Gabriel Burns (4)
Angst aus Eis

|
Inhalt: Menschliche Konturen zeichneten sich unter dem grauen Laken ab. Der Isländer hob das Tuch. Das Gesicht des Toten spiegelte namenloses Entsetzen wieder. Der Gletscher lag da wie ein gewaltiges Urtier. Eine Zeitlang konnte man sich einreden, es sei der Wind, der über die eisigen Flächen streicht. Es knirschte und brodelte, wenn sich die Eismassen millimeterweise talwärts schoben. Es donnerte, wenn seine Flanken aufbrachen. Jetzt ... nach dreißig Jahren gab der Gletscher sein düsteres Geheimnis frei. Es näherte sich von Nordwesten. Story: In Folge 4 gibt es 2 pareallel ablaufende Handlungsstränge. Zum einen haben Steven und Larry Newman den Auftrag bekommen sich nach Island zu begeben und sich dort "nicht zu sehr auf ihre Sinne zu verlassen". Währenddessen versuchen Bakerman und Joyce Kramer das Leben eines gewissen Leif Magnusson zu retten. Dabei stossen sie auf ungeheuerliches. Was? Wird nicht verraten ;) Beide Handlungsstränge führen zu recht offenen Enden, denn wirklich klar ist am Ende (mal wieder) eigentlich nichts. Dennoch greift man hier Teile der Handlung aus der 1. Folge wieder auf (Wolfram) und präsentiert gleichzeitig neue (?) Gegner. Die Folge funktioniert abermals auf zwei Ebenen. Einmal als Einzelabenteuer, aber auch als Bestandteil des grossen Rahmens. Aufmerksames Zuhören ist hier auf jeden Fall Pflicht und wenn sich darauf einlässt und daran gewöhnt hat, dass die Serie "Gabriel Burns" eben kein easy listening ist, dann wird man hier absolut prächtig unterhalten. Sprecher: Ich spare mir es einfach mal, mich ausgiebig zu den Sprechern der Hauptcharaktere zu äußern, denn hier kann man eigentlich immer wieder nur das gleiche schreiben: Sehr gut. Dennoch sei nochmals kurz Jürgen Kluckert als herausragendster genannt. In Nebenrollen gibt es diesmal einiges an bekannten Namen. Christian Rode steht für Qualität und auch hier zeigt er sich von seiner allerbesten Seite. Simon Jäger darf sich als "Luther Niles" von seiner fiesen Seite zeigen und überzeugt ohne Abstriche. Außerdem bekommt man hier noch Dennis Schmidt-Foss und Giuliana Wendt (bekannt als Elea Eluanda) zu hören. Was etwas seltsam anmutet ist der Auftriit von Santiago Ziesmers, denn er spricht hier eine "Isländerin". Im Booklet gibt es zwar keinen Vermerk darüber, aber seine Stimme ist einfach unverkennbar. Musik und Effekte: Man hat hier eine wahre "Atmosphären-Bombe" erschaffen. Wer zart beseitet ist, der sollte dieses Hörspiel lieber nicht im Dunkeln hören, denn wenn der "Feind" sich auf Opfersuche begibt, dann ist eine Gänsehaut garantiert. Auch ansonsten zeigt man sich hier von seiner besten Seite, denn düstere Atmosphäre schafen, darauf versteht man sich bei Gabriel Burns wie bei kaum einer anderen Serie. Unheilsschwangere Musik in Verbindung mit geschickt eingesetzten Effekten helfen dem Kopfkino an den entscheidenden Stellen auf die Sprünge. Toll gemacht! Fazit: Beeindruckend. Man kann diese Folge immer wieder hören und sie entfaltet jedes mal aufs neue ihre düstere Atmosphäre. Einige Bröckchen die den grossen Handlungsrahmen vorantreiben und den Fan glücklich machen. Über Sprecher und Musik grossartig zu philosophieren hieße Eulen nach Athen tragen. Man hält das Niveau der letzten Folge und liefert hier abermals eine TOP-Produktion ab, die sich Mystery-Fans nicht antgehen lassen sollten! ![]() ![]() ![]() ![]()
lord gösel |