Detektei Bates (2)
Triadenhatz in Peking




Inhalt:
Auf der Suche nach einem drogenmixenden Chemiker geraten Henry Bates und seine Gefährten in die Schußlinien zweier verfeindeter Triadenclans. Wilde Verfolgungsjagden in chinesischen Straßenschluchten sind jedoch erst der Anfang, denn im Hintergrund zieht ein alter Bekannter die Fäden...

Story:
Zeigte sich „Höllenfahrt der Vogelnarren“ noch eher als klassische Detektivgeschichte mit einigen modernen Elementen, so entpuppt sich „Triadenhatz in Peking“ als rasanter und stellenweise nicht grade zimperlicher Actionkrimi. Henry Bates und seine Kollegen werden nach Peking geschickt um dort einen Chemiker ausfindig zu machen. Doch sie werden zu Spielbällen von mächtigen Gegnern und es kommt zur Titelgebenden Triadenhatz. Dabei bleibt nur relativ selten Zeit für den Hörer zum Luftholen, denn Henry, Becky, John und Stickleback sind quasi unter Dauerbeschuss. Oben drauf kommt noch an einigen Stellen eine gewisse Portion an Selbstironie, so dass die Geschichte stellenweise an die Abenteuer von James Bond (allerdings ohne all die netten Gimmicks von 007) erinnert. Gute Unterhaltung ist somit eigentlich garantiert, wobei ich allerdings auch gestehen muss, dass die Geschichte stellenweise etwas flach und nur wie ein Sprungbrett für die rasante Action wirkt. Dennoch … besser kurzweilig und vielleicht ein bisschen flach als pseudointellektuell und sturzlangweilig.

Sprecher:
Man hält an dem Prinzip der ersten Folge fest, sprich die großen Rollen werden von bekannten Sprechern der Synchronszene übernommen. Namentlich sind hier zu hören: Stephan Schwartz (Henry Bates), Dorette Hugo (als Sekretärin Becky Flemming), Charles Rettinghaus (als John Simmons), Utz Richter (als Stickleback) und Thomas Franke (Sadicarus). Ihnen zur Seite steht außerdem Konrad Halver als Sun Tse Lam und seine Leistung kann überzeugen, was in den jüngsten Produktionen in denen Halver zu hören war keine Selbstverständlichkeit darstellte. Erwähnenswert ist außerdem, dass man hier den vermutlich allerletzten Auftritt von Wolf Rathjen zu hören bekommt. Diesen bekannten Sprechern stehen dann für die kleineren Rollen unbekannte Sprecher gegenüber. Im direkten Vergleich hört man die Diskrepanz schon, aber keiner der beteiligten Sprecher macht seine Aufgabe schlecht. Insgesamt betrachtet kann man somit also von guten Sprecherleistungen sprechen. Allerdings gibt es da auch einen kleinen Schönheitsfehler, der hört auf den Namen Erzähler und ist leider nicht vorhanden. Die erste Folge funktionierte prächtig ohne einen Erzähler, aber bei dieser Folge gibt es einige Szenen, die eben nicht selbsterklärend sind und die den Hörer in einer gewissen Ratlosigkeit zurücklassen, da die Geschehnisse auch nicht später noch mal erläutert werden.

Musik und Effekte:
Bei den Effekten geht es hier ziemlich zur Sache, schließlich will hier so allerlei im Ohr zum Leben erweckt werden: Verfolgsjagden mit Motorrädern, Schießereien, Feuer … und alles klingt verdammt realistisch und man glaubt als Hörer wirklich sich mitten in einer Straßenschlacht in Peking zu befinden. Da macht das Hören direkt doppelt Spaß und da auch die Musik mehr als nur gelungen ist, zeigt sich die technische Seite dieser Produktion verdammt stark und kann ohne größere Probleme mit den großen Labeln der Hörspielwelt konkurrieren. Grade bei der Musik könnte sich ein Label wie EUROPA ruhig noch mal eine Scheibe abschneiden, auch wenn das wohl nie passieren wird.

Fazit:
Von den Geschichten her besteht ein ziemlich großer Unterschied zwischen den Folgen 1 und 2 dieser Serie. Stellenweise mag die Geschichte nur als Mittel zum Zweck dienen, um imposante Actionszenen zu liefern, aber wen stört das, solange es als Hörspiel eben funktioniert? Genau das ist nämlich hier der Fall und man wird als Hörer verdammt gut unterhalten. Einziger kleiner Schönheitsfehler sind so manche Szenen, die ohne Erzähler nicht 100%ig funktionieren und somit für etwas Verwirrung sorgen. Als Entschädigung dafür gibt es aber eine wirklich fette technische Seite, die sich problemlos mit manch großem Label messen kann. Krimis werden momentan nicht grade häufig im kommerziellen Hörspielbereich angeboten und somit stellt diese Serie und auch die Folge eine Bereicherung dar. Wie schon das erste Abenteuer, so stellt auch das zweite eine gute Produktion dar, die zwar noch mit einigen kleinen Macken daherkommt, die man sich aber dennoch gerne öfter anhört.



lord gösel