Das 5te Gebot (1)
Herzlos

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Inhalt: Eine Hausarbeit mit dem Thema "Serienmörder" führt Lia in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie zu dem gefährlichen Killer Rasputin. Kurz darauf wird ihre beste Freundin Maike das dritte Opfer eines Serienmörders, der seit einigen Tagen ganz Köln in Atem hält. Die Polizei und Lias Vater, ein angesehener Profiler des BKA, kommen bei ihren Ermittlungen nicht weiter. Als Rasputin dann auch noch die Flucht aus der Psychiatrie gelingt, spitzt sich die Lage zu. An Heiligabend kommt es im Hause der Familie Weigelt zur tödlichen Entscheidung. Story: Im Jahre 2003 gab es noch nicht ganz so viele semiprofessionelle Label auf dem Hörspielmarkt. Eines, das in diesem Jahr seinen ersten Gehversuch unternahm, hörte auf den Namen „Das 5te Gebot“. Nicht nur das Label trug diesen Namen, sondern auch die erste Serie, die mit der Folge „Herzlos“ startete. Mittlerweile produziert man unter dem Namen audiowerkstattkoeln … oder ist das auch schon wieder Vergangenheit? Egal … zurück zu „Herzlos“. Was direkt auffällt, ist die Spielzeit, denn die ist mit 33 Minuten wirklich mal sehr … knackig. Abschreckend finde ich sie nun nicht, denn wenn ich ganz ehrlich bin, dann höre ich lieber 33 spannende Minuten, als 79 langweilige. Spannung kommt auch durchaus auf, wenngleich die Charaktere selbst ein wenig auf der Strecke bleiben und man sich daher nicht ganz so gut mit ihnen identifizieren kann. Dafür ist es aber erstaunlich, wieviele Szenen Autor Markus Topf in der guten halben Stunde unterbringen konnte. Man fiebert schon mit den Protagonisten mit, wenngleich man auch sagen muss, dass man als erfahrener Hörer schon relativ früh eine Vermutung hat, wie der Hase läuft. Aber damals wie auch heute, ist Thriller nachwievor eher Mangelware auf dem Hörspielmarkt und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich mich von der Geschichte doch recht ordentlich unterhalten gefühlt habe. Sprecher: Bei den Sprechern musste man damals natürlich noch eher auf Sparflamme kochen. Wirklich bekannte Namen sucht man dementsprechend vergebens. Im Jahre 2003 waren unbekannte Namen leider oftmals noch eine Option auf sehr abgelesene Darbietungen. Davon kann hier aber über weite Strecken gar keine Rede sein. Die Sprecher tragen allesamt erfreulich frei vor und kleben nur in wenigen Momenten am Textblatt. Dennoch muss man mit einigen kleinen Einschränkungen leben, denn hier und da dürften gerne mal ein paar Emotionen mehr im Spiel sein. So reagiert bestimmt nicht jeder regelrecht cool, wenn er vom Tode einer guten Freundin erfährt, oder mit einer Lichterkette gefesselt wird. Dennoch ... ich muss ehrlich gestehen, dass ich bereits vor 2003 und auch in einigen Jahren danach wesentlich schlimmere Leistungen gehört habe und somit kann ich insgesamt sagen, das das Gebotene auf Seiten der Sprecher als solide bezeichnet werden darf. Musik und Effekte: Das Titelstück der Serie ist ohne Frage ein richtiger Hinhörer. Ähnlich wie bei der später erschienenen Serie „Ein Fall für Leon Kramer“, setzt man auch hier auf düstere Gitarren-Klänge, die eine leichte Gothik-Atmosphäre aufkommen lassen. Leider war es das aber auch schon mit dem Thema Musik in dieser Produktion. Das Titelstück hört man zu Beginn und am Ende und ansonsten ist Musik Mangelware. Bei Szenenwechseln nutzt man immer eine Art Jingle, aber „richtige“ Musik habe ich im gesamten Hörspiel fast gar nicht ausmachen können. Die Enttäuschung setzt sich dann leider auch bei der Untermalung mit Geräuschen fort. Hintergrundsounds gehen über weite Strecken zwar in Ordnung, aber wenn es dann mal wirklich Action gibt, wirkt die gesamte Untermalung regelrecht schwach. Mit diesem Problem hatte man auch noch bei der Serie „Ein Fall für Leon Kramer“ lange Zeit zu kämpfen. Hier kommt noch das „Problem“ hinzu, dass es keinen Erzähler gibt und sich somit manche Szenen eben komplett über die Effekte definieren müssen. Gerade gegen Ende wird es dann heikel, wenn es auf Verfolgungsjagd geht, oder man mit einer Akt wirft. Auch das Alter ist nur bedingt eine Ausrede für diese magere technische Umsetzung, denn auch anno 2003, klangen die meisten semiprofessionellen Produktionen in diesem Bereich wesentlich besser. Alles in allem kann ich hierbei nur von einem ausreichenden Klangbild berichten. Fazit: Der Zahn der Zeit ist an dieser Produktion leider nicht ganz spurlos vorüber gegangen. Vor 7 Jahren wäre mir diese Produktion sicherlich noch mit einem zugedrückten Auge 4 Sterne und das Prädikat Gut (-) wert gewesen. Aus heutiger Sicht wiegt aber die arg stiefmütterlich behandelte technische Seite sehr schwer. Musik sucht man größtenteils vergeblich und bei den Effekten patzt man gerade dann, wenn die eigentlich besonders wichtig wären. Dennoch ist das Hörspiel noch lange nicht in der Kategorie schwach anzusiedeln, denn vorallem die Geschichte kann auch aus heutiger Sicht immer noch punkten. Thriller bekommt man nicht alle Tage vor die Ohren und dementsprechend freut man sich über entsprechende Ware. Auch die Sprecher brauchen sich nicht zu verstecken, denn man hat in den zurückliegenden Jahren bereits wesentlich schwächere Darbietungen zu hören bekommen, während hier doch alle im soliden Bereich agieren. 3 Sterne und die Note Befriedigend wären aus heutiger Sicht die korrekte Bewertung wie ich finde. Aus Gründen der Fairness zücke ich im Jahre 2010 3,5 Sterne. ![]() ![]() ![]()
lord gösel |