Gabriel Burns (15)
Ohne Bewusstsein (Teil 1 von 2)




Inhalt:
Hauptstadt der Provinz Nord-Kiwu im östlichen Kongo. Über eine halbe Million Menschen drängen sich in der Stadt am Fuße des Nyiragongo. Der schwefelige Dunst aus dem nahen Vulkan macht das Atmen schwer. Im Hinterland wird ein Mann in das Krankenhaus einer internationalen Hilfsorganisation eingeliefert. Ein Weißer. Verletzt. Identität und Herkunft unbekannt. Die Epidemie bricht aus. Es bleibt nur noch wenig Zeit.

Story:
Schon das Intro dieser Folge kommt nicht derart spektakulär daher, wie man es normalerweise in dieser Serie gewöhnt ist. Und auch alles was danach passiert wirkt in Relation zu dem sonstigen Standard der Serie schon regelrecht belanglos. Es gibt zwar ein kurzes Wiederhören mit einem gewissen Gefängnis, doch das alleine reicht noch nicht aus um den Hörer zu fesseln. Man merkt schon recht stark, dass man hier den ersten Teil eines Mehrteilers vorliegen hat, denn die Handlung kommt einfach nicht in Fahrt. Es wird viel Zeit damit verbracht die Umgebung, in der die Geschichte spielt vorzustellen und an eigentlicher Handlung gibt es herzlich wenig. Zweiteiler hin oder her, für mich legt man mit „Ohne Bewusstsein“ die bis dato schwächste Geschichte der Serie vor. Es sei an dieser Stelle schon mal verraten, dass auch im zweiten Teil die erhoffte Offenbarung ausbleibt, was den ersten Teil noch zusätzlich abwertet, da somit diese Folge als reiner Lückenfüller gesehen werden kann. Mich hat die Geschichte enttäuscht, da sie sehr inhaltsarm und unspektakulär ist.

Sprecher:
Die Sprecher … nun hier gibt es kaum etwas auszusetzen, was man bei dieser Serie mittlerweile aber auch kaum erwartet. Über Jürgen Kluckert und Bernd Vollbrecht noch viel zu schreiben hieße Eulen nach Athen zu tragen und darauf möchte ich an dieser Stelle verzichten. Interessant sind dafür diesmal die Gaststars, namentlich Alex "Tatwaffe" Terboven (Die Firma) und Jimmy Pop (Bloodhound Gang). Grade Letzterer erweist sich als überaus talentiert und spielt seine Rolle als Attentäter der Bakermann und Steven mit einer Machete angreift sehr gelungen. Weder bei den Sprechern, noch bei der Regie gibt es somit Grund zur Sorge, allerdings klingt die Stimme eines Sprechers seltsam „leiernd“. Ob es gewollt ist, oder nicht ist leider nicht nachzuvollziehen. Trotz dieser kleinen „Macke“ bekommt der Hörer hier wie gewohnt gute bis sehr gute Sprecherleistungen zu hören.

Musik und Effekte:
Ich gebe es zu: Mir fällt einfach nichts mehr ein, was ich nicht schon einmal zu diesem Punkt geschrieben habe. Die Effekte sind also gelungen wie immer und werden stets passend eingesetzt. Selbiges kann man auch abermals für die Musik sagen. Allerdings kann diese Folge nicht durch eine derart düstere Atmosphäre glänzen, wie man es in der Vergangenheit schon mehrmals gezeigt hat. Dennoch geht die technische Seite als wirklich gut durch, wobei man allerdings bedenken muss, dass es über weite Strecken an imposanten Szenen mangelt.

Fazit:
Gut wie immer? Nein, diesmal mal kann ich diese Aussage einfach nicht treffen. Seit der Veröffentlichung der 10. Folge war ich wieder zum beinharten Burns-Fan mutiert, doch man hat mit dieser Folge wieder einen Punkt erreicht, den man schon mal mit „Nebelsee“ erreicht hatte: Die Geschichte bietet wenig bis gar nichts und das gleich unter zweierlei Gesichtspunkten. Weder als einzelne und geschlossene Geschichte, noch als Teil des großen Handlungsrahmens kann diese Geschichte überzeugen. Zwar retten die guten bis sehr guten Sprecher und die gewohnt saubere technische Seite noch etwas, aber auch diese beiden Faktoren können „Ohne Bewusstsein“ nicht davor bewahren als „schwächste Folge bisher“ und durchschnittliche Produktion bezeichnet zu werden. Für Fans der Serie sicherlich ein Ohr wert, aber wer bisher schon seine Probleme mit dem Konzept der Serie hatte, der dürfte durch diese Folge (und den folgenden zweiten Teil) wieder frischen Wind in seine Segel bekommen.



lord gösel