Gabriel Burns (20)
Staub der Toten




Inhalt:
Der Vorhang am Fenster wurde ein Stück beiseite gezogen. Larry stellte sich vor, wie sein Besucher wachsam das nächtliche Krankenhausgelände beobachtete. Die Antwort lag ganz nah. "Das Wolfram...?"

"Ich will nicht... brennen", wimmerte die Frau. Notdürftig hatte man sie mit Brandsalben und Verbänden verarztet. Aber der unerbittliche Selbstvernichtungsprozess ihres Körpers war nicht mehr lange aufzuhalten. Das Experiment trat in die letzte Phase.

Story:
Auch „Staub der Toten“ bietet nicht, wie versprochen, eine erste Auflösung, aber dafür gibt es wieder einmal kleine Häppchen. Diesmal wird geklärt wofür man unter anderem(?) das so wichtige Wolfram benötigt. Eingebettet wird das ganze in eine verdammt spannende Geschichte rund um eine Gruppe von Menschen, die ohne erkennbaren Grund plötzlich in Flammen aufgehen. Dieser Aufhänger bietet natürlich wieder mal einiges an düsterer Atmosphäre und somit macht das Hören dieser Folge direkt noch wesentlich mehr Spaß als bei „Die welke Saat des Lotus“. In diversen Szenen geht man auch wieder einmal alles andere als zimperlich vor und bei der Obduktionsszene kommen Erinnerungen an den Larry Brent Klassiker „Chopper – Geisterstimme aus dem Jenseits auf“. Ja, der Ekelfaktor ist hier stellenweise wirklich hoch und somit haben wir mit „Staub der Toten“ ein Hörspiel das ganz eindeutig nicht in die Hände von Kindern gehört. Als Einzelfolge zeigt sich das 20. Abenteuer Steven Burns’ für meinen Geschmack richtig stark und auch die kleinen Aufklärungsbröckchen tragen ihren Teil zur langsamen Lösung des Großen Handlungsrahmens bei. Sicherlich … man bekommt nicht die versprochene Wahrheit serviert, aber dennoch konnte mich diese Folge vom ersten Moment an völlig in ihren Bann ziehen und die Handlung hat mich wirklich überzeugt.

Sprecher:
Auch in der 20. Folge der Serie lassen sich die Sprecher der Hauptcharaktere zu keiner Sekunde die Butter vom Brot nehmen. Bianca Krahl, Björn Schalla, Bernd Vollbrecht und Ernst Meincke agieren gewohnt souverän und bringen ihre Rollen absolut glaubwürdig rüber. Da Dorgan Fink wieder mitmischt gibt es ein Wiederhören mit Timmo Niesner (u.a. deutsche Synchronstimme von Elijah Wood), was sehr erfreulich ist. Für meinen Geschmack hört man diesen talentierten Sprecher leider viel zu selten in Hörspielen. Doch nicht nur er kann überzeugen, sondern auch der „Rest“ der Sprecher für die Nebenrollen. Grade Tobias Kluckert kann in seiner Rolle als „Nicolas Skelton“ so richtig zeigen was ihn ihm steckt. Herausragend als Sprecher dieser Folge und wohl auch der ganzen Serie bleibt aber Jürgen Kluckert als Erzähler. Es ist wieder einmal unglaublich, wie dieser Mann alleine durch seine Stimme düstere Atmosphäre erschaffen kann. Alles in allem gibt es also das gewohnte Bild einer Burns-Produktion, sprich sehr gute Sprecherleistungen.

Musik und Effekte:
Ich gebe es ganz offen zu: Nach 19 Folgen weiß ich einfach nicht mehr, was ich noch zu der technischen Seite dieser Serie schreiben sollte, ohne mich jedes Mal zu wiederholen. Gemeinsam mit den Serien „Edgar Allan Poe“ (Lübbe) und „Grusel Kabinett“ (Titania Medien) stellt Gabriel Burns ganz einfach das Maß der Dinge in Bereich Musik und Effekte der kommerziellen Hörspielwelt dar. Filmreife und unglaubliche düstere Musikstücke lassen eine Atmosphäre entstehen, die man als Hörer glaubt anfassen zu können. Hinzu gesellen sich absolut realistische Effekte, so dass das Prädikat „Kino für die Ohren“ absolut gerechtfertigt ist. Grade die Szenen, wenn die „menschlichen Bomben“ in Flammen aufgehen sind so eindringlich und intensiv gestaltet, dass einem sich beim Hören eine meterdicke Gänsehaut auf den Körper legt. Nein, in diesem Bereich macht Volker Sassenberg so schnell keiner was vor. Meine Fazit für diesen Bereich: Schlicht beeindruckend!

Fazit:
Es wird sicherlich Leute geben, die sich darüber beschweren, dass man nicht, wie im Vorfeld versprochen, die ersten wirklichen Lösungen des großen Handlungsahmens zu hören bekommt. Aber man bekommt in jedem Fall wieder kleine Häppchen präsentiert und vor allem bekommt man eine wirklich sehr gute Folge geboten. Die Geschichte ist spannend, absolut kurzweilig und sicherlich auch nichts für Leute mit allzu schwachen Nerven und/oder Mägen. „Staub der Toten“ funktioniert sowohl als Einzelhörspiel der Serie als auch als Teil des Großen Ganzen, was bei der direkt vorangegangenen Folge nicht der Fall war. In den „restlichen“ relevanten Aspekten zeigt sich diese Produktion auf der Höhe der Zeit und untermauert wieder einmal die Ausnahmestellung die diese Serie im Hörspielbereich innehat. Von meiner Seite gibt es jedenfalls die Höchstwertung, denn das Hören dieser Folge ist mal wieder ein äußerst intensiver Trip in eine andere, düstere Welt. TOP!



lord gösel