aus dem Nassgrau der fahlen Nacht..

Story:
Mein Interesse an dieser Serie war zwischenzeitlich zur Gänze erloschen. Doch die Folgen 31 und 32 hatten einiges an Besserung in Sicht gebracht, schaffe man es hier doch zumindest, eine durchgehende Handlung zu erzählen und die Serie nicht immer mehr zum „Gesamtkunstwerk“ werden zu lassen, wie es aus meiner Sicht gerade bei den Folgen 25-30 war. Nun erscheint also bereits das 34. Abenteuer und der Titel „Ich weiss, was Angst ist“ legt nahe, dass man hier mit Informationen bezüglich des Erzählers versorgt wird, sind dies doch die ersten Worte, die er in der Serie spricht. Leider wird dies aber nicht in der vorliegenden Folge getan, denn hierbei andelt es sich um den ersten Teil eines Zweiteilers. Leider findet man darüber keinerlei Anmerkungen auf der Hülle, wie es bei früheren Zweiteilern (12/13, 15/16, 17/18) der Fall war. Dementsprechend endet dieses Hörspiel nach rund 60 Minuten einfach mitten in der Handlung. Prinzipiell wäre dies ja nicht so schlimm, wenn vorher auch mal was spannendes passieren würde. Allerdings muss ich gestehen, dass sich die Spannung hier doch ziemlich in Grenzen hält. Inhalt dieser Folge ist die Suche nach dem achten fahlen Ort. Das Ganze wird gewohnt in epischer Breite erzählt, aber abgesehen von einer Actionszene in einem reißenden Fluss, setzt die Handlung betont wenige Akzente. Dafür darf Steven Burns aber mal wieder kurz mitmischen, aber auch eher am Rande. Was am Ende der Folge bleibt, ist ein fader Geschmack, den ich auch beim Großteil der hinteren 20er-Folgen empfunden habe. Fans kommen hier sicherlich auf ihre Kosten, denn auch nur die dürfte der Inhalt ansprechen.

Sprecher:
Wie bereits geschrieben, darf Steven Burns sich auch mal wieder zu Wort melden und dementsprechend, kommt Bernd Vollbrecht endlich wieder zum Einsatz. Die Figur hat schon eine interessante Wandlung durchgemacht und Vollbrecht versteht es, dies der Hörerschaft zu verdeutlichen. Ansonsten fällt die Cast für diese Folge eher klein aus, denn im Großen und Ganzen tifft man nahezu nur auf bekannte Charaktere, wie Bakerman (Ernst Meincke), Joyce Kramer (Bianca Krahl), Larry Newman (Björn Schalla) oder Schmidt (Andreas Ksienzyk). Vorallem letzterer muss hier einiges durchstehen und liefert nicht selten erschreckend gute Leistungen ab. Auch bei den fünf Nebenrollen darf man sich auf gelungene Leistungen einstellen, was man bei Namen wie Karl Schulz (Mahesh) oder Norman Matt (Chappu) aber auch erwartet. Hier macht Volker Sassenberg jedenfalls so schnell keiner was vor. Er versteht es einfach, seine Sprecher anzuleiten und zu Höchstleistungen zu pushen. Klare Sache: Hier darf man absolut zufrieden sein und sich auf sehr gute Leistungen freuen!

Musik und Effekte:
Volker Sassenberg war hier am Werke und dementsprechend erwaret man eine Umsetzung, bei der einem die Ohren schlackern. Wenn es dann auch mal richtig zur Sache geht, dann fiebert man fraglos mit den Protagonisten mit. In diesem Bereich der Produktion ist also alles beim alten geblieben: Filmreife Musikeinspielungen treffen auf gezielt eingestreute Effekte, die dem Kopfkino auf grandiose Art und Weise auf die Sprünge helfen. Allerdings vermag Sassenberg es auch, die eher ruhigeren Szenen sehr plastisch umzusetzen. Man hat jedenfalls zu keiner Sekunde einen Zweifel daran, sich in Indien zu befinden. Hier darf man also abermals ein großes Kompliment aussprechen.

Fazit:
Bestünde ein Hörspiel allein aus den Leistungen der beteiligten Sprecher und der technischen Umsetzung, dann dürfte sich „Ich weiss, was Angst ist“ wohl ohne Frage mit der Höchstwertung schmücken. In diesen beiden Bereichen ist Volker Sassenberg einfach ein Garant für Arbeit, die einem dem Mund offenstehen lässt. Was Sassenberg aus seinen beteiligten Sprechern herauskitzelt, ist wirklich atemberaubend und lässt dem Hörer nicht selten eine Gänsehaut über den Körper jagen. Nicht minder imposant präsentieren sich Musik und Geräusche und man glaubt bei diesem Hörspiel wirklich mitten in Indien im Monsun zu stehen. Hut ab, denn hier bleibt sich die Produktion absolut treu und kann ihren Status als eine der Refrenzeserien im kommerziellen Hörspielbereich verteidigen. Weniger Begeisterung vermag das Gebotene aber im inhaltlichen Bereich bei mir zu erzeugen. Das gesamte Geschehen wirkt auf mich viel zu gestreckt und ich finde es schon ziemlich unverschämt, dass es auf der Hülle keinen Hinweis darauf gibt, dass es sich um den ersten Teil eines Zweiteilers handelt. Somit bietet die Folge ähnlich viel Inhalt, wie ein Großteil der späteren 20er-Folgen. Wer schon „damals“ damit zufrieden war, der wird auch hier wieder auf seine Kosten kommen. War einem Burns allerdings schon lange zu konfus, dann wird auch diese Folge nicht viel daran ändern. Alles in allem also ein Hörspiel für die echten Fans der Serie, dass sich aufgrund der phantastischen technischen Umsetzung mit einer 3(+) und ebenso vielen Sternen schmücken darf.



lord gösel