Gabriel Burns (11)
Welt der Dämmerung




Inhalt:
Jenseits der rumänischen Grenze gerät ein größenwahnsinniges Projekt außer Kontrolle. Die Sphären...
"Wald... Dieser Begriff hat nichts gemein, mit jenem Albtraum, der Steven Burns in der zweiten Sphäre erwartet. Die Luft ist von Modergeruch durchdrungen. Kein Tageslicht dringt durch das Dickicht der ineinander verwobenen äste. Der matte, geisterhafte Schimmer musste von Fäulnisbakterien ausgehen, die hier einen idealen Nährboden gefunden hatten."
Alles Leben befindet sich in einem widerwärtigen Wandel.
„Augen - viele Augen! - fanden die Eindringlinge und starrten sie an.“

Story:
Der erste Teil dieses Zweiteilers fuhr ein hohes Tempo. Dafür geht es nun hier im zweiten Teil wesentlich behebiger und fast schon etwas zäh zu. Grade mal 52 Minuten dauert diese Folge und dennoch wirkte sie auf mich irgendwie länger ... ein ähnlicher Effekt wie beim "Nebelsee". Es passiert nämlich schlicht und ergreifend recht wenig und als Hörer hatte man eigentlich gehofft, dass Luther Niles einige Informationen rausrücken würde. Zwar tut er dies, doch das ganze wirft mehr Fragen auf, als es klärt. Die Geschichte war für mich nach der sehr guten Folge 10 schon eine Enttäuschung. Es hätte fraglos etwas mehr passieren können. Was bleibt ist ein doch schon fast schwacher Eindruck.

Sprecher:
Hier lässt man ohne Frage gar nichts anbrennen. Jeder der vorkommenden Sprecher gibt sich hörbare Mühe und glänzt mit guten bis sehr guten Leistungen. Etwas aus dem Rahmen fällt da lediglich Fanta-4s "Smudo". Auf mich wirkte er an einigen Stellen etwas emotionslos. Dafür kann er aber sehr beeindruckend schreien ;) Mit Simon Jäger, Gerrit Schmidt-Foss und Jürg Löw hat man Profis im Studio gehabt, die diesen minimalen Patzer ohne Frage ausbügeln können. Auf die Dauer wird es zwar langweilig, aber die Sprecher sind insgesamt wirklich alle gut bis sehr gut und somit immer ein entscheidender Pluspunkt für diese Serie.

Musik und Effekte:
Muss man hierüber wirklich etwas schreiben? Ja, das muss man! Denn bei dieser Folge wird eine so dichte und bedrohliche Atmosphäre geboten, die sogar den Nebelsee übertifft. Das beschriebene Szenario des entarteten Waldes wird mittels geschickter Kombination von Effekten und Melodien so real erzeugt, dass man meint man stünde selbst mitten drin. Die Musik trägt auch noch entscheidend dazu bei, dass die Gesamtstimmung unglaublich bedrückend ist. So bedrückend, dass man immernoch einen Kloß im Hals hat, wenn die CD längst den heimischen Player verlassen hat. Was hier geleistet wurde ist ohne Frage beeindruckend.

Fazit:
"Welt der Dämmerung" schlägt in eine ähnliche Kerbe wie der "Nebelsee". Die Geschichte selbst ist etwas dünn und dürfte den einen oder anderen Hörer ohne Frage verärgern. Demgegenüber steht aber die unglaublich dichte Atmosphäre und dieses mulmige Gefühl, dass einen auch nach dem Hören nicht sofort loslässt. Auch die wieder einmal sehr guten Sprecher stimmen versöhnlich und retten das Hörspiel vor dem Durchschnitt. Allein wegen der Atmosphäre sollte man diese Produktion schon mal gehört haben, aber innerhalb der Serie gab es schon Geschichten die wesentlich mehr fesseln konnten. Die Vorstellung ist zwar GUT, aber man ist aus der Serie einfach noch etwas mehr gewöhnt.



lord gösel