H.P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens (5)
Der Schatten aus der Zeit

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Inhalt: Professor Peaslee bricht während einer Vorlesung bewusstlos zusammen und erwacht erst Stunden später. Er leidet unter völligem Gedächtnisverlust. Sechs Jahre später beginnt er mit der Konstruktion einer seltsamen Maschine. Kurz darauf findet man ihn wieder bewusstlos. Die Maschine ist verschwunden. Die Schriften, die er in den letzten Jahren verfasste, verbrannt. Am nächsten Tag erlangt er das Bewusstsein wieder, ohne sich an die vergangenen sechs Jahre erinnern zu können. Was ist passiert? Seine Alpträume zeigen ihm nach und nach die schreckliche Wahrheit ... Story: „Eine Horrorgeschichte von H.P. Lovecraft“ lautet der Untertitel dieses Hörbuches und der ist für meine Begriffe mit Vorsicht zu genießen. Jedenfalls dann, wenn man Horror mit einer extremen oder stärkeren Art des Grusels gleichsetzt, denn wirklicher Horror wird hier selten bis gar nicht geboten. Das soll nun aber nicht heißen, dass es hier uninteressant oder gar langweilig zugehen würde, ganz im Gegenteil: Es macht Spaß zuzuhören, wie der Hauptakteur nach und nach aufdeckt, was in seinen verlorenen fünf Jahren passiert ist. Oder ist das alles gar nicht wirklich mit ihm passiert und er ist schlicht und ergreifend verrückt? Diese Frage wird natürlich nicht beantwortet und es ist dem Hörer letzten Endes selbst überlassen, zu entscheiden, was passieret ist. Der Inhalt der Geschichte ist schon erstaunlich, wenn man die Zeit bedenkt zu der sie entstanden ist. Für Fans von Lovecrafts Geschichten sicherlich unausweichlich und auch Fans von Gruselgeschichten können ruhig reinhören, sollten aber mit Lovecrafts ureigener Art der Geschichtenerzählung klarkommen. Ich selbst habe mich gut unterhalten gefühlt. Sprecher: David Nathan ist hier zu hören und der Gute ist ganz einfach eine Bank für Hörbücher. Er trägt die Geschichte spannend vor, so dass man ihm das Erzählte problemlos abkauft. Leider gibt es da ein kleines Problem, denn in dieser Geschichte kommt nahezu nie ein Dialog vor, so dass Nathan quasi konstant mit derselben Stimme spricht, was zumindest zu Beginn der Geschichte leicht einschläfernd wirken kann. Zum Ende hin darf er dafür etwas mehr aufdrehen und zeigen was in ihm steckt. Was man zu hören bekommt ist insgesamt betrachtet wirklich sehr gut und kann überzeugen. Musik und Effekte: Es ist immer wieder schön, dass man im Hause LPL-Records für passende musikalische Untermalung bei seinen Hörbüchern sorgt. Wie üblich zeigt sich auch hier Andy Matern für die Musik verantwortlich und er hat schöne und atmosphärische Tracks beigesteuert, die ruhig noch etwas öfter zum Einsatz kommen dürften. Zwischen den einzelnen Kapiteln ertönt Musik, aber leider nicht im Background, was grade zum Ende der Produktion hin noch zusätzliche Atmosphäre schaffen könnte. Effekte gibt es keine, was bei einem Hörbuch aber ja auch nicht unbedingt zu erwarten ist. Fazit: Man setzt die Reihe „Bibliothek des Schreckens“ mit dieser Episode gekonnt fort. Inhaltlich bekommt man die gewohnte Dosis Lovecraft: Aus heutiger Sicht sicherlich keine Horror mehr, aber sehr atmosphärisch und immer mit einer Portion Wahnsinn garniert. David Nathan dürfte ohne Frage einer der besten Synchronsprecher Deutschlands sein und geht bei dieser Produktion auch mit einer gehörigen Portion Engagement zu Werke. Die sehr passenden Musiken lockern die mehr als 3 Stunden Hörbuch immer wieder gekonnt auf und passen atmosphärisch gut zum gebotenen Stoff dieser Produktion. Wer die Geschichten aus der Feder von Lovecraft und die Reihe generell mag, der dürfte auch an der fünften Episode seine helle Freude haben. Alles in allem eine gute, wenn auch nicht überragende Produktion, denn da hat LPL-Records in seinem eigenen Backkatalog noch stärkere Werke. ![]() ![]() ![]()
lord gösel |