Lady Bedfort
und der Mord in der Manege - LIVE (Video)

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Fazit: Am 18.04.09 wurde „Lady Bedfort“ lebendig. Im Cinema Arthouse Osnabrück schickte sich das Label „Hörplanet“ an, seine erfolgreiche Krimi-Hörspielserie als Live-Hörspiel zu präsentieren. Mit „Lady Bedfort und der Mord in der Manege“ kam eine der ersten Folgen der Serie zum Zug. Nach Auskunft von Regisseur und Musiker Dennis Rohling fiel die Wahl auf dieser Folge, da dort die drei Hauptcharaktere (Lady Bedfort, Butler Max und Inspektor Miller) stets zugegen sind. Wer an besagtem Abend nicht dabei sein konnte, dem entging fraglos eine interessante und auch überaus amüsante Vorführung. Doch der Hörplanet lässt all jene denen Osnabrück zu weit war nicht im Regen stehen und somit gibt es nun einen mit zwei Kameras gefilmten Mitschnitt besagter Vorführung. Für derzeit 5,99 Euro kommt man sowohl in den visuellen als auch in den auditiven Genuss von „Lady Bedfort LIVE“, sprich man bekommt einmal eine WMV- und dazu auch noch eine MP3-Datei. Der Gegenwert für den Preis ist (wie beim Hörplanet üblich) hoch ausgefallen. Natürlich darf man nun keinen Mitschnitt erwarten, der professionellem DVD-Niveau entsprechen würde, doch das Team des Hörplaneten hat mithilfe der beiden Kameras und des Mischpult-Tons das bestmögliche erreicht. Die Sprecher sind stets gut zu erkennen und ihr Minenspiel lässt die gesamte Angelegenheit noch echter wirken. Gerade Dennis Rohling (Max) und Santiago Ziesmer (Miller) scheinen einen großen Spaß gehabt zu haben, wenngleich man auch zugestehen muss, dass manche Einlage des Abends (wie etwa das Kerzen aus pusten, das Trompete spielen oder auch Max' Tauchgang) schon einen Schwenk in Richtung Klamauk machte. Dem Publikum indes war es an jenem Abend egal, denn das fühlte sich prächtig unterhalten, was man nicht zuletzt dem donnernden Applaus am Ende entnehmen kann. An dieser Stelle sei auch der größte Wermutstropfen angesprochen, denn Barbara Ratthey war krankheitsbedingt verhindert und somit wurde die Rolle der rüstigen Clara Bedfort von Marianne Groß übernommen. Zwar ging auch Groß mit hör- und sehbarem Engagement zu Werke, doch es war eben nicht die „echte“ Lady Bedfort. Ebenfalls etwas eigenartige wirkt auf mich Marco Sand. Während seine Kollegen allesamt gestenreich ihr Spiel untermalen, steht er ein wenig steif am Rand. Da seine sprechertechnischen Leistungen aber gelungen waren, kann man problemlos darüber hinweg sehen. Wer an dieser Stelle noch ein paar Worte des Extra-Lobs verdient, ist Dennis Rohling. Neben seiner Rolle als Max übernahm er auch noch die Aufgabe, die vielen Geräusche und Musiken via Laptop an den richtigen Stellen einzuspielen. Diese Doppelbelastung erledigte Rohling bravurös. Ebenfalls erwähnt werden muss der Umstand, dass die Geschichte für die Bühnenaufführung leicht modifiziert wurde. So erkennt Lady Bedfort den flüchtigen Verbrecher nicht direkt in der Manege sondern erst später, was die Geschichte insgesamt noch ein Stück glaubwürdiger erscheinen lässt. Für alle, die diesen noch einzigartigen Hörplanet-Live-Abend miterlebt haben, ist dieser Mitschnitt quasi unverzichtbar, stellt er doch eine tolle Erinnerung dar, die für wenig Geld viel Qualität zu bieten hat. Und auch die hart gesottenen Fans von Lady Bedfort können ihre Freude hieran finden, wenn sie sich eben auf den Umstand einlassen können nicht der echten Lady lauschen zu können. Doch … für mich liegt hier ein sehr gelungenes Special zu der Serie vor von dem es in Zukunft ruhig noch mehr geben kann. lord gösel |