Andi Meisfeld (1)
und das Termitenkopftrio




Inhalt:
Andi wird zu Unrecht beschuldigt, für die zahlreichen Diebstähle in seiner Schule verantwortlich zu sein. Doch die Königin von Meisenstedt glaubt ihm und gibt Andi offiziell den Auftrag, selber nach Hinweisen der Diebe zu suchen. Ab diesem Zeitpunkt ist Andi im Auftrag der Königin unterwegs! Mit seinem besten Freund Armin kommt er einer sehr gefährlichen Diebesbande auf die Spur und begibt sich ungewollt in die Fänge des "Termitenkopftrios"...

Story:
Tom Steinbrecher dürfte den meisten Szenekennern als Musiker des Labels Dreamland ein Begriff sein. Mit „Andi Meisfeld“ versucht er sich nun auch als Autor. Kann das gut gehen? Aber Hallo, das geht sogar richtig gut, denn Steinbrechers Serie „Andi Meisfeld“ bringt einen richtig frischen mit sich. Die Idee eine Hörspielserie in einer Ameisenkolonie spielen zulassen ist innovativ und bietet auf der einen Seite genug Platz für den einen oder anderen lehrreichen Moment für Kinder. Auf der anderen Seite ist da der Reiz für die erwachsenen Hörer, denn der liegt ganz klar in den zahllosen Anspielungen auf eine der Lieblingsserien des Autors: TKKG. Wie schon die Hörspielgurke Holger, so erweist sich auch das Debüt von Andi Meisfeld als Hörspiel, dass sowohl für Kinder als auch für die „Junggebliebenen“ unter uns interessant ist. Witzige und sympathische Charaktere, eine spannende Geschichte und eine Menge kleiner Witze, Hörspiel-Fan, was willst du mehr? Rein inhaltlich hat mich „Andi Meisfeld und das Termitenkopftrio“ auf ganzer Linie überzeugt.

Sprecher:
Der Autor der Geschichte lässt es sich nehmen auch direkt die Hauptrolle zu übernehmen. Eine kluge Entscheidung? Ja, sogar eine sehr kluge, denn Tom Steinbrecher weiß genau, wie sich sein Held anhören soll und er bringt auch die nötige Portion Talent mit, um die kleine Ameise zum Leben zu erwecken. Hinzu gesellen sich noch einige bekannte Stimmen wie Andreas von der Meden, Ali Sommer, Eckart Dux und Konrad Halver, die allesamt sehr gute Leistungen präsentieren. Grade Halver hat einen starken Auftritt als Kommissar Meisner. In den übrigen Rollen trifft man auf Namen, die man wohl nicht unbedingt aus der Hörspielszene kennt. Allerdings wäre es ein klassischer Trugschluss nun zu denken, dass die Unbekannteren neben den Profis verloren wirken. Genau das Gegenteil ist hier der Fall und mit Fabian Soop und Sonita Sodhi hat man mindestens zwei Sprecher an Bord von denen ich gerne öfter etwas hören möchte.

Musik und Effekte:
Laut Inlay ist ein gewisser Plotzka für die Musik verantwortlich. Hörspiel-Fans kennen ihn als kettenschwingenden Rocker aus der 19. Folge der Serie TKKG (Der Schatz in der Drachenhöhle). Und … den Internet-Hörspiel-Maniacs ist durchaus bekannt, dass sich hinter diesem nickname niemand anderes als Tom Steinbrecher himself verbirgt. Allmählich stellt man sich die Frage: Gibt es irgendwas, dass Steinbrecher NICHT kann? Die Antwort lautet zumindest auf diesen Punkt bezogen ganz klar nein, denn seine komponierten Musiken sind einfach sehr, sehr schön. Viel Gitarren- und Synthesizerklängen zeigen eindeutig den Einfluss eines gewissen Carsten Bohn ohne dabei aber zur schlichten Kopie zu verkommen. Das größte Plus kann diese Folge dann auch noch durch die Länge der Stücke sammeln, denn die sind endlich mal genau richtig. Sind bei den sonstigen Dreamland-Hörspiel die „Überblendmusiken“ immer nur für 4 oder 5 Sekunden zu hören, so sind sie hier wesentlich länger und schaffen somit eine angenehme Auflockerung zwischen den verschiedenen Szenen. Die Effekte können sich ebenfalls hören lassen und sind in bester EUROPA-Manier zwar leise und dezent, aber stets passend eingemischt. Technisch in meinen Ohren eindeutig die bis dato ausgereifteste Produktion aus dem Hause Dreamland.

Fazit:
Mit „Andi Meisfeld“ habe ich wohl eine der größten positiven Überraschungen des Jahres 2007 gehört. Anfangs wusste nicht so recht, was ich von dieser Serie halten sollte, doch wenn die erste Folge erst einmal im Player ist, dann ist das fast wie eine Reise in die Kindheit. Spannende und größtenteils gewaltfreie Unterhaltung für Kinder, fern ab der totgelaufenen BB-Prinzipien von KIDDINX wird hier geboten. Auch für den erwachsenen Hörer ist es verdammt interessant, denn es gibt eine Großzahl an versteckten Gags zu entdecken. Die Sprecher zeigen sich ebenfalls von einer richtig guten Seite und musikalisch braucht man sich sowieso keine Gedanken zu machen, wenn die Verantwortung dafür in den Händen von Tom Steinbrecher liegt. Qualitativ das bislang wohl beste Produkt aus dem Hause Dreamland, dass die ebenfalls brandaktuelle labeleigene Konkurrenz „Codename SAM“ ein ganzes Stück hinter sich lässt. Alles in allem finde ich wenig bis gar keinen Anlass zur Kritik und spreche Steinbrecher hiermit mein Kompliment aus, für eine Produktion, die sich mein Prädikat TOP verdient. Oder … um es mal mit Andis Worten zu sagen: „Voll dufte!“



lord gösel