Der wundersame Lord Atherton
Teil 3

|
Inhalt: Nach den fantastischen Abenteuern mit seiner unterirdischen Einschienen-Bahn wartet Lord Atherton mit einem neuen Coup auf: Er hat die Ikarus gebaut. Ein herrliches Luftschiff von Eleganz und Komfort. Mit ihm will er die weite Reise nach Südamerika antreten. Doch als er seinen Neffen Edward und Clifford nebst Gemahlinnen seine Erfindung präsentiert, kommt es zur Katastrophe! Die #Ikarus# reißt sich samt der unfreiwilligen Besatzung los und driftet manövrierunfähig davon. Noch ahnt keiner an Bord, welch haarsträubende Abenteuer ihnen diesmal bevorstehen. Glücklicherweise hat man Atü, den neuen dampfbetriebenen Automat des Lords dabei. Mit seiner Hilfe sollte sich die Expedition Ikarus doch zum Guten wenden lassen. Oder..? Story: Die erste kleine Enttäuschung erlebt man direkt zu Beginn, denn statt dort weiter zu machen wo Teil 2 endete und uns von der Reise in Lord Atherton U-Boot zu berichten, wirft man den Hörer in ein neues Setting in dessen Mittelpunkt ein Luftschiff steht. An sich wäre das ja kein wirkliches Problem, wenn die Handlung sich nicht durch eine schreckliche Überlänge auszeichnen würde. Satte 132 Minuten vergehen, bis man das Ende der Geschichte erreicht und nicht selten kommt einem als Hörer der Gedanke mal eben auf den SKIP-Knopf zu drücken um zu hören ob im laufenden Track eigentlich etwas Relevantes passiert. Prinzipiell herrscht hier also dasselbe Problem, was schon der erste Teil hatte. Es entsteht kaum Spannung, jedenfalls vergehen die 64 Minuten der ersten CD ohne das sich großartig dramatische Szenen ergeben hätten. Zwar bietet die erste Hälfte von CD zwei etwas mehr und auch einige spannende Momente, aber insgesamt betrachtet fällt das Hörspiel mindestens 30 Minuten zu lang aus, wenn nicht sogar 50. Inhaltlich ist die Angelegenheit nämlich doch arg dünn und auch für die angesprochene Zielgruppe (Ab 12 Jahren) dürfte hier schlichtweg zu wenig geschehen. Statt sich weiter zu entwickeln geht man mit dem dritten Teil also leider einen Schritt zurück und landet nur noch im arg durchschnittlichen Bereich seitens des Inhalts. Sprecher: Auch bei den Sprechern gibt es direkt eine kleine Enttäuschung, denn Klaus Dieter Klebsch ist nicht mehr dabei, da sein Charakter „keine Zeit hatte“. Schade, denn somit geht dem Ensemble eine überaus markante Stimme verloren. Leider scheint das ein oder andere Mal auch die Regie verloren gegangen zu sein, denn in so mancher Situation würde man sich doch ein wenig mehr Emotionen seitens der Sprecher wünschen. Die fünf Protagonisten gehen hier jedenfalls mit einer stoischen Ruhe zu Werke, die an diversen Stellen arg deplaziert wirkt. Was erneut das Bild trübt ist die falsche Aussprache von Begriffen, so ist Philipp Brammer nicht in der Lage „Atherton Manor“ korrekt auszusprechen, was schon arg befremdlich wirkt. Darüber hinaus geht so mancher Spruch dieser Produktion schon fast als faschistoid durch, was sicherlich zur damaligen Zeit passt, aber doch irgendwie einen leicht störenden Eindruck hinterlässt. Keine Frage: Die ersten beiden Teile waren aus sprechertechnischer Sicht eine ganze Ecke besser geraten. Musik und Effekte: Zumindest in diesem Punkt gibt es keine Enttäuschung, sondern eher das Gegenteil ist der Fall. Musikalisch bleibt man sich selbst treu und untermalt das Geschehnen mit klassischen Klängen, die gut zu dem Abenteuer-Flair der Serie passen. Auch bei den Effekten hat man sich nicht lumpen lassen und präsentiert der Hörerschaft einen ansprechenden Klangteppich, der es jedem Hörer ermöglichen dürfte sich die verschieden Situationen vorzustellen. Somit handelt es sich bei der technischen Umsetzung fraglos um den gelungensten Aspekt dieser Produktion. Fazit: Statt mit dem dritten Teil endlich einen echten Kracher abzuliefern, entwickelt sich „Der wundersame Lord Atherton“ doch glatt ein gutes Stück zurück. Die Spielzeit ist noch höher als bei den ersten beiden Teilen, aber man präsentiert dem Hörer dafür noch weniger packende Handlung. Alles wirkt schrecklich träge und nicht selten fragt man sich, wann denn nun endlich mal etwas passiert. So wird quasi die komplette erste CD mit Reden verbracht, ohne dass die eigentliche Handlung in Gang kommen würde. Leider zeigt man sich auch bei den Sprecher nicht so gut wie in den ersten Teilen, denn nicht selten wirken die Charaktere doch ein wenig zu „cool“ in Anbetracht mancher Situation, was auch einen gewissen Anteil an der Trägheit der Geschichte trägt. Lediglich bei der technischen Umsetzung zeigt man souveräne Arbeit und kann dieses Hörspiel somit noch knapp (aber wirklich nur SEHR knapp) vor einen Ausreichend bewahren. Somit zeigt sich der dritte Teil rund um den wundersamen Lord als arg durchschnittliches Hörspiel, dass sich in der Schule gerade eben noch eine 3 mit einem langen Minus dahinter verdient hätte. ![]() ![]()
lord gösel |